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Verjüngungskur für alten Dreimaster

Publicerat fredag 10 november 2006 kl 13.17
"af Chapman"

Stockholm hat eine Sehenswürdigkeit weniger: das weisse Segelschiff „af Chapman“. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang prägte der Dreimaster das Bild der Stockholmer Innenstadt. Er ist auf Postkarten abgebildet und auf Werbeplakaten, er diente als Filmkulisse für diverse Kommissar-Beck-Filme oder romantische Filmküsse in den Inga-Lindström-Streifen. 1949 wurde „af Chapman“ für alle Touristen zugänglich - als eine der weltweit bekanntesten Jugendherbergen. Jetzt müssen sich die Stockholmbesucher allerdings eine andere Unterkunft suchen. Das Schiff hat den Hafen zwecks einer Rundum-Erneuerung verlassen.

Nach fast 80 Jahren werden zum ersten Mal die Ketten gelöst, mit denen der Segler „af Chapman“ im Stockholmer Hafen vertäut war. Zwei gegen das alte Schiff winzig wirkende Bugsierboote sind am Bug und am Achter befestigt. Sie sollen es nicht nur vorsichtig aus dem Hafen transportieren, sondern es den ganzen Weg bis zum Trockendock in den Stockholmer Schären schleppen.

Eine kleine Schar von Touristen, Journalisten und neugierigen Stockholmern hat sich am Ufer der Insel Skeppsholmen versammelt, um die bekannte schwimmende Jugendherberge zu verabschieden. „af Chapmans“ Rezeptionistin Kirsi Honkanen ist vom Ablegemanöver überwältigt: „Ich habe richtig Herzklopfen! Aber ich hoffe, dass die Heimkehr in einem Jahr glanzvoller wird, als ihre Abfahrt.“

Vorübergehende Leere

Der Bugsierer hat der „af Chapman“ einen Teil der Reling abgerissen. Das kleine Unglück wird schnell behoben und der imposante Dreimaster kann endlich aus dem Hafenbecken geschleppt werden. Stockholm ist um eine Sehenswürdigkeit ärmer, seufzt die Stockholmerin Lena Frankenberg tief bewegt: „Ich bin ziemlich wehmütig und traurig, dass sie jetzt weg ist, denn sie hat das Bild der Innenstadt so stark geprägt. Auf der anderen Seite ist es schön, dass sie jetzt renoviert werden soll. Sie hat schließlich einen kulturhistorischen Wert und muss bewahrt werden. Aber ihren Liegeplatz jetzt leer zu sehen, daran muss man sich erst noch gewöhnen.” 

Von weitem machte das weiß glänzende Schiff in der Stockholmer Innenstadt stets einen imposanten Eindruck. Gegen die hohen Masten wirkten die Gebäude auf den umliegenden Inseln klein und gedrungen. Doch wenn man sich der „af Chapman“ näherte, konnte man sehen, dass die Jahre der alten Dame stark zu schaffen gemacht hatten. Der eiserne Rumpf war an vielen Stellen verrostet, die Farbe blätterte ab und das Deck war undicht. Nicht weiter ungewöhnlich, denn das Schiff hatte seit seinem Baujahr 1888 im englischen Whitehaven einiges mitgemacht.

Ein Teil Stockholms und Schwedens 

Der Schreiner Janne Engberg, der seit 14 Jahren gegen das Verrosten und Verrotten des Schiffes kämpft, berichtet von Chapmans Geschichte: „Nach 34 Jahren Dienst als Frachtschiff wurde sie 1923 von der schwedischen Marine aufgekauft. Seitdem war sie als Schulschiff im Einsatz. Ende der dreißiger Jahre, als es in der Welt unruhig wurde, kam sie nach Stockholm und wurde hier auf Skeppsholmen vertäut. Nach dem Krieg wusste man dann nicht richtig, was man mit dem Schiff anfangen sollte. So kam man auf die Idee, es zur Jugendherberge umzubauen. Durch die lange Verbindung mit Stockholm und der schwedischen Marine hat die ‚af Chapman’ eine große Bedeutung. Sie gehört zu uns Stockholmern und auch zu Schweden.“

Nun will Stockholm seinen Schatz vor dem endgültigen Zerfall retten. Mindestens neun Millionen Euro wird die Stadt in die Komplettsanierung des weltweit drittältesten Eisenschiffes investieren müssen. Fast ein Jahr wird die Renovierung dauern. In dieser Zeit soll der Dreimaster auf einer Werft in den Stockholmer Schären in Tag- und Nachtschichten zuerst zerlegt und dann wieder neu zusammengebaut werden. Janne Engberg erklärt: „Der Charakter des Schiffes wird sich nicht ändern. Äußerlich wird die Veränderung nur dadurch zu merken sein, dass das Schiff wieder in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlen wird. Es wird einen neuen Anstrich haben, ein neues Deck und so weiter. Im Inneren dagegen wird sich vieles verändern, alles wird modernisiert. Die Kabinen werden anders aussehen, die sanitären Anlagen werden vergrößert und verbessert. Alles wird frischer und schöner werden - und für die Jugendherbergsgäste viel bequemer.“  

Im alten Glanz erstrahlen 

Im Sommer soll sie wieder zurück an ihren angestammten Platz nach Skeppsholmen kommen - mit viel Pomp und Tamtam. Gunnar Fagerlind ist einer der Schiffsjungen, die in den dreißiger Jahren auf dem Schulschiff „af Chapman“ gedrillt wurden. Er freut sich schon jetzt auf diesen Tag: „Ich freue mich, dass sie endlich renoviert wird, das hätte schon viel früher geschehen müssen. Aber ich erwarte schon jetzt hoffnungsvoll ihre Rückkehr - wenn sie mit voller Kraft in den Hafen einfährt - wie früher, elegant und schön sowohl außen als innen.“ 

Doch trotz der vielen Millionen, die das Projekt kosten wird, soll die „af Chapman“ wieder ihren alten Dienst als schwimmende Jugendherberge antreten. Bis dahin kann man sie weiterhin auf Postkarten und Souvenirs bewundern. Bis dann also: Schiff ahoi!

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