Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på https://kundo.se/org/sverigesradio/

Mehr Kernkraft für billigeren Strom?

Publicerat fredag 24 november 2006 kl 15.02

Je kürzer und kälter die Tage, desto fröhlicher die Stimmung beim staatlichen schwedischen Stromerzeuger Vattenfall und den anderen Energielieferanten. Bei denen klingelt es in den Kassen wie nie zuvor. Das stört die, die mehr und mehr zahlen müssen. 

In Schweden hat die dunkelste Zeit des Jahres begonnen. Bei vielen Bürgern macht sich Schwermut breit, besonders, wenn sie an ihre Stromrechnung denken. Die steigenden Elektrizitätskosten machen nicht nur dem sprichwörtlichen kleinen Mann Sorgen, sondern auch der Industrie des Landes. Die immer teurer werdende Energieversorgung führt zu höheren Produktionskosten und damit geringeren Gewinnen. Die Unternehmen der schwedischen Schwerindustrie wollen das nicht länger hinnehmen. Sie fordern deshalb den Bau von zwei neuen Kernkraftwerken. Peter Pernlöf, Chef des von der Schwerindustrie betriebenen Energieunternehmens Bas-El, versprach für ein solches Projekt Investitionen von umgerechnet zehn Milliarden Euro. Nach seinen Worten wäre der Bau neuer Atomkraftwerke auch umweltpolitisch von Vorteil. Pernlöf:

„Zurzeit ist es ja gesetzlich verboten, aber ich hoffe, dass die Politiker ihre Verantwortung wahrnehmen und dieses Gesetz ändern. Wenn wir die Umweltschutz-Ziele in der Europäischen Union und in Schweden erreichen wollen, dann muss die Energieproduktion ohne die herkömmlichen Brennstoffe auskommen. Deshalb hoffe und glaube ich, dass man soviel Rückgrat zeigen wird, dieses Gesetz zu ändern.“

Nun sind die meisten Politiker nicht dafür bekannt, dass sie rasche und kühne Beschlüsse fassen. Karin Pilsäter, Wirtschaftsexpertin des Koalitionspartners Volkspartei, dämpfte denn auch den Tatendrang der Gross-Unternehmer:

„Es gibt ja die Absprache innerhalb der Allianz-Regierung, in dieser Legislaturperiode weder neue Kernkraftwerke zu bauen, noch bestehende zu schliessen. Jetzt wollen wir versuchen, langfristig stabile Spielregeln auszuarbeiten. Bei Investitionen dieser Grössenordnung sind solche langfristigen Regeln absolut wichtig, denn man investiert ja nicht auf Gedeih und Verderb.“

Widerspruch gab es auch gegen den Standpunkt der Industrie, mehr Kernkraft sei gut für die Umwelt. Für Mikael Karlsson, den Vorsitzenden des schwedischen Naturschutzbundes, ist der Vorstoss der Industrie kein Thema:

„Ich meine, das ist ein völlig verfehlter Ansatz., denn Kernkraft bringt Umwelt- und Gesundheitsprobleme. Kernkraft ist teuer, es gibt lange Bauzeiten, und das ganze Konzept entspricht nicht den gesellschaftlichen Zielsetzungen für eine annehmbare Entwicklung.“

Die meisten Schweden sehen das allerdings anders. Eine Umfrage ergab kürzlich eine klare Mehrheit für das Festhalten an der Kernenergie. 1980 hatte das schwedische Volk unter dem Eindruck des Reaktorunglücks im amerikanischen Three-Mile-Island in einem Referendum den Ausstieg aus der Atomenergie gefordert. Bei der neuesten Befragung waren sich 44 Prozent mit der Industrie darin einig, dass bei Bedarf auch neue Kraftwerke gebaut werden sollten. Sie meinen, sonst könne es in Schweden eines Tages nicht nur dunkel werden, sondern zappenduster.

Klaus Heilbronner

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".