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27. Oktober 1981

Sowjetisches U-Boot auf Grund

Publicerat fredag 27 oktober 2006 kl 12.56
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27.Oktober 1981: Sowjet-U-Boot vor Karlskrona

Am 27. Oktober 1981 lief in den Schären vor Karlskrona ein sowjetisches Atom-U-Boot auf Grund. Der Vorfall schürte in Schweden die Angst vor einer möglichen sowjetischen Invasion. Doch die UdSSR hielt stets an Ihrer Darstellung fest, bei dem Vorfall habe es sich lediglich um einen Navigationsfehler gehandelt. Was die „U 137“ wirklich in schwedische Gewässer getrieben hat, ist bis heute unklar. Gerade deswegen ist der Vorfall ein Sinnbild für die Rolle Schwedens im Kalten Krieg.

”Ich befinde mich ungefähr 30 Meter vom U-Boot entfernt. Überall stehen hier bewaffnete Soldaten herum. Auf dem Wasser fahren fünf Boote der Küstenwache Patrouille. Und auf dem U-Boot sind ein paar Menschen zu sehen.“

Die Nervosität ist dem Reporter des Schwedischen Rundfunks deutlich anzumerken, als er am 28. Oktober um die Mittagszeit live vom Ort des Geschehens berichtet. Im Gåsefjärden hatten Fischer bereits am Vorabend verdächtige Motorengeräusche gehört, diese aber für eine schwedische Militärübung gehalten. Tags darauf entdeckten die verwunderten Fischersleute das auf Grund gelaufene U-Boot und informierten Militär und Presse. Karl Andersson, Kommandeur der schwedischen Marine, war der erste Schwede, der mit der gestrandeten Sowjetbesatzung in direkten Kontakt trat:

„Ich spielte zunächst mit dem Gedanken, dass es sich um eine Übung unserer Marine handeln könnte. Als ich mich dem grünschwarzen U-Boot 100 auf Meter näherte, sah ich die sowjetische Kriegsflagge vom Turm wehen. Da wir bei Übungen nie die Symbole anderer Staaten nachstellten, war die Sache für mich klar.“

Erster nachgewiesener Sowjeteindringling 
Seit Jahren schon kursierten im neutralen Schweden die Gerüchte über sowjetische U-Boote, die in schwedische Gewässer eindringen und eine Invasion vorbereiten. Doch Beweise gab es dafür bislang keine. Marinekommandeur Karl Andersson stand also vor der historischen Aufgabe, herauszufinden, ob dies der erste nachweisbare Fall eines Sowjeteindringlings an der Küste Schwedens war:

„Ich kletterte auf das U-Boot. Vier, fünf Mann standen dort, bewaffnet mit Kalaschnikows und Pistolen. In meinem besten Schuldeutsch fragte ich: Sprechen Sie Deutsch, bitte? Einer der Männer trat vor, nickte und sagte mir auf Deutsch, wer der Kapitän des U-Bootes war und wie der Name des Bootes lautete: U 137. Als ich dies anschliessend meinen Vorgesetzten meldete, gab es keinen Zweifel mehr.“

Diplomatische Verwicklungen 
Was immer der Auftrag von Kapitän Anatoli Michailowitsch Guschtschin war; er hatte die Sowjetunion in erhebliche diplomatische Schwierigkeiten gebracht. An die Beteuerungen Moskaus, das Boot sei in Folge eines Navigationsfehlers so weit in schwedische Gewässer eingedrungen, glaubte in Schweden kaum jemand. Für die Öffentlichkeit und die bürgerliche Regierung stand fest, dass die Ostsee nur so vor sowjetischen U-Booten wimmelt, die eine akute Bedrohung für das neutrale Königreich ausmachten. Diese öffentliche Meinung verstärkte sich alsbald: Radioaktivitätsmessungen legten den Schluss nahe, dass die „U 137“ Atomwaffen mit an Bord führen musste. Mit aller Entschlossenheit forderte der damalige Ministerpräsident Thorbjörn Fälldin eine Entschuldigung der Sowjets für den Vorfall im Gåsefjärden:

„Der Aussenminister hat dem sowjetischen Botschafter heute klargemacht, was sich die schwedische Regierung erwartet. Der Befehlshaber auf dem Boot hat unseren Anweisungen Folge zu leisten, was die Bergung und unsere Untersuchungen anbetrifft.“

Moskaus ”Bedauern” über den Vorfall
Das tausend Tonnen schwere U-Boot gestrandet, die rund 60 Mann Besatzung festgesetzt – für die Sowjetunion eine peinliche Angelegenheit. Moskau drückte ohne viel diplomatisches Tauziehen rasch sein Bedauern über den Vorfall aus und versprach umfassende Zusammenarbeit mit den schwedischen Behörden. Nach zehn Tagen manövrierte Schwedens Marine die „U 137“ zurück ins Wasser und geleitete das U-Boot mit einem nie da gewesenen Sicherheitsaufgebot in internationale Gewässer. Schwedens wichtigstes Ereignis im Kalten Krieg war damit vorüber.

Robustes Mandat gefordert 
Doch die Havarie der „U 137“ sollte nicht die letzte Sichtung eines sowjetischen U-Boots in schwedischen Gewässern bleiben. Bis zum Mauerfall gab es immer wieder neue Berichte über feindliche Fahrzeuge, die das Territorium des Königreichs verletzten. Eine regelrechte Jagd auf U-Boote setzte in Schweden ein – militärisch und politisch. Carl Bildt, heute Aussenminister und damals einfacher Reichstagsabgeordneter, forderte bereits kurz nach dem Vorfall bei Karlskrona ein robustes Mandat für Schwedens Marine:

„Die derzeitigen Bestimmungen sind ziemlich vage. Man soll die U-Boote identifizieren und zum Verlassen der schwedischen Gewässer auffordern. Wenn ein Fahrzeug so weit auf unser Gebiet vordringt, dann handelt es sich nicht um einen Navigationsfehler, sondern um Absicht. Und dem müssen wir mit mehr Härte entgegentreten. Es reicht nicht, die sowjetische Flagge zu identifizieren und ein paar Höflichkeiten zu telegrafieren. Gewalt kann niemals ausgeschlossen werden.“

Doch in Bezug auf die „U 137“ wäre Gewalt wohl das falsche Mittel gewesen. Untersuchungen zufolge hatte schlicht Schlamperei an Bord des sowjetischen U-Boots zur Havarie geführt. Die lange in Schweden befürchteten Invasionstheorien hingegen erhärteten sich nicht.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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