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Sozialbehörde griff nicht ein 15jähriges Mädchen musste sterben

Publicerat onsdag 20 december 2006 kl 14.39

Wie weit sollen sich die staatlichen Behörden ins Privatleben der Bürger einmischen? In Schweden war die Antwort auf diese Frage bisher immer leicht –sehr viel. „Folkhemmet“ ist hierzulande schließlich ein positiv geprägter Begriff - das Volksheim mit einem Staat, der seine Bürger betreut und gleichzeitig bevormundet von der Wiege bis ins Grab. Dieses Bild muss jetzt revidiert werden. In Södertälje musste ein 15jähriges, behindertes Mädchen sterben, weil die Sozialbehörden systematisch weggeschaut haben.

Das 15jährige Mädchen hatte zwei ebenfalls schwer behinderte Geschwister. Eine Herausforderung, der die Eltern offenbar in keiner Weise gewachsen waren. Das wussten auch die Sozialbehörden, denn in den letzten zehn Jahren hat es über 20 Anzeigen gegeben, die darauf hingewiesen haben, dass es in dieser Familie nicht zum Besten steht.

Die Anzeigen dokumentieren, dass die behinderten Kinder nicht die Hilfe bekommen haben, die sie brauchten, aber auch dass der Vater die Mutter mehrere Male vor den Augen der Kinder misshandelt hat.

Die Polizei war damals mit Sozialarbeitern vor Ort. Polizist Torgny Kitt erinnert sich: „Das war vor gut fünf Jahren. Weil der Sozialdienst damals mit dabei war, bin ich als Polizist davon ausgegangen, dass die Zustände Konsequenzen haben würden.“

Eltern verweigerten Behandlung

Hatten sie aber nicht. Selbst als die behandelten Ärzte auf die Situation aufmerksam machten. Denn die Eltern weigerten sich beispielsweise, der Tochter eine dringen nötige Atemmaske aufzusetzen. Der behandelnde Arzt, Gunnar Bråten, sah damals keinen Ausweg: „Die Lage war damals so ernst, dass eine Behörde mit größeren Befugnissen eingreifen hätte müssen. Wir konnten keine Verantwortung übernehmen.“

Doch es geschah weiter nichts, bis das 15jährige Mädchen im Mai dieses Jahres gestorben war. An der mangelnden Pflege durch die Eltern und einer Lungenentzündung. Erst dann reagierten die Behörden und die beiden Geschwister wurden in Obhut genommen.

Keine Erklärung

Stig Karlsson ist Vorsitzender des Aufsichtsgremiums der Sozialbehörden in Södertälje. Er hat keine Erklärung: „Die Anzeigen in diesem Fall sind von so ernster Natur, dass da eigentlich kein Zweifel aufkommen kann, dass gehandelt werden muss. Es wurde nichts dazu getan, um den Kindern zu helfen.“

Jetzt wurde Anzeige gegen die Sozialbehörde in Södertälje erstattet. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei ermitteln. Von den Sozialbehörden wollte keiner den Fall kommentieren. Zwei zuständige Chefs dort haben mittlerweile den Beruf gewechselt. Die schwedische Öffentlichkeit ist fassungslos. Eigentlich hätte ja alles funktionieren müssen, meint die Dozentin der Sozialhochschule Bodil Rasmusson: „Das ist sehr ernst. Ich verstehe nicht, welche Fehler dazu geführt haben, dass die Bedürfnisse der Kinder nicht mehr berücksichtig wurden.“

Die Missstände sind vom Schwedischen Rundfunk enthüllt worden. Der Tod des Mädchens ist über ein halbes Jahr lang her. Von Seiten der Politik und der Aufsichtsbehörden hat es bislang noch keine Reaktion gegeben.

 Dieter Weiand

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