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Umstrukturierung auf dem Mietmarkt

Publicerat tisdag 21 november 2006 kl 17.13

Grosse Veränderungen stehen auf dem schwedischen Wohnungsmarkt bevor. Die bürgerliche Vierparteienregierung kündigt Veränderungen bei Zins- und Investitionszuschüssen an, und die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften reagieren mit einem Baustopp. Gleichzeitig bekommen viele Mieter die Möglichkeit, ihre Wohnung zu kaufen.

In den kommenden zwei Jahren werden die gemeinnützigen Gesellschaften auf den geplanten Bau von rund 6 000 Wohnungen verzichten. Das teilt der Dachverband SABO nach einer Umfrage bei seinen Mitgliedern mit. Kurt Eliasson ist Geschäftsführer bei SABO: „In mehreren Orten lohnt es sich nicht, neue Wohnungen zu bauen. Und da verzichtet man darauf. Ohne Zuschüsse werden die Mieten so hoch, dass niemand die Wohnungen nimmt.“

Vor allem in kleineren Orten werde die Bautätigkeit abnehmen, sagt Kurt Eliasson.

Mietmarkt schrumpft
Aber auch in grösseren Städten kann die Lage sich verschärfen. Zimmer und Wohnungen in Studentenwohnheimen sind ebenfalls von Auslaufen der Zins- und Investitionssubventionen betroffen. Ihr Bau ist vorläufig auf Eis gelegt.

Die schwedische Mietervereinigung, Hyresgästföreningen, hat bereits vor den Konsequenzen der neuen Wohnungspolitik gewarnt. In vielen Städten ist die Nachfrage nach Mietwohnungen schon jetzt weitaus grösser als das Angebot. Zudem will die Regierung den Kauf von Wohnungen durch die Mieter erleichtern.

Nach Berechnungen der Mietervereinigung können in den nächsten Jahren 85 000 kommunale Wohnungen an ihre Mieter verkauft werden. Für 10 000 Wohnungen in Stockholm ist ein solcher Besitzerwechsel bereits angekündigt. Barbro Engman ist Vorsitzende von Hyresgästföreningen, sie bedauert die Entwicklung: „Diese Wohnungen gehören ja den Gemeinden, der Stadt. Dieser Besitz ist in Jahrzehnten aufgebaut. Da ist es schon fast unanständig, dass diejenigen, die die Wohnungen zufällig gerade jetzt mieten, sie kaufen dürfen. Sie dürfen sich an Eigentum bereichern, das alle Bürger mit ihren Steuern gemeinsam aufgebaut haben.“ 

Grosser Gewinn
Das Bereichern allerdings kommt erst im zweiten Schritt. Zunächst, so pflegt die Privatisierung der Wohnungen vor sich zu gehen, müssen die meisten Mieter in einem Mehrfamilienhaus bereit sein, ihre Wohnungen zu kaufen und eine Eigentümergemeinschaft zu gründen. Die allermeisten müssen dazu erhebliche Kredite aufnehmen. Wenn allerdings diese Wohnungen einige Zeit später weiterverkauft werden, machen die Besitzer im Allgemeinen ein ausgezeichnetes Geschäft – nicht selten von zigtausend Euro. Darin liegt also die Ungerechtigkeit. Die Nachfrage nach Wohnungen ist gross und die Preise somit hoch. Und mit einem Baustop wird diese Nachfrage noch wachsen.

All jene, die ihre Wohnungen nicht von den gemeinnützigen Gesellschaften kaufen, haben das Recht als Mieter der neu gebildeten Eigentümergemeinschaften wohnen zu bleiben. Die Wahlfreiheit sei also gesichert, heisst es seitens der bürgerlichen Regierung.

Neues Nachbarschaftsverhältnis
Ein Vergnügen ist diese neue Wohnsituation allerdings nicht unbedingt. Anita Julin mietet ihre Wohnung seit sechs Jahren von einer Eigentümergemeinschaft und fühlt sich im Wege: „Es gibt Situationen, in denen meine Nachbarn mich zurechtweisen, nach dem Motto, ‚die ist ja unsere Mieterin’. Das Verhältnis zu meinen Nachbarn ist anders, seit sie Besitzer ihrer Wohnungen sind. Sie meinen, dass die Miete höher sein müsste, und sie würden meine Wohnung gerne verkaufen. Für die Gemeinschaft ist das ja Kapital, an das sie nicht herankommt.“

Sybille Neveling

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