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Alltag in Camilla Läckbergs Krimis

Publicerat fredag 24 november 2006 kl 16.54
Camilla Läckberg: Von Wirtschaftswissenschaften zum Krimischreiben (Foto: Bertil Ericson / Scanpix Schweden)

Allein in Schweden wurden ihre Bücher über 500 000 mal verkauft, ihre Kriminalromane aus dem trügerisch friedlichen Fischernest Fjällbacka an der schwedischen Westküste landen regelmäßig ganz oben auf den Bestsellerlisten.

Camilla Läckberg wird hierzulande längst im selben Atemzug mit Liza Marklund, Henning Mankell und anderen erfolgreichen Federn genannt. Mit ihrem Debüt „Die Eisprinzessin” hat sich die junge Schwedin auch in Deutschland einen Namen gemacht.

Daß Camilla Läckberg einmal Krimischriftstellerin werden würde, dafür gab es schon in ihrer Jugend gewisse Anzeichen. Mord und Totschlag haben die Schwedin schon immer begeistert.  Ihre Schulaufsätze waren so blutrünstig, dass die besorgten Lehrer zuhause bei den Eltern anriefen, ob auch wirklich alles in Ordnung sei, erzählt die Schwedin mit dem breiten Gesicht und den braunen Haaren und bei einer Tasse Kaffee: „Mit vier oder fünf habe ich mir meine erste Geschichte ausgedacht. Da ging es um das  Wichtelmännchen, das sein Wichtelweibchen totschlägt. Ein Abgrund des Grauens! Später las ich alles über Serienmörder, Rechtsmedizin und wirkliche Mordfälle. Wer das analysiert, der kommt wohl zu dem Schluss, dass mein Leben irgendwie vorherbestimmt ist.“

Schauplatz Westküste
Camilla Läckberg, vor 32 Jahren in Fjällbacka an der schwedischen Westküste geboren, studierte ganz harmlos Wirtschaftswissenschaften, bevor sie sich ans Morden machte. Ein Volkshochschulkurs im kreativen Schreiben ermunterte die  Diplomvolkswirtin, sich ganz und gar ihren morbiden Neigungen hinzugeben. Ihr Debüt, „Die Eisprinzessin schläft” rauschte sogleich bis an die Spitze der schwedischen Verkaufslisten:

Die schöne Alexandra liegt tot in der eiskalten Badewanne. Und weil sie ihre Jugendfreundin war, wird die Journalistin Erica Falck in den Fall hineingezogen.

Ermittler-Pärchen
Es geht um Eifersucht, Lebenslügen und verdrängte Gefühle im Küstenstädtchen Fjällbacka, das fortan der Schauplatz für alle Romane aus der Serie ist. Patrik Hedström, der Kommissar, wird seiner Erica im Laufe der Fahndung näher kommen.

Wieder ein Ermittler-Pärchen aus der tiefsten Provinz - Camilla Läckberg war sich am Anfang gar nicht sicher, ob sie beim krimiverwöhnten Publikum landen könnte. „Es war erschreckend, das Manuskript an den Verlag zu schicken. Ich dachte, dieses Buch ist mein erster und letzter Versuch. Ich hätte damals einfach nicht die nötige Kraft und das Selbstvertrauen für einen zweiten Anlauf gehabt.“

Das Schreiben ist ihr längst zur Routine geworden. Mittlerweile gibt Camilla Läckberg selbst Unterricht und lehrt den Nachwuchs, wie man einen guten Krimi komponiert. Fünf  bis zehn Seiten schafft sie pro Tag - und zieht ganz nebenbei noch zwei Kinder groß.

Konsequente Kaffeetrinkerin
Ihre grausigen Geschichten schreibt sie daheim in ihrem gemütlichen Holzhaus bei Stockholm. „Ich bringe die Kinder zur Schule, mache mir einen Kaffe, schau noch ein paar Minuten in die Flimmerkiste, doch dann ruft erbarmungslos der Computer. Ich setze mich hin, schreibe ein paar Seiten, dann gibt es wieder Kaffe, ich laufe in der Wohnung herum,  sortiere ein paar Strümpfe - und zwinge mich an den Schreibtisch zurück. Die Geschichten schreibe ich eisern durch, vom Anfang bis zum Ende. Einzelne Passagen schaue ich mir noch einmal an, aber es kommt äußerst selten vor, dass ich den Text großartig verändere.“

In ihrem zweiten Fall begegnen Erica und Patrik dem freikirchlichen Prediger Ephraim Hult und seinen finsteren Söhne Johannes und Gabriel. Inmitten der Sommerfrischler wird eine deutsche Touristin tot aufgefunden, dann kommen in Fjällbacka die Gebeine weiterer Opfer ans Tageslicht. Und irgendwie hat der rätselhafte Gottesmann seine Finger im Spiel. Doch Läckberg interessiert sich nicht nur für die Psychologie des Verbrechens. Liebevoll beschreibt sie auch die ganz alltäglichen Freuden und Nöte ihrer Figuren.

Schwedischer Alltag
„In meinen Geschichten tauche ich ganz tief ins Alltagsleben ein. Erica und Patrick sind keine abgehobenen Superhelden. Erica plagt sich mit  ihrer Schwangerschaft und Patrick versucht, seinen Job und das Leben mit kleinen Kindern in Einklang zu bringen - so wie alle andern auch. Das kennen meine Leser aus dem eigenen Leben und deshalb können sie sich in meine Figuren so gut einfühlen.“

Skandinavische Krimis im Allgemeinen und die von Camilla Läckberg im Besonderen sind in Deutschland sehr erfolgreich. In ihrer schwedischen Heimat hat sie inzwischen den vierten Kriminalroman herausgebracht. „Eisprinzessin” und „Prediger” wurden vom schwedischen Fernsehen verfilmt. Das Morden wird weitergehen, versichert Camilla Läckberg, mit einem schüchternen Lächeln im Gesicht. Wir dürfen gespannt sein.

Agnes Bührig

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