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Новости по-русски из Швеции

Heute vor 40 Jahren sendete

Publicerat fredag 16 november 2007 kl 14.04

der Schwedische Rundfunk in Stockholm seine erste Sendung auf Russisch

Beitragsname: 1105 ryska gruppen

Anmoderation:

Heute vor 40 Jahren sendete der Schwedische Rundfunk in Stockholm seine erste Sendung auf Russisch. Dank Kurzwelle konnten die Russen damals ungefilterte internationale Nachrichten aus Schweden empfangen und hören, wie ein demokratisches Land funktioniert. Nicht zuletzt bei der Berichterstattung über das Atomreaktorunglück in Tschernobyl spielte die Arbeit der russischen Redaktion eine führende Rolle für die Aufklärung der russischen Bevölkerung. Doch auch heute - und unter Putin vielleicht sogar mehr denn je - haben die russischen Sendungen aus Stockholm unzählige begeisterte Anhänger. Liv Heidbüchel über die 40jährige Geschichte der Redaktion.

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(Einstieg alte Signatur)

Ein historischer Moment: Am 5. November 1967 ging das erste Mal eine Sendung des Schwedischen Rundfunks auf Russisch über den Äther. Etwas steif, wie es für die Zeit üblich war, aber stolz, hatte der damalige Intendant des Rundfunks, Olof Rydbeck, vorab angekündigt:

„Allen russischen Hörern möchte ich meine große Freude darüber ausdrücken, dass wir Sie von nun an mit regelmäßigen Sendungen erreichen können.”

Das Programm versprach, über Land und Leute zu berichten, über Sitten und Gebräuche, über Wissenschaft und Kultur und über die Beziehungen zwischen Schweden und der Sowjetunion in Vergangenheit und Gegenwart. Dass der Start der russischsprachigen Sendungen in die Zeit des kalten Krieges fiel, ist kein Zufall, erklärt die heutige Redaktionsleiterin Dace Vinklere.

„Man braucht ja nur an das damalige Klima zu denken: eiskalt. Chruschtschows Tauwetter-Politik gehörte der Vergangenheit an. Schweden wollte sich Gehör verschaffen bei den Menschen in der Sowjetunion, wo ja tagtäglich gegen die Menschenrechte verstoßen wurde. Zu diesem Zeitpunkt entschloss sich der Schwedische Rundfunk zu den Sendungen auf Russisch. Es gab ja bereits andere Auslandsprogramme von Radio Sweden auf Englisch, Deutsch und Schwedisch. Aber man hat immer vermieden, sich in den damaligen Propagandakrieg einzumischen.”

Das damalige russischsprachige Programm habe einen sanfteren Tonfall gehabt, meint Dace Vinklere. Es ging nicht soviel um die knallharte Politik, sondern um die Menschen - in deren Dasein sich natürlich die politischen Verhältnisse spiegeln.

„Es ging ums alltägliche schwedische Leben. Wie ist es, in einem demokratischen Land zu leben, wie funktionieren demokratische Prozess? Dass etwa der Einzelne mit seinem Engagement durchaus etwas verändern kann. Man hat ja von diversen Botschafterbesuchen im Radio gehört, aber es wurde nie versucht, die schwedischen Sendungen zum Schweigen zu bringen. Sie wurden im Gegensatz zu „Voice of America” einfach nicht als so feindlich angesehen.”

Oftmals ging es im russischen Programm um Kultur - und natürlich um Popmusik.

(Abba)

„Meine Eltern in Lettland haben Abba-Platten ins Land geschmuggelt”, erinnert sich Dace Vinklere. „Aber mit dem Kurzwellen-Empfänger konnte man in ziemlich guter Qualität Abba und andere Popgruppen hören. Diese Musik kam Dank der Stockholmer Sendungen nach Hause zu den sowjetischen Bürgern.”

Und beim 25-jährigen Jubiläum des russischen Programms war Abba-Mitglied Björn Ulvaeus sogar Special Guest der Sendung.

(Musik Ende)

Aber auch andere kulturelle Persönlichkeiten bekamen bei Radio Svecia eine Stimme, die die Bürger der Sowjetunion sonst Jahrzehnte lang nicht gehört hätten.

(Alexander Solschenizyn)

Dem Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn etwa, der in den 70er Jahren wegen seiner UdSSR-Kritik des Landes verwiesen wurde, konnten die Sowjetbürger in ihrer eigenen Sprache lauschen.

1986 dann das Unglück, das die Welt veränderte: Kernschmelze im ukrainischen Reaktor Tschernobyl. Die sowjetischen Behörden versuchten, die Katastrophe zu vertuschen, die eigenen Bürger sollten vom Super-GAU nichts erfahren. Informationen kamen stattdessen vom Schwedischen Rundfunk in Stockholm - auf Russisch.

Nun wünscht sich niemand Schreckensmeldungen dieses Ausmaßes, um die Wichtigkeit eines russischen Auslandssenders zu unterstreichen. Und das braucht es auch nicht, meint Redaktionsleiterin Dace Vinklere. Die vor 40 Jahren gesetzten Themen des Programms haben auch heute nicht an Bedeutung verloren, denn das Interesse der Russen an Schweden ist groß.

„Die Hörer schreiben, dass sie Schweden dafür bewundern, wie es mit seinem Wohlfahrtsstaat in dieser globalisierten Welt überlebt. Man möchte Schweden gern besuchen, man will die Sprache lernen und Schweden ganz einfach näher kommen.”

(Signatur heute)

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