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Muttersprachenunterricht als Integrationsmittel

Publicerat fredag 10 november 2006 kl 13.39

Schweden ist ein Einwanderungsland. 1,1 der 9 Millionen Einwohner sind im Ausland geboren, zählt man die Menschen mit, die einen sogenannten Migrationshintergrund haben, d.h. deren Eltern im Ausland geboren sind, ist es knapp jeder fünfte. Damit sie gut in die Gesellschaft reinkommen, hat jeder Einwanderer das Recht auf Schwedischunterricht. Damit die neuen Schweden aber auch ihre Wurzeln nicht kappen, können sie in Grundschule und Gymnasium Muttersprachenunterricht bekommen.

Beim Persisch-Unterricht in der Näsby-Park-Grundschule in einem Vorort im Norden Stockholms mühen sich Nilofar und Dennis mit der richtigen Aussprache von persischen Wörtern. Das ist nicht ganz leicht, weiß Lehrer Mahmoud, weil die Zungen seiner Schüler vor allem schwedische Laute gewöhnt sind. Zweimal die Woche jeweils 45 Minuten Unterricht in der Herkunftssprache stehen den beiden zu. Und dem 8-jährigen Nilofar macht der Ausflug in die persische Sprache und Kultur sichtlich Spaß: „Wir lernen die Buchstaben, wie man die Wörter ausspricht und aus persischen Büchern liest.“

Leidenschaft für persische Literatur 

Dennis ist schon etwas älter und hat seine Leidenschaft für die persische Literatur entdeckt: “Zu Hause sprechen wir Persisch. Aber mit meinen Kumpels unterhalte ich mich auf Schwedisch, denn wir sind ja alle in Schweden aufgewachsen. Und auch mit den Cousinen, obwohl die Persisch können.“

Schweden hat sich in kürzester Zeit von einem relativ homogenen Land in eine multiethnische Gesellschaft verwandelt, in der viele Sprachen gesprochen werden. Heute haben 15 Prozent aller Kinder in der Grundschule einen Migrationshintergrund, sind nicht in Schweden geboren oder haben Eltern, die im Ausland geboren sind. Schweden hat sich früh als Einwanderungsland bezeichnet und eine entsprechende Politik betrieben. Statt reiner Anpassung an die schwedische Gesellschaft geht es heute darum, beide Kulturen, in denen die neuen Schweden zu Hause sind, zu stärken.

Recht auf kostenlose Kurse 

So haben alle Zuwanderer und auch die Flüchtlinge ein Recht auf kostenlose Schwedisch-Kurse, die die Gemeinden anbieten müssen. Hier hagelte es in der Vergangenheit harsche Kritik. Eine der ersten Maßnahmen von Integrationsministerin Nyamko Sabuni war daher, dieses Angebot überprüfen zu lassen und die Entwicklung neuer Konzepte in Auftrag zu geben.

Anders sieht es bei dem Bemühen aus, die Verbindung zur Geschichte, Kultur und Sprache der alten Heimat zu pflegen, wie es der Muttersprachenunterricht ermöglicht. Sieben Jahre Unterricht in der Herkunftssprache stehen Kindern aus Migrantenfamilien zu. 100 Sprachen sind es insgesamt, die gefördert werden - darunter auch nationale Minderheitensprachen wie Finnisch, Samisch und Romani.

Mahmoud kam vor 20 Jahren als Flüchtling nach Schweden. Auch im Iran hat er unterrichtet, bis ihn die islamischen Religionswächter außer Landes zwangen. In Schweden müht sich der sanfte aber streng dreinblickende Mann um die 60 inzwischen mit der dritten Einwanderer-Generation: „Ich habe alles, von den Sechsjährigen bis zum Gymnasium. Das sind große Gruppen, 10 bis 15 Schüler, wenn sie aufs Gymnasium gehen. Das geht dann besser. Die Jugendlichen sprechen mehr, man kann Gruppenarbeit machen und verschiedene Themen zusammen diskutieren.“

Das Alfabet von Anfang an 

Im Moment sind es aber nur Dennis und Nilofar, um die sich Mahmoud kümmern muss. Weil sie in Schweden aufgewachsen sind und nur zu Hause Persisch sprechen, fängt Mahmoud ganz von vorne an: „Die Kleinen hier pauken erst einmal die Buchstaben. Und dann bringe ich ihnen ein paar nützliche Wörter für den Alltag bei: Wochentage, Körperteile, Begriffe für den Sommer und den Winter. Oft fällt es ihnen leichter, wenn sie das Wort aus dem Schwedischen übersetzen, weil sie das Schwedische viel besser beherrschen. Doch sie sollen beide Sprachen können.“

Kindliches Selbstvertrauen stärken

Unterricht in der Herkunftssprache stärkt das Selbstvertrauen der Kinder, versichert Mahmoud. Zweisprachigkeit fördere die Integration, sagt Mahmoud. Aber auch das Bewusstsein für die eigene Herkunft. Da geht es nicht nur darum, die Sprachfähigkeiten zu entwickeln, es geht auch darum, seinen eigenen Weg zu gehen: „Die Kinder sollen sich an die Gesellschaft anpassen. Ich erzähle den Jungs hier, dass wir auch im Iran die Frauen ehren und mit Respekt behandeln. Das ist ein Teil der guten Kultur, die wir behalten müssen. Alle Kulturen haben ihre guten und ihre schlechten Seiten. Also, macht das Beste daraus und vergessen wir die schlechten. Hört nicht immer nur auf das, was Eure Väter sagen. Ihr habt doch Euren eigenen Kopf zum Denken!“

Agnes Bührig

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