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Schweden stimmt gegen TV-Reklamerichtlinie

Publicerat tisdag 14 november 2006 kl 12.31

Die Vorschläge des EU-Ministerats zu einer europaweiten TV-Richtlinie stösst in Schweden auf Widerstand. Denn der Entwurf sieht vor, künftig mehr Werbeunterbrechungen und die gezielte Platzierung von Produkten im Fernsehprogramm zu zulassen. Eine Entwicklung, die den Medienpolitikern hierzulande gar nicht gefällt.

Streng reglementierte Werbezeiten, keine Produktplatzierung und ein Kinderprogramm ohne Reklame: Mit der neuen EU-Fernsehdirektive könnte damit nun Schluss sein in Schweden. Denn der Ministerrat sieht vor, die TV-Reklameregelungen europaweit zu liberalisieren. Künftig sollen die Fernsehunternehmen selbst bestimmen dürfen, wann und wie oft sie das reguläre Programm für Reklamesendungen unterbrechen wollen. Eine Entwicklung, die man in Schweden mit Bestürzung begegnet.

Keine Kontrolle mehr

Mit der neuen EU-Richtlinie verlieren die staatlichen TV-Kontrollinstanzen an Einfluss. Denn Sender, die aus dem Ausland senden, können künftig die strengen schwedischen Werberauflagen einfach umgehen. Vor allem die  privaten Fernsehsender TV3 und TV5 könnten davon nun profitieren. Beide produzieren schwedisches Programm, das TV-Signal kommt allerdings aus Grossbritannien.

Kulturministerin Lena Adelsohn Liljeroth ist enttäuscht. Sie hatte sich vom Ministerrat in Brüssel ein schärferes Gesetz gewünscht. Energisch stimmte sie gegen die EU-Vorlage: „Die anderen Länder vertreten eben einen anderen Standpunkt in dieser Sache. Wir möchten uns die Möglichkeit bewahren, die Sendewillkür nach unseren Vorstellungen zu gestalten und nicht nach denen des Landes, von dem aus gesendet wird.“

Kinderprogramm mit Werbepause

Mit der Verabschiedung des Papiers werden künftig sowohl Werbespots für alkoholische Getränke als auch Reklamepausen im schwedischen Kinderprogramm zulässig sein. Während dies in anderen EU-Ländern bereits zur Routine gehört, sind in Schweden solche TV-Werbeoffensiven bislang untersagt.

„ Das ist ein eindeutiger Schritt in die falsche Richtung. Wir verlieren damit das Recht, selbst über die Sendeinhalte zu bestimmen, ob sie Werbung enthalten sollen oder nicht“, sagt Marita Ulvskog, ehemalige Kulturministerin. „Und letztlich verlieren wir die Kontrolle darüber, was unsere Kinder sehen sollen und was nicht.“

Der Vorschlag des Ministerrats ist jedoch beinahe beschlossene Sache. Nur ein Veto im EU-Parlament - dort wird die Richtlinie im Dezember diskutiert - kann die Werbeoffensive im schwedischen Fernsehnen noch aufhalten.

Birgit Ulrich

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