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Lichtcafé gegen Winterdepression

Publicerat fredag 12 januari 2007 kl 12.57
Gute Laune dank Lichtcafé

Auch wenn die Tage Anfang des Jahres wieder länger werden: In Stockholm beispielsweise geht die Sonne Mitte Januar um zwanzig vor neun auf, und um viertel nach drei verschwindet sie auch schon wieder. Dazu Regenwetter, von erhellendem Schnee keine Spur. Finstere Aussichten also, wie gemacht für Depressionen und Frustfraß. Doch ein Lichtcafé in der Hauptstadt will Abhilfe schaffen.

Dass die Dunkelheit depressiv macht, ist nicht nur ein Spruch. In Schweden leiden schätzungsweise 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung an Symptomen der Herbstwinterdepression, etwa allgemeiner Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und einem verstärkten Drang nach Essen. Fast jedes große Krankenhaus setzt inzwischen auf Lichttherapie. Allein das St. Görans Krankenhaus in Stockholm behandelt pro Saison 200 harte Fälle.

Mini-St.Görans mit Café und Saft-Bar

Wer jedoch nicht ernsthaft depressiv ist, für den gibt es im Stockholmer Stadtteil Södermalm ein Mini-St.Görans mit Café und Saft-Bar. Der Gast streift sich ein weißes Gewand über und setzt sich in einer der weißen Sessel in dem etwa 30 Quadratmeter großen, vollkommen weißen Raum mit Platz für zehn Kunden.

”Dieser Raum und seine Beleuchtung heißen in Forscherkreisen St. Görans-Modell”, erzählt Betreiber Martin Sylwan. ”Die Beleuchtung hier drin ist indirekt, und dadurch, dass alles weiß ist, reflektiert das Licht optimal. Das Licht ist recht kalt, das liegt an den speziellen Tageslichtröhren. In diesem Raum zu sitzen ist in etwa wie an einem Sommertag draußen zu sein.”

Exotische Säfte

Martin Sylwan steht meistens an der Bar und mixt exotische Säfte für seine Gäste. Eine Stammkundin beklagt sich über Schlafprobleme. ”Wir haben ja auch abends auf”, erklärt Lichtcaféchef Sylwan. ”Die Idee ist, dass die Leute vor der Nachtschicht herkommen können. Wenn man aber einen normalen Tagesrhythmus hat, bekommt man leicht einen Jetlag und kann dann nicht so gut einschlafen.”

Kein Thema für Tanja Helmut aus Bamberg. Mit ihren beiden Freundinnen hat sie das Lichtcafé mitten am Tag ausprobiert. Von der Lichtdusche mit Frühstück inklusive ist sie begeistert: ”Sehr verrückt. Wirklich eine verrückte Sache sozusagen, aber kann man mal machen. Und ein gutes Geschenk, weil ich nie dachte, dass es so etwas überhaupt gibt!” Ihre Freundin Manuela Krajcik ist ähnlich angetan: ”War angenehm, schön, hat gut getan. Schön warm auch.”

Ob so eine Lichtdosis tatsächlich gegen Depressionen hilft oder zumindest vorbeugend wirkt, bezweifelt die Touristin aber. Diesen Anspruch hat das Lichtcafé allerdings auch gar nicht, schließlich ist ein Café ein Café und kein Krankenhaus.

Befremdliche Klinik-Atmosphäre

Gerade die Klinik-Atmosphäre findet Besucherin Anna Martinez etwas befremdlich: ”Ich hatte mir das größer vorgestellt und vielleicht mit Wasser, das so nett tröpfelt. Ich habe fast ein bisschen Kopfschmerzen. Das war schon sehr hell! Ein richtiger Schock für den Körper! Ich fände es ganz schön mit grünen Pflanzen und einem Springbrunnen und einer Hollywoodschaukel. Und mit diesen weißen Umhängen fühlt man sich ein bisschen wie in einer Sekte, alle gleich angezogen.”

Als Halbspanierin findet Anna Martinez die Dunkelheit extrem lästig, zumal sie in Nordwestschweden, in Härjedalen lebt. An eine regelmäßige Lichtdusche könnte sie sich aber wohl durchaus gewöhnen: ”Wenn man erstmal die richtige Dosis für sich gefunden hat, wird man vielleicht abhängig und kommt dann jede Woche. Und dann will man so einen Raum für sich allein. Zuhause!”

Wer sich seine eigenen vier Wände nicht nach dem St. Görans-Modell einrichten und trotzdem in Licht duschen möchte, ist seit neuestem nicht mehr auf Stockholm beschränkt. Das Lichtcafé der Hauptstadt hat inzwischen Nachahmer gefunden, zum Beispiel in Malmö, Göteborg und Luleå.

Liv Heidbüchel

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