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Gesundheitsrisiko Kindergartenlärm

Publicerat fredag 12 januari 2007 kl 13.13

Es ist zu laut in Kindergärten und Vorschulen, klagen Kinder, Eltern und Erzieher. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Zentralamts für Gesundheitswesen an 30 000 Kindern und Eltern schon vor über einem Jahr gekommen. Aber was tun? Dass Erzieher durch ihre Arbeit Gehörschäden erleiden ist keine Seltenheit. In der Stadt Växjö läuft ein dreijähriges Pilotprojekt, das mit verhältnismässig geringen Mitteln versucht, den Arbeitsplatz Kindergarten für Erwachsene und Kinder gehörfreundlicher zu gestalten.

Verantwortlich für das Pilotprojekt in Växjö ist Karin Ståhl. Sie geht mit den grösseren Kindern der Vorschulabteilung ”Blaubeere” die Geräuschhausaufgaben durch. Karin Ståhl bringt den Kindern das Zuhören bei. Anton hat sich daheim ein neues Geräusch ausgedacht, dass er jetzt vorführen soll.

„Wir fangen bei Anton an. Lasst uns mal ein neues Geräusch anhören...kann das vielleicht ein kratzendes Geräusch sein”, fragt Karin Ståhl rhetorisch und fordert anschliessend weitere Kinder auf, Emilia auf, ihr Geräusch zu präsentieren.

Leichter Tinnitus

Durch Spiel und Gesang sollen die Kinder dafür sensibilisiert werden, wie faszinierend und fabelhaft das Sinnesorgan Ohr ist. Sie sollen die Bedeutung des Hörens sinnlich und emotional erfassen. Viele Erzieher haben Probleme mit dem Gehör. Der Lärm am Arbeitsplatz stresst sie zusätzlich auch sehr.

Jane Melander arbeitet in der Vorschule Östragård in Växjö: „Also, ich habe einen leichten Tinnitus. Und an sehr intensiven Tagen merk ich, wenn ich nach Hause komme wirklich wie es in den Ohren saust.” Und Janes Kollegin Marie Ohlin flicht ein: „Man wird auch so entsetzlich müde. Bei mir ist beim Gehörtest auch eine Verschlechterung festgestellt worden. Ich höre deutlich schlechter als noch vor ein paar Jahren. Wenn es hier richtig laut wird im Kindergarten, dann muss ich einfach raus. Dann nehm ich ein paar Kinder und wir machen draussen was. Drinnen ist es einfach nicht auszuhalten. An solchen Tagen reden wir Kollegen natürlich auch über den Geräuschpegel. Aber oft versucht man eben doch irgendwie so zurechtzukommen. Und oft geht das auch, aber an manchen Tagen ist es doch sehr anstrengend.”

Ohrenpropfen als Arbeitsgerät

Bei ihrer Arbeit in der Vorschulabteilung ”Blaubeere” trägt Karin Ståhl schraubenförmige Ohrenpropfen: „Ich bin ausgebildete Vorschullehrerin und habe auch viele Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Aber vor vier bis fünf Jahren habe ich Tinnitus bekommen. Ich musste den Beruf aufgeben, weil ich so geräuschempfindlich geworden war. Vor einiger Zeit hörte ich von ”Ammot” - einem Verein, der ein pädagogisches Arbeitsmaterial für Vorschulen ausarbeitet. Darin geht es um das Gehör und Tinitus und wie wichtig es ist, dass die Ohren auch mal zur Ruhe kommen.”

”Ammot” ist die Vereinigung Künstler und Musiker gegen Tinnitus. Karin Ståhl nahm mit der zuständigen Behörde in Växjö Kontakt auf. Eigentlich fühlt sich sie nicht in der Lage in Kindertagesstätten zu arbeiten, aber mit Hilfe von Ohrenpropfen kann sie das Geräuschprojekt durchziehen, versichert sie. Gleichzeitig ist sie anderen Mitarbeitern ein warnendes Beispiel.

Eine Gehörzelle Namens Ellen

Im Rahmen eines dreijährigen Projekts überprüft die Gemeinde erstens die Räumlichkeiten und zweitens Gehör und Gesundheit des Personals. Ausserdem kommt Karin Ståhl jeweils für eine Woche in die einzelnen Vorschulen und spricht mit den Erziehern und den Kindern über Gehör und Geräusche. Sie singt eigens komponierte Lieder mit den Kindern, demonstriert an einem grossen Kunststoffmodell, wie ein Ohr funktioniert und erzählt von einer Gehörzelle mit dem schönen Namen Ellen.

Nach ungefähr einer Woche kann man in Karin Ståls Unterricht eine Stecknadel fallen hören, die Kinder demonstrieren, wie man schweigend ein Orchester dirigiert und sind Meister im leisen Öffnen und Schliessen von Türen.

Für die Erzieherinnen und Erzieher hat Karin Ståhl auch Tipps bereit, wie sie mit den Kindern arbeiten können: „Ich glaube, wir haben oft Angst Türen zuzumachen. Klar, wenn man ganz kleine Kinder beaufsichtigt, muss man wirklich im selben Raum, in unmittelbarer Nähe sein. Aber oft kann man die Kindergruppen auch mehr aufteilen, so dass nicht so viele zusammen in einem Zimmer sind. Morgens kann man vielleicht mal mit einer Gruppe draussen sein. Während die anderen Kinder drinnen spielen. Und nachmittags umgekehrt. Dadurch wird der Geräuschpegel drinnen auch niedriger.”

Betreuerschlüssel nicht die einzige Lösung

Den in Schweden oft erhobenen Vorwurf, dass die Kindergruppen durch Sparmassnahmen zu gross geworden sind, lässt Karin Ståhl nur teilweise gelten: „Natürlich haben wir heutzutage viele Kinder in unseren Vorschulen. Aber man kann trotzdem viel tun, um das Geräuschniveau zu verbessern. Und mit kleinen Tipps und Ideen können wir da viel ausrichten. Wenn ein Kind zum Beispiel auch in normalen Gesprächssituationen ständig schreit, ist es nicht immer effektiv, es aufzufordern leiser zu reden und ‚Schschsch’ zu machen. Stattdessen kann man das andere Kind, daneben loben, das nicht so schreit, und sagen: ’hör mal, auch wenn man so leise spricht wie Kalle, kann man das gut verstehen. Und der Gehörzelle Ellen tut das richtig gut!’ Man hebt das Positive hervor.”

Sybille Neveling

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