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Ein ordentliches Pferdebegräbnis

Publicerat fredag 5 januari 2007 kl 10.38

Was tun, wenn man 20 Jahre lang auf dem Rücken eines Pferdes gesessen hat und dieser beste Freund plötzlich stirbt? Immer mehr Schweden wählen in diesem Fall eine Abschiedszeremonie, wie sie sie auch auch für ein menschliches Familienmitglied organisieren würden, sie begraben ihr Tier.

Carmen Nilsson steht im Stall und streichelt eines ihrer neun Islandpferde. Das Tier schüttelt die braune Mähne, schnuppert interessiert an der Hand seiner Besitzerin und wendet sich dann wieder dem Heu am Boden zu. Wenn es einmal sterben wird, soll es ein ordentliches Begräbnis bekommen.

So wie Muffe, der nicht weit von ihrem Hof in Degerö in Südschweden unter der Erde liegt, meint Carmen Nilsson und zeigt eine unscheinbare Stelle, die durch ein paar Steine markiert ist: „Hier haben wir unser Pferd Muffe begraben. Das kann man an dem Steinring auf dem Boden sehen. Rund herum haben wir einen Kreis von weiteren Steinen gesetzt, mit einem Durchmesser von etwa zwei Metern. Im Frühjahr nehmen wir das Unkraut weg und pflanzen neue Blumen. Und zu Allerheiligen zünden wir ein Grablicht an.”

Das Pferd als Freund

Immer mehr Menschen ist es wichtig, ihre Pferde zu begraben. 1000 Anträge gingen bei den Veterinären des Landes im vergangenen Jahr ein, fünf Mal so viele wie noch fünf Jahre zuvor. Nach Ansicht von Tierarzt Björn Dahlén hat das vor allem einen Grund: „Heute sind es andere gesellschaftliche Gruppen, die Tiere besitzen als früher. Wenn wir einige Jahrzehnte zurückgehen, da wurde das Pferd ausschliesslich als Arbeitstier eingesetzt, auf dem Feld und im Wald. Heute ist es immer mehr als guter Freund an unserer Seite.”

Was mit einem Pferd nach seinem Tod geschieht, das hat aber auch mit den Kosten zu tun, die auf seinen Besitzer zukommen. Ein Grab zu schaufeln ist da immer noch die billigste Alternative. Bis zu 300 Euro kostet die so genannte Destruktion. Dabei wird das Tier in wieder verwertbare Bestandteile zerlegt, sein Fett, Fleisch- und Knochenmehl schaffen im Heizkraftwerk Energie oder werden zu Bioenergie umgewandelt. Eine andere Alternative ist die Schlacht und Verarbeitung zu Wurst.

Doch die Vorstellung, ihr geliebtes Pferd wird dereinst zu Salami verarbeitet, treibt die Carmen Nilsson Schweissperlen auf die Stirn: „Das ist mein Freund, ich möchte nicht, dass jemand meinen Freund aufisst. Ich esse zwar kein Fleisch, auf meinem Tisch hätte er nicht landen können, aber ich wollte auch nicht, dass er bei jemand andererem auf den Teller kommt.”

Gottesdienst und Gruppentreffen

Für Carmen Nilsson war die Beerdigung von Muffe aber auch ein Weg, sich ordentlich von ihrem langjährigen Wegbegleiter zu verabschieden. Sie hat einen kleinen Gottesdienst für das Tier abgehalten, gebetet und Psalme gesungen. Jeder hat eben seine eigene Art, zu trauern, weiss Roger Klein, der Gruppentreffen für Trauernde anbietet. Manchmal spürt er, dass es bei dem Verlust des Tieres um mehr geht: „Wenn man ganz besonders traurig wird, können es auch andere Verluste sein, die wieder hochkommen. Ich denke aber, es ist völlig in Ordnung, dass der Tod eines Tieres starke Gefühle auslöst. Die sollte man bearbeiten und auch das Andenken an den Freund wahren, der das Pferd war. Der eine will vielleicht eine Kerze anzünden, der andere ein Foto aufstellen. Viele wollen mit Freunden über den Verlust sprechen.”

Agnes Bührig

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