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Heute greift der Schwede lieber zu Wein

Publicerat fredag 10 november 2006 kl 13.48
Reichhaltiges Sortiment in den staatlichen Läden

Schweden haben ein besonderes Verhältnis zum Alkohol. Weil im hohen Norden keine Trauben wachsen und man sich im sogenannten Branntweingürtel befindet, wird gerne mal mit Hochprozentigem über den Durst getrunken - so die Begründung der Fachleute. Wie sich das Verhältnis der Schweden zu Wein und Schnaps in den letzten Jahrhunderten entwickelt hat, das kann man im Museum für Wein- und Schnapsgeschichte in Stockholm erfahren. Dort kann man sich in die Zeit Anfang des vergangenen Jahrhunderts zurückversetzen oder ganz gegenwärtig eine professionelle Weinprobe besuchen.

Weinprobe im Museum in der Dalagatan 100. Patrick Nordebring hat vier Weinflaschen entkorkt und bereitet ein Dutzend neugierige Schweden auf die Probe vor. Zuerst geht es ums Aussehen, dann um den Geruch und am Ende um den Geschmack des Weines. Immer schön ein Glas nach dem anderen prüfen, damit man nicht betrunken wird, mahnt Nordebring.

Doch nicht nur der Geschmack des Weines steht an diesem Abend im Vordergrund: ”Es geht oft um die Frage, welcher Wein zu einem bestimmten Essen passt. Zum Beispiel, wenn man eine Einladung vorbereitet. Oder die Teilnehmer wollen wissen, wie lange sich Wein lagern lässt und ob die Garderobe oder ein Regal neben dem Herd ein guter Ort sind.”

Staatliches Verkaufsmonopol

Wer die Weinprobe beendet hat, kann sich in den Räumlichkeiten des Museums darüber informieren, wie Wein und Schnaps früher verarbeitet wurden und welche politischen Debatten um die richtige Alkoholpolitik geführt wurden. 1967 wurde das Museum eröffnet.

Damals waren Herstellung und Verkauf von Alkohol Monopole des Staates, erzählt Museumschefin Mirja Lausson: ”Beide Monopole wurden Anfang des letzten Jahrhunderts eingeführt, um den Verkauf zu bündeln und besser kontrollieren zu können. Heute ist nur noch der Verkauf staatlich, in den Alkoholläden von Systembolaget. Das hat den Vorteil, dass die Käufer auf gut ausgebildetes Personal treffen, das hohe Qualitätsansprüche hat. Das ist anders als in anderen Ländern, wo Alkohol auch nachts oder an Tankstellen verkauft wird und es darum geht, sich zu betrinken.”

Kontrolle im Sinne der Volksgesundheit

Anfang des 19. Jahrhunderts trank jeder Schwede, vom Säugling bis zur Großmutter pro Jahr rund 45 Liter reinen Schnaps, neunmal so viel wie heute. Bier und Schnaps gehörten zur Bezahlung der Industriearbeiter. In den 50ern griff der Staat ein. Jeder Bürger bekam ein bestimmtes Quantum Alkohol zugeteilt; der Verkauf wurde akribisch in einem kleinen Büchlein - dem Motbok - notiert.

Björn Rydberg von Systembolaget zu den Ursachen für diesen Schritt: ”Schweden liegt im sogenannten Branntweingürtel. Das heisst, wir haben seit tausend Jahren eine Alkoholtradition, die darauf hinausläuft, sich möglichst rasch zu besaufen.”

Schweden darf Monopolregelung beibehalten

Dem will Systembolaget entgegenwirken. Als Schweden 1995 Mitglied der Europäischen Gemeinschaft wurde, durfte es sein Alkoholmonopol behalten. Seitdem ist der Verbrauch reinen Alkohols pro Jahr um mehr als 20 Prozent gestiegen. Doch den Markt zu liberalisieren und die hohen Alkoholsteuern zu senken, das ist für viele Politiker immer noch unvorstellbar. Denn traditionell ist in Schweden nicht nur die strenge Alkoholpolitik sondern auch die Vorstellung, der Staat müsse für den Bürger vorsorgen. Davon würden schwedische Gesundheitspolitiker auch gerne ihre Kollegen in Brüssel überzeugen. Ob es klappt? Wir dürfen gespannt sein.

Agnes Bührig

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