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Auftritt in Teheran: Schwedischer Lehrer spielt Holocaust herunter

Publicerat torsdag 14 december 2006 kl 15.05

Schweden sieht sich gerne als Gewissen der Welt. Wenig verwunderlich war es deshalb, dass er ehemalige Ministerpräsident Göran Persson die internationale Staatengemeinschaft vor sechs Jahren zu mehreren Konferenz in Stockholm eingeladen hatte. Thema war: das unglaubliche Verbrechen der Judenverfolgung durch Nazi-Deutschland dürfe nicht vergessen werden. Die Resonanz damals war groß. Umso unverständlicher jetzt die Tatsache, dass die umstrittene Holocaust-Konferenz im Iran hierzulande kaum auf Kritik gestoßen ist. Ein schwedischer Lehrer hat auf der Konferenz in Teheran, den Holocaust zudem noch heruntergespielt.

Auf Einladung des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad wurde in Teheran über den Holocaust debattiert. Viele Redner dort zogen das Ausmaß der Judenvernichtung in Zweifel. Unter ihnen zahlreiche so genannte Revisionisten, wie der Franzose Robert Faurrison und der Australier Fredrik Toeben, die sagen, dass die Judenvernichtung nie stattgefunden habe. Auch Rassisten wie der ehemalige Führer des Ku-Klux-Klan, David Duke, haben teilgenommen.

Die Weltöffentlichkeit war sich einig in der Kritik gegen diese Konferenz. Zahlreiche Politiker des Westens haben sich deutlich distanziert. Schweden gehört zu den wenigen Ländern, die nicht offiziell protestiert haben.

Keine Reaktion der Regierung

Jetzt wurde zudem bekannt, dass ein Lehrer aus Stockholm an der kontroversiellen Konferenz in Teheran teilgenommen hat. Sein Vortrag liegt im Internet. Dort kann jeder lesen, dass die Dimensionen des Holocaust übertrieben seien. Der Lehrer sympathisiert offen mit Holocaust-Leugnern wie David Irving.

Und immer noch kommt keine Reaktion der Regierung. Das missfällt der Reichtagsabgeordneten der Christdemokraten, Annelie Enochson, gewaltig: „Ich finde es schlecht, dass niemand diese Konferenz verurteilt hat und vor allem das Außenminister Carl Bildt dies nicht getan hat. Wir haben doch eine ganz andere Tradition. Wir wollen auf die Verbrechen der Nazis aufmerksam machen. Carl Bildt hat einen guten Ruf im Ausland und er hätte diese Konferenz scharf verurteilen müssen.“

Doch die bürgerliche Regierung sieht bisher keinen Handlungsbedarf. Die Verurteilung durch die Europäische Union schließe auch Schweden ein, hieß es. Schwedische Medien weisen darauf hin, dass der Export schwedischer Waren nach Iran stark zugenommen habe.

Reagiert hat schließlich die 2001 geschaffene Behörde mit dem Namen „Forum für lebende Geschichte“. Ihr Auftrag ist es, die Erinnerung an den Holocaust vor allem an den schwedischen Schulen lebendig zu halten. Dass die Behörde ihrem Auftrag nicht gerecht werde, wenn ausgerechnet ein Lehrer den Holocaust bei einer internationalen Konferenz herunterspielt, will Behördensprecher Johan Perwe nicht so sehen.

Privatperson und Meinungsfreiheit

„Es handelt sich ja hier um eine Privatperson“, meint Perwe. In Diskussionen wie der aktuelle um politisch heiße Themen wird in Schweden gerne auf das Prinzip der Meinungsfreiheit hingewiesen. Das will jedoch Annelie Enochson nicht gelten lassen: „Ich verteidige auch die Religions- und Meinungsfreiheit. Ich will aber in Frage stellen, dass ein schwedischer Lehrer, der unterrichtet, einen Hintergrund als Revisionist haben kann. Er ist nicht glaubwürdig, weil in unseren Lehrplänen eben etwas ganz anderes steht. Meiner Meinung nach muss man in Frage stellen, ob er weiter Lehrer bleiben kann.“

Mittlerweile hat die Stockholmer Schule Fakten geschaffen und den Lehrer suspendiert. Ein Schulausschuss will sich mit seinem Auftritt ausführlich befassen.

Dieter Weiand

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