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Zahnärzte und Ikea geniessen hohes Vertrauen

Publicerat onsdag 22 november 2006 kl 11.52

Der Schwede liebt seine Statistiken. Kaum ein anderes Land misst die Zustände im öffentlichen Leben mit solcher Inbrunst und formt sie in Daten und Zahlen. Das hat eine lange Tradition. Seit den Zeiten von Gustav Adolph wird systematisch gemessen, werden Zahlen erhoben. Häufig ist die neueste statistische Erkenntnis dann auch Hauptnachricht in den Medien. Heute sind der so genannte Qualitätsindex und das Vertrauensbarometer für öffentliche Einrichtungen und Unternehmen ein wichtiges Instrument, um der schwedischen Gesellschaft auf den Zahn zu fühlen. Beide Umfragergebnisse wurden jetzt für das Jahr 2006 vorgestellt. Radio Schweden erklärt was die privaten Zahnärzte und ein bekanntes Möbelhaus gemeinsam haben.

Die Institution „Svenskt Kvalitetsindex“ misst jährlich welche öffentlichen Einrichtungen und Dienste die Erwartungen der schwedischen Bürger erfüllt haben und welche eher weniger. Die Zahnärzte, vor allem die Privaten, stehen dabei ganz oben, wie Jan Eklöf von „Svenskt Kvalitetsindex“ berichtet: „Es scheint so, dass man seinen Zahnarzt sein Leben lang behält oder eben bis der Zahnarzt stirbt“, sagt Eklöf. Ähnlich zufrieden sind die Schweden auch mit der privaten Krankenpflege sowie mit den Kindergärten und Gymnasien des Landes.

Weiter unten auf der Liste landet dagegen die Steuerbehörde, auch wenn sie sich in den letzten Jahren etwas nach vorne schieben konnte, wie Eklöf bestätigt: „Wenn man Formulare oder Hilfe vom Finanzamt braucht, klappt das meistens“, berichtet er. Ganz am Ende steht, wie fast in jedem Jahr, die Polizei. Die Pizza kommt meisten schneller als die Polizei, meinen viele frustrierte Schweden. Dieser Eindruck wird von der neuesten Statistik bestätigt, so Eklöf.

Pizzadienst schneller als Polizei

„Man sieht einfach, dass die Verbrechensbekämpfung nicht funktioniert. Viele wenden sich an die Polizei nur, um das entsprechende Formular für die Versicherung zu bekommen, mehr erwarten sie gar nicht.“Die Tabelle von „Svenskt Kvalitetsindex“ bleibt ohne Konsequenz. Sie gibt lediglich gefühlte Tatsachen wieder.

Ähnlich ist es auch mit dem Vertrauensbarometer, das jährlich darüber Auskunft gibt, welche Institutionen, in schwedischen Augen, das meiste Vertrauen geniessen. Und auch hier hat sich in den letzten Jahren wenig verändert. Spitzenreiter ist hier Ikea. Dem guten Ruf des Möbelhauses können Korruptionsskandale wie etwa in Deutschland und Konflikte mit der Gewerkschaft in Polen nichts anhaben. 80 Prozent der Befragten haben grosses oder gar sehr grosses Vertrauen in den blau-gelben Möbelriesen. Dicht gefolgt von unserem eigenen Haus dem Schwedischen Rundfunk. Danach folgen die Universitäten und Hochschulen des Landes das öffentlich rechtliche Fernsehen SVT, Volvo und kleinere Unternehmen.

Mehr Vertrauen für Coca Cola als
für Eu-Kommission

Ganz unten auf der Vertrauensskala liegt dagegen die Politik – auch kein neuer Trend. So bringt es die EU-Kommission mit 21 Prozent auf ein Prozent weniger als Coca Cola. Aber immerhin genauso wenig wie die liberale Volkspartei, die wegen des Hackerskandals unmittelbar vor den Wahlen, Federn lassen musste. Die Parteien im Allgemeinen schneiden sogar noch schlechter ab mit 16 Prozent. Das Schlusslicht bilden die rechtspopulistischen und fremdenfeindlichen Schwedendemokraten mit gerade mal 4 Prozent. Umso befremdender wirkt ihr Wahlerfolg in den südschwedischen Gemeinden und Städten, wo sie bis zu einem Viertel der Stimmen bekamen.

Doch Zahlen sind eben meist nur Schall und Rauch, auf wenn Jan Eklöf von „Svenskt Kvalitetsindex“ an seine Mission glaubt: „Unsere Studie gibt ja wieder, wo die Institutionen besser werden können. Das wollen wir wiedergeben und damit sind wir ziemlich einzigartig“, meint Eklöf und gibt damit auch eine für die Schweden so typische Eigenart wieder. Der Glaube, dass nur im eigenen Land alles so genau erfasst wird, wie hierzulande. Doch hier irrt der Fachmann. Ähnliche Untersuchungen gibt es beispielsweise in Dänemark, Finnland, Norwegen, Tschechien und Portugal.

Dieter Weiand

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