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Flexicurity-Modell soll jungen Arbeitnehmern helfen

Publicerat fredag 27 oktober 2006 kl 15.42
"Ich will Arbeit"

Trotz florierender Wirtschaft bekommt Schweden die Arbeitslosigkeit nicht in den Griff. Besonders betroffen sind Jugendliche. Mehr als 13 Prozent der Menschen unter 24 Jahren haben keinen festen Job. Die frisch gewählte bürgerliche Regierung könnte dies nun ändern - wenn sie sich am Nachbarn Dänemark ein Beispiel nimmt.

Für Wirtschaftsministerin Maud Olofsson, gibt es zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit nur ein Erfolg versprechendes Rezept: „Es sollte die Möglichkeit geben, die Probezeit bei Neuanstellungen auf zwei Jahre zu verlängern. Eine solche Vereinbarung kann durchaus freiwillig sein. Dies kann helfen, einen Job zu bekommen. Außerdem sollte man bei jungen Menschen den Arbeitgeberanteil an den Lohnkosten halbieren. Und derjenige, der einen Jugendlichen anstellt, könnte dafür belohnt werden.”

Importiertes Modell
„Flexicurity” heißt das ursprünglich aus den Niederlanden stammende System, das vor allem in Dänemark zu großen Erfolgen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit geführt hat. Es verlangt einerseits Flexibilität vom Arbeitnehmer, auch solche Jobs anzunehmen, die nicht ganz oben auf der Wunschliste stehen. Andererseits ist dadurch sichergestellt, dass jeder, der einen Job sucht, auch schnell einen findet.

Nach Ansicht von Maud Olofsson ist das dänische Modell geeignet, auch schwedische Jugendliche in Lohn und Brot zu bringen: „Wir müssen flexibler werden. In Dänemark wechseln jährlich 800.000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Wer dort arbeitslos wird, weiß, dass er rasch einen neuen Job findet. Für Schweden gilt das nicht. Wenn es mehr Jobs gäbe, dann hätten die Menschen hier auch wieder mehr Sicherheit.”

In Dänemark jedenfalls scheint das System zu funktionieren. Der dänischen Arbeitsmarktforscherin Liesbeth Pedersen zufolge hat sich das „Flexicurity”-System als effektive Maßnahme vor allem gegen die Jugendarbeitslosigkeit bewährt: „Dänemark hat in einen flexiblen Arbeitsmarkt investiert. Im Vergleich zu anderen Ländern ist es hierzulande ziemlich einfach, Arbeitnehmer zu entlassen. Dadurch ist die Fluktuation am Arbeitsmarkt hoch. Es gibt viele offene Arbeitsstellen und es ist einfacher in den Arbeitsmarkt einzusteigen.”

Wenig soziale Sicherheit
Doch in Schweden regt sich Protest gegen das Vorhaben. Man dürfe nicht auch noch jenen Jugendlichen die soziale Sicherheit entziehen, die wenigstens eine Arbeit haben. Die geplante Lockerung des Kündigungsschutzes sei das falsche Signal, argumentiert der Gewerkschaftsdachverband LO.

Auch in Dänemark sei die Freude nicht ungeteilt, sagte die junge Angestellte Nina Vasehus. Dennoch ist sie froh, überhaupt einen Job zu haben: „Es ist selbstverständlich nicht besonderes angenehm, im Ungewissen zu schweben. Dank des Arbeitslosengeldes hat man aber gleichzeitig eine gewisse Sicherheit. Die Arbeitgeber können die Leute entlassen, die ihre Arbeit nicht gut machen. Da gilt es sich anzustrengen.”

Noch ist nicht entschieden, ob das dänische System auch in Schweden eingeführt wird. Bislang zeigten die sich anderen drei bürgerlichen Parteien gegenüber diesen Arbeitsmarktplänen reserviert.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

27.10.2006

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