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Sozialdemokraten: Sahlin soll Parteichefin werden

Publicerat torsdag 18 januari 2007 kl 15.00
Mona Sahlin

Ein historischer Tag für Schwedens Sozialdemokraten: Die Findungskommission präsentierte am Nachmittag Mona Sahlin als Kandidatin für den Parteivorsitz. Damit wird erstmals eine Frau das höchste Amt in Schwedens größter Partei innehaben. Sahlin ist wahrlich keine Unbekannte: der vergangenen Regierung gehörte sie als Ministerin an und war bereits vor zwölf Jahren für den Parteivorsitz vorgesehen.

Nie sagte sie deutlich nein, jetzt hat sie schließlich ja gesagt. In zwei Monaten soll ein Sonderparteitag Mona Sahlin zur Nachfolgerin von Ex-Ministerpräsident Göran Persson wählen.

„Wir sind eine Volkspartei, bei der ein Führungswechsel nicht automatisch einen vollständigen Kurswechsel bedeutet. Aber natürlich gibt es Fragen, die mir besonders am Herzen liegen. Bekanntlich haben wir eine Wahl verloren. Dies bedarf einer kritischen Selbstbetrachtung. Nicht alles, was wir gemacht haben, kann richtig gewesen sein. Wir müssen uns verändern“, sagte Sahlin am Donnerstag in Stockholm.

Schon einmal fast Parteichefin 

Zu den politischen Fragen, die Sahlin in erster Linie aufgreifen wolle, zählen der Umweltschutz, der Arbeitsmarkt sowie die Diskriminierung in der Gesellschaft. Auf welche Weise sie diese Themen behandeln wolle, werde sie auf dem Sonderparteitag mitteilen, erklärte Sahlin. Dass sie auch gewählt wird, daran zweifeln nur wenige. Dennoch erinnern heute viele Kommentatoren an das Jahr 1995. Auch damals war sie designierte Parteichefin – und wäre gleichzeitig Ministerpräsidentin geworden. Doch Sahlin stürzte buchstäblich auf der Ziellinie, und zwar über die legendär gewordene Packung Toblerone, die sie damals widerrechtlich mit einer Dienstkreditkarte eingekauft hatte. Es sollte nicht die einzige finanzielle Ungereimtheit bleiben. Sahlin wurde unhaltbar für ihre Partei, die sich einen anderen Vorsitzenden suchen musste. Man fand ihn am Ende im Lokalpolitiker Göran Persson.

Comeback nach der Affäre 

Mona Sahlins Karriere begann vor nunmehr 25 Jahren. Damals zog sie als jüngste Abgeordnete in den Reichstag ein. Drei Jahre nach der Toblerone-Affäre kehrte sie in die Regierung Persson zurück, wo sie nacheinander den Ministerien für Gleichberechtigung, Integration und Gesellschaft vorstand.

Als Noch-Parteichef Persson nach der verlorenen Reichstagswahl im September 2006 seinen Rückzug ankündigte, galt Sahlin lediglich als dritte oder vierte Wahl. Doch nach rund einhundertjähriger Parteigeschichte galt es gemeinhin als ausgemacht, dass endlich eine Frau an die Spitze der Sozialdemokraten tritt. Am liebsten hätten die Schweden wohl die jetzige EU-Kommissarin Margot Wallström als Parteichefin gesehen. Doch sowohl Wallström als auch die übrigen favorisierten Kandidatinnen sprangen eine nach der anderen ab, sodass die Wahl immer mehr auf Mona Sahlin zulief.

Regierungschefin 2010? 

In ihrer eigenen Partei ist sie umstritten, unter anderem, weil sie nicht gerade als gewerkschaftsnah gilt. Außerdem hatte sie mit ihrer Personalpolitik als Ministerin ein ums andere Mal für Aufsehen und Widerspruch gesorgt. Doch Sahlin setzte sich durch. Deswegen bezeichnen einige Beobachter ihre nunmehr offizielle Kandidatur für den Parteivorsitz als späte Revanche für ihren Fall von 1995. Das Jahr 2007 wird also höchstwahrscheinlich zum Comebackjahr der Mona Sahlin. Und 2010 winkt dann eventuell der Job als Regierungschefin.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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