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Mode made in Sweden

Publicerat fredag 24 november 2006 kl 16.10
Was wäre ein modisches Outfit ohne schicken Schmuck?

Schwedisches Design ist bekannt für seine geraden nüchternen Linien. Auch bei der Mode ist das nicht anders. Das zeigt die schwedische Modekette Filippa K, die inzwischen den deutschen Markt erobert hat, nach Diskountern wie H&M und Lindex eher etwas für den gehobenen Geschmack und Geldbeutel. Und sie ist nicht allein. Jeans der Marke Acne oder Stiefeletten von Whyred aus schwedischer Produktion sind genauso gefragt. Neben Musik ist Mode im Moment eine der wichtigsten Wachstumsbranchen im Export. Radio Schweden hat sich im Szeneviertel Södermalm umgeguckt, wo kleine Boutiquen witzige Klamotten feilbieten.

Der Laden heisst c/o Stockholm und hier gibt es alles, was die trendbewusste Schwedin von heute braucht: Herbst-Stiefelletten mit reellem Sechszentimeter Absatz, schwarze Shorts im Reithosenschnitt, dazu Leggins und oben ein Seidentopp mit Spitze. Auch die lederne Riesentasche darf nicht fehlen.

Ohne Schnörkel
Da passt alles rein, von der Schminke bis zu einem Paar Wechselschuhe - wenn es nach der Arbeit gleich in die Bar geht, sagt Verkäuferin Sara Zaric und streicht sich den schräg gefönten Pony aus dem schmalen Gesicht. Schwedinnen mögen es gern geradlinig und praktisch: „Wir haben einen sehr strikten und reinen Stil. Das kann man dann ein bisschen aufpeppen. Mit einer abgewetzten Lederjacke zum Beispiel oder abgegriffenen Jeans. Ausserdem mögen wir Naturmaterialien. Wolle, Baumwolle, auch Leinen im Sommer. Schweden sind gut gekleidet. Nur bei der Festgarderobe hapert es noch ein bisschen. Aber da haben sich die grossen Modeschöpfer jetzt auch weiterentwickelt.“

Sofia Langefors ist auf der Suche nach der richtigen Jeans für den Abend. Die kombiniert sie mit einem Topp, verziert mit Rüschen oder Perlen, darüber eine Bolero-Strickjacke - schon ist das Ausgeh-Outfit perfekt. Und überhaupt, Jeans könne man nicht genug haben, sagt die 34-Jährige, die es auf ein möglichst dunkles Exemplar der Trendmarke Acne abgesehen hat. Verkäuferin Lena Schweizer erklärt ihr, wo der Trend im Moment hingeht: „Die Taille wandert nach oben. Jeans mit Bündchen, die auf den Hüftknochen sitzen, sind Auslaufmodelle. Das sieht man gut an diesem neuen Modell von Acne. Da sitzt der Hosenbund auf der Höhe der Taille. Das ist von den 50er Jahren inspiriert, wie Marilyn Monroe es trug. Da kann man einen Gürtel zu anziehen, um die Taille besonders zu betonen. Die andere Jeans hier hat eine etwas tiefere Taille, schmale, gerade geschnittene Beine. Das passt gut für den Alltag in der Stadt, aber auch für Einladungen.“

Kundin Sofia Langefors hat sich beide Modelle geschnappt und ist in der Umkleidekabine verschwunden. 200 Euro gibt die zweifache Mutter jeden Monat für Kleidung aus. Wenn sie keine Familie hätte, würde sie noch öfter einkaufen gehen, denn schick sein sei wichtig in Schweden. Trends schlagen hier schnell durch und weil die Schwedin sich besonders wohlfühlt, wenn sie so gekleidet ist wie alle anderen, machen auch alle mit, meint Langefors: „Die Mode ist gleichgeschaltet. Aber das verändert sich. Ich denke, dass Stockholm immer internationaler wird. Das hängt damit zusammen, dass viele Menschen einwandern. Das bringt neue Einflüsse, die wir annehmen. Viele reisen, bevor sie ernsthaft anfangen zu arbeiten, andere studieren im Ausland.”

Gern etwas Klassisches
Auch Lotta Jakobsson hat davon profitiert. Vor einem halben Jahr ist die 25-jährige Schwedin aus London wiedergekommen und hat mit ihrem Freund aus Angola einen winzigen Laden mit Nähwerkstatt aufgemacht. Unten hängen auf vier Kleiderstangen Jacken in Tweed mit schrägen Taschen und Herrenhemden, deren rückwärtige Ärmelnähte nach vorne verlegt sind. Daneben stehen Gummistiefel aus Japan mit zweigeteilten Zehen. Eine halbe schmale Treppe höher beugt sich die 25-Jährige gerade über ein Etuikleid. Klassische Schnitte mit schrägen Details sind das Markenzeichen von Solouniko. Schließlich muss man die Schweden da abholen, wo sie stehen: „Wir Schweden sind ziemlich konservativ, was die Farben angeht. Wir tragen gerne schwarz, grau und weiss. Es geht um die reine gerade Form, einen funktionalen Modestil. Das hat vielleicht damit zu tun, dass wir etwas feige sind. Wir wollen uns nicht von der Masse abheben. Aber das ist natürlich nicht bei allen so, was uns freut.“

Und schon rattert Lotta Jakobsson wieder mit dem Nähfuss über den dicken schwarzen Wollstoff, den sie gerade zur Herbstjacke verarbeitet - mit Plisséfalten vorne und einer Länge kurz über dem Knie. Was gute Mode für sie ist? „Das ist Mode, die Hintergedanken hat, eine Seele. Die sich abhebt vom Gängigen und mehr als eine Saison hält. Und für mich ist es wichtig, dass sie gut verarbeitet ist.“

Im nächsten Jahr will sie ihre Mode auch in London verkaufen. Wenn’s gut läuft, könnte sie irgendwann auch in andern Läden im Laden hängen, vielleicht auch in Deutschland.

Agnes Bührig

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