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Verbesserungen in der Psychiatrie vorgeschlagen

Publicerat måndag 27 november 2006 kl 14.08

Drei Jahre lange hat der Beauftragte der Regierung Material zusammengetragen. Anders Milton sollte herausfinden, in welchem Zustand sich die Psychiatrie befindet und Verbesserungsvorschläge machen. Der Anlass war traurig: mehrer Gewaltverbrechen von offensichtlich geistig Verwirrten, die unter psychiatrischer Behandlung waren. Darunter auch der Mörder der damaligen Außenministerin Anna Lindh. Jetzt soll alles besser werden. Das Ganze ist natürlich nicht ganz billig.

Die psychiatrische Betreuung funktioniert nicht in Schweden, weil viele Patienten einfach zwischen die Stühle fallen. Oft ist nicht geklärt, ob jetzt die Gemeinde oder die Provinzialregierung zuständig ist. Die Folge ist, dass viele Patienten nicht angemessen betreut werden, ja sogar häufig auf sich allein gestellt sind.

Der Beauftragte Anders Milton fordert deshalb einschneidende Veränderungen in der Sozial- und Pflegegesetzgebung. Darüber hinaus soll den zuständigen Organen in Kommunen und Kreisen jährlich umgerechnet knapp 90 Millionen Euro für die psychiatrische Behandlung bereitgestellt werden. Und das sieben Jahre lang von 2009 bis 2015. Milton rechtfertigt seinen Vorschlag: „Wenn Regierung und Reichstag und damit auch Kommunen und Provinzialverwaltungen diesen Vorschlag in die Realität umsetzen, wird es deutliche Verbesserungen geben. Davon bin ich überzeugt. Es gibt mehr Mittel, die Kompetenz wird erhöht und die Zusammenarbeit mit den Patienten sowie zwischen den einzelnen Institutionen wird ebenfalls verbessert.“

Individuelle Pflegepläne

Für jeden Betreuten sollen individuelle Pflegepläne erstellt werden, deren Einhaltung von den zuständigen Stellen überprüft werden sollen. Vor allem sollen auch entsprechende Wohneinrichtungen geschaffen werden. Die Vorschläge stoßen bei Anna-Marie af Sandeberg, der Vorsitzenden des Psychiatrischen Verbandes auf Zustimmung: „Ich habe mir die Einzelheiten noch nicht angesehen, aber ich bin sehr zufrieden. Es wird klar gestellt, was in der Psychiatrie benötigt wird, um angemessen helfen zu können. Es handelt sich ja hier um Patienten, die wie alle anderen ein Recht auf eine angemessene Behandlung haben.“

Diese sei heutzutage nicht gegeben, so af Sandeberg. Gefragt sind jetzt Regierung und Reichstag, die die Vorschläge Miltons umsetzen müssen. Die Kosten dafür werden auf knapp 200 Millionen Euro pro Jahr berechnet. Die neue Regierung will den Vorschlag in die Tat umsetzen. Sozialminister Göran Hägglund hofft auf breite Unterstützung im Parlament: „Ich erwarte wirklich eine breite Zustimmung über längere Zeit. Das ist wichtig für die Betroffenen. Dieser Bereich braucht wirklich Verbesserungen.“

Da die Untersuchung von der sozialdemokratischen Vorgängerregierung in Auftrag gegeben wurde, ist die Hoffnung von Hägglund nicht unberechtigt. Dennoch es gibt  Zweifler. Zu ihnen gehört Bo Holmberg, der einen ähnlichen Bericht 1992 vorgelegt hatte. Auch diese Vorschläge wurden damals umgesetzt. Die Wirkung verpuffte jedoch. Holmberg findet, dass man sich irgendwie im Kreis drehe. Ironie des Schicksals, dass Holmbergs Frau vor drei Jahren von einem psychisch gestörten Mann umgebracht wurde. Ihr Name: Anna Lindh.

Dieter Weiand

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