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Kampf um den Schleier

Publicerat tisdag 7 november 2006 kl 16.08

Nyamko Sabuni, neue Ministerin für Integration und Gleichstellung, setzt Ausrufezeichen – nicht nur, weil mit ihr erstmals eine Frau afrikanischer Herkunft in eine schwedische Regierung eingezogen ist. Die in Burundi gebürtige Politikerin macht mit kontroversen Vorschlägen von sich reden. Muslimische Verbände werfen ihr vor, eine Hetzjagd auf Muslime zu betreiben und Angst und Vorurteile unter der schwedischen Bevölkerung zu schüren. Zahlreiche Verbände fordern nun den Rücktritt der Ministerin.

Knapp 40 muslimische Organisationen in Schweden mit insgesamt rund 80.000 Mitgliedern haben mittlerweile die Petition gegen die liberale Politikerin unterzeichnet. Die Vorwürfe, sie sei „islamophob“ und für ihr Amt äusserst ungeeignet, nimmt Sabuni gelassen:
“Ich bin Ministerin in einer schwedischen Regierung und repräsentiere das schwedische Volk“, erklärte sie jetzt im Schwedischen Rundfunk. „Dass es in einer bestimmten Gruppe eine Reihe von Menschen gibt, die mit mir unzufrieden sind – tja, was soll ich sagen: Ich führe mit diesen Menschen gern einen Dialog, aber meine Arbeit wird davon nicht nennenswert beeinflusst.“

Gegen konfessionelle Schulen
Dass es mit muslimischen Verbänden Ärger geben würde, war schon klar, als Regierungschef Reinfeldt Anfang Oktober die 37-jährige Sabuni als eine der größten Überraschungen im neuen Kabinett präsentierte. Die Mutter von zwei Kindern, die seit 1981 in Schweden lebt und sich selbst als nicht praktizierende Muslimin bezeichnet, hatte in den vergangenen Jahren als Parlamentarierin bereits mehrfach für Aufsehen gesorgt: So trat sie für ein Schleierverbot an Schulen und die Abschaffung religiöser Privatschulen ein. Außerdem befürwortet sie obligatorische gynäkologische Untersuchungen von Schülerinnen, um zu gewährleisten, dass diese nicht illegal beschnitten werden.


Als Parlamentsabgeordnete habe sie eine notwendige Debatte in Gang gebracht, sagt Sabuni nun. Die neue Funktion als Ministerin verlange ihr natürlich das Streben nach einvernehmlichen Lösungen ab. Persönlich halte sie aber an den genannten Forderungen fest, auch an der, Genitalverstümmelungen notfalls mit Zwang aufzudecken.
“Ich denke nämlich, wir haben noch gar nicht ganz begriffen, welch enorme Bedeutung diese Tradition in bestimmten Bevölkerungsgruppen hat. Wir sehen das Ganze nur als eine barbarische Operation, aber in bestimmten Gruppen betrachtet man es als notwendig, um die Tochter ehrbar zu machen – also als eine Voraussetzung dafür, dass man sie überhaupt verheiraten kann. Die Eltern wollen also letztlich etwas Gutes für ihr Kind. Deshalb können wir sicher sein, dass diese Traditionen nicht so einfach verschwinden.“

Respekt für die Menschenrechte
Vertrauen ins Gesetz sei gut – Genitalverstümmelung steht in Schweden seit Anfang der Achtzigerjahre unter Strafe –, Kontrolle aber besser, meint die Ministerin. Ihr knallhartes Engagement für die Rechte von Musliminnen geht sogar manch liberalem Parteikollegen zu weit. Doch Sabuni bleibt hart: Tausende Mädchen und Frauen würden in Schweden Tag für Tag im Namen der Religion unterdrückt, das sei einer Demokratie unwürdig, betonte sie in einem Interview für die Zeitung „Aftonbladet“. Grundlage einer multikulturellen Gesellschaft müsse die gemeinsame Respektierung fundamentaler Menschenrechte sein – unabhängig von Kultur, Religion oder Tradition.

Anne Rentzsch

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