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Vater-Vater-Kind

Publicerat fredag 27 oktober 2006 kl 14.06

Homosexuellen und Lesben können sich in Schweden als Lebenspartner staatlich registrieren lassen und dürfen seit dreieinhalb Jahren Kinder aus früheren Beziehungen adoptieren. Lesbische Paare, die zusammen ein Kind haben wollen, sind bei der künstlichen Befruchtung inzwischen heterosexuellen Paaren gleichgestellt. Doch was machen Männer, die zusammen Nachwuchs haben wollen?

Ein geräumiges Holzhaus in einem Vorort von Stockholm. Robert und Fredrik Skoglund sind mit der Zubereitung des Abendbrotes beschäftigt. Während Robert ein Ei in die Pfanne schlägt, deckt sein Mann Fredrik liebevoll den Tisch. Am liebsten würde er auch noch ein weiteres Gedeck hinstellen, denn die Sehnsucht nach einem gemeinsamen Kind ist bei beiden gross, sagt Robert: „Am Anfang war es vor allem für Fredrik wichtig. Er liebt Kinder, arbeitet als Lehrer und ist gern mit ihnen zusammen. Er hat viel davon gesprochen. Dann gingen einige Jahre ins Land und je älter ich wurde, desto mehr wurde es auch für mich ein Thema. Das ist wohl etwas im Körper, das mir signalisiert: Jetzt ist es Zeit, Kinder zu bekommen. Und deshalb bin ich jetzt genauso stark engagiert, dass wir Eltern werden.”

Elternkurs und Eignungsprüfung
Die Bedingungen, die der Staat an die werdenden Eltern stellt, haben die beiden bereits erfüllt. Zunächst nahmen sie an einem Elternkurs teil, in dem sie zusammen mit anderen künftigen Adoptiveltern über die Schwierigkeiten informiert wurden, die mit der Annahme eines Kindes zusammenhängen. Dann wurden sie in Einzel- und Paargesprächen von der Kommune durchleuchtet.  Sie mussten ihre finanziellen Verhältnisse offenlegen, ihr Leben und ihre Prägungen beschreiben und begründen, warum ein Kind es bei ihnen gut haben wird. Und anders als bei heterosexuellen Paaren, mussten sie auch noch nachweisen, dass es in ihrem Umfeld für ein Kind auch weibliche Vorbilder gibt.

Alle bis auf eine Frau im zuständigen Sozialausschuss ihrer Gemeinde liessen sich davon überzeugen. Ehemann Fredrik überlegt, ob bei ihr Vorurteile gegenüber schwulen Männern eine Rolle gespielt haben: „Vielleicht hatte sie Vorbehalte gegen Homosexuelle. Aber sie hat natürlich aufgrund unserer Unterlagen entschieden und das kurze Treffen zugrunde gelegt, das wir mit ihr hatten. Und das war vielleicht nicht ausreichend für sie.”

Geberland Südafrika
Doch die anderen Mitglieder des Gremiums stimmten für Fredrik und Robert. Mit diesem Entscheid können sich die beiden nun an eine Adoptionsorganisation wenden. Doch die Aussichten sind schlecht. Bisher ist noch kein Kind aus dem Ausland an homosexuelle Paare vermittelt worden - zu gross sind die Vorurteile, zwei Männer könnten nicht richtig für ein Kind sorgen. Das könnte sich jedoch ändern, denn Südafrika hat beschlossen, in Zukunft auch Homosexuellen eine Chance zu geben.

Eine andere Lösung des Problems ist die Leihmutterschaft. Für diesen Weg haben sich Fredrik Larsson und sein Partner entschieden. In Schweden ist es bisher verboten, auf diesem Weg ein Kind zu bekommen. Auch in der Öffentlichkeit gibt es Vorbehalte, erzählt Larsson: „Sich vorzustellen, dass eine Frau ein Kind bekommt, das dann aber weggibt - das weckt in Schweden grossen Protest. Es gibt starke Bilder, was Weiblichkeit und Männlichkeit betrifft. Und besonders Mutterschaft ist etwas ganz Heiliges. Das hat mit der Kultur zutun. In den Bundesstaaten der USA, wo Leihmütter zugelassen sind, sehen es viele Frauen als Akt der Nächstenliebe. Sie wollen jemandem helfen, der selbst keine Kinder bekommen kann. Das sind Glücksmomente für sie, das grösste Geschenk, das man geben kann.”

Für dieses Geschenk werden jedoch umgerechnet an die 110.000 Euro fällig. Larsson und sein Partner haben bereits darüber nachgedacht, wie sie das Geld beschaffen könnten. Einen Kredit bei der Bank aufnehmen oder die Eltern bitten?

Die Hälfte der Menscheheit
Um die Öffentlichkeit über ihr Anliegen zu informieren und das Klima für die Zulassung von Leihmüttern in Schweden zu verbessern, haben sie sogar einen eigenen Verein gegründet. Denn die Begriffe männlich und weiblich werden von der Gesellschaft konstruiert, meint Larsson: „Ich bin dagegen, dass wir überhaupt über Männlichkeit und Weiblichkeit sprechen. Natürlich gibt es gewisse Eigenschaften, die Männer und Frauen unterscheiden und die biologische Ursachen haben. Aber unsere Gesellschaft besteht zu 50 Prozent aus Frauen und 50 Prozent aus Männern. Und da ist es logisch, dass nicht in jeder Familie beide Geschlechter vertreten sind.”

Vater, Vater, Kind - Dass sie irgendwann mal eine solche Kleinfamilie sein werden, diesen Traum haben beide Paare noch nicht aufgegeben. Doch der Weg dahin ist steinig.

Agnes Bührig

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