Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Russische Aktienoptionen belasten Bildt

Publicerat måndag 8 januari 2007 kl 13.00

Oberstaatsanwalt Christer van der Kwast hat Voruntersuchungen gegen Außenminister Carl Bildt eingeleitet. Gegenstand sind die Aktienoptionen, die Bildt für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat von Vostok Nafta bekommen hatte. Kritiker befürchten, dass der russische Energieriese Einfluss auf die schwedische Politik nehmen könnte.

Eigentlich hatte sich der ehemalige Ministerpräsident Carl Bildt schon vom politischen Leben verabschiedet. Er hat in den vergangenen Jahren weniger durch sein politisches Engagement sonder vielmehr durch seine Posten in verschiedenen Aufsichtsräten auf sich aufmerksam gemacht. Eine kleine Überraschung war es dann schon, als Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt ihn als neuen Außenminister präsentierte. Die internationale Kompetenz konnte ihm jedoch niemand absprechen. Bildt war unter anderem Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen im ehemaligen Jugoslawien gewesen. Doch es ist die jüngere Vergangenheit in eben jenen Aufsichtsräten, die ihm jetzt zu schaffen macht. Denn die Staatsanwaltschaft hat ein Auge auf die Entlohnungen für diese Tätigkeiten geworfen. 

Es geht um Bildts Posten im Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Vostok Nafta. Bildt hatte als Entlohnung dafür unter anderem Aktienoptionen des Unternehmens erhalten – eine durchaus gewöhnliche Maßnahme. Mit seiner Berufung ins Außenministerium hat Bildt dann auch den Aufsichtsratsposten aufgegeben. Doch als bekannt wurde, dass er Optionen für Vostok Nafta hat, wuchs der Druck diese so schnell wie möglich zu verkaufen. Denn das Unternehmen hält unter anderem Anteile an dem russischen Energieriesen Gazprom, der wiederum an dem Projekt der Erdgasleitung zwischen Russland und Deutschland beteiligt ist. Da diese Pipeline in der Ostsee durch die schwedische Wirtschaftszone verlaufen soll, sind auch schwedische Interessen berührt, die eben auch von Carl Bildt vertreten werden.

Halbe Million Euro Gewinn

Bildt hatte deshalb im Dezember die Optionen auch verkauft – mit einem satten Gewinn, der ihm umgerechnet gut eine halbe Million Euro einbrachte. So viel Geld hat jetzt das Interesse und Misstrauen der Öffentlichkeit geschürt. Die sozialdemokratische Abgeordnete Ulrica Messing findet die ganze Geschichte „unakzeptabel“ und fordert eine Garantie dafür, dass Bildt dem russischen Unternehmen nicht irgendwelche Gegenleistungen versprochen hat.

Die Umweltpartei hat Bildt bei der Antikorruptionsbehörde angezeigt. Der Außenminister verteidigt sich:„Ich war in diesem Aufsichtsrat ungefähr vier Jahre lang. Die Wertentwicklung hat sich in diesem Zeitraum ungefähr verzehnfacht, zum Nutzen von Aktienbesitzern und Sparern. Von Anfang an war für die Aufsichtsratmitglieder ein Optionsprogramm vereinbart, neben einer geringeren Entlohnung. Diese Optionen wurden an mich wie an alle anderen Aufsichtsratsmitglieder ausgezahlt. Da gab es keine Sonderbehandlung oder Ausnahme. Es handelt sich um die Entlohnung für meine Arbeit im Aufsichtsrat.“

Kritiker fordern Verzicht

Bildt beruft sich darauf, die Regeln befolgt zu haben. Seit seinem Amtsantritt haben sich Bildts Aktien unter der Obhut eines unabhängigen Verwalters befunden, ohne direkte Einflussnahme von Bildt. Die Optionen wurde zum erstbesten Zeitpunkt verkauft. Kritiker meinen jedoch, Bildt hätte gänzlich auf die Optionen verzichten müssen, um jeden Verdacht zu entkräften.

Jetzt widmet die Staatsanwaltschaft dem Vorgang ihre Aufmerksamkeit. Der für Korruptionsfälle zuständige Staatsanwalt Christer von der Kwast hat bestätigt, dass Voruntersuchungen eingeleitet wurden. Er möchte alle Dokumente im Zusammenhang mit diesem Fall prüfen. Bildt meint, einer politischen Schmutzkampagne zum Opfer gefallen zu sein und verspricht sich von der Voruntersuchung eine Art Persilschein. „Ich finde es gut, wenn klargestellt wird, was Sache ist. Es hat dabei doch absichtliche Verdächtigungen mit politischem Hintergrund gegeben. Die Situation ist natürlich außergewöhnlich. Deshalb finde ich eine Klarstellung gut.“

Über die anstehenden Entscheidungen im Falle der Ostseepipeline vorbei an der schwedischen Insel Gotland macht sich Bildt einstweilen keine Gedanken und bekommt dabei Unterstützung vom Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeld. Solche Entscheidungen würden immer vom gesamten Kabinett getroffen, meint Reinfeldt. Die Gefahr, dass Bildt Partei für die russischen Investoren nehme, sei damit ausgeschlossen.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".