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Cullbergballett wird 40

Publicerat fredag 26 januari 2007 kl 11.41

Es ist das Aushängeschild schwedischen Tanzes schlechthin: Das Cullberg-Ballett. Gegründet wurde es von der schwedischen Tänzerin und Choreographin Birgit Cullberg, die sich 1967 mit fast 60-Jahren den Traum eines eigenen modernes Ballett-Ensemble erfüllte. Inzwischen haben renommierte internationale Choreographen wie Jirí Kylián oder William Forsythe (Frankfurter Ballett) Choreographien für Cullberg entwickelt und mit Johan Inger hat ein international erfahrener Tänzer die künstlerische Leitung übernommen. Dieses Jahr feiert das Ensemble für gegenwärtigen Tanz sein 40-jähriges Bestehen.

Ein hell erleuchteter Trainingraum in einem Vorort von Stockholm. Die Tänzer Johanna Luisa Lindh und Isaac Spencer haben sich Seite an Seite aufgestellt und pendeln zu südamerikanischen Rythmen langsam hin- und her - dann machen sie ein paar koordinierte Schritte zur Seite und kratzen sich kurz und heftig am Bein, als hätte sie gerade eine Mücke gestochen.

Johanna Luisa Lindh erklärt, worauf die beiden hinarbeiten: ”Das ist eine Solovorstellung, die den Übergang zwischen zwei Stücken bei der Galavorstellung überbrücken soll. Während die Bühnenarbeiter die Requisiten wechseln, sind Isaacs Beine auf einem Monitor zu sehen. Ich stehe dahinter und tue so, als wären es meine Füsse, die da im Fernseher tanzen. Und jetzt versuchen wir gerade rauszufinden, wie das klappen könnte und was witzig aussieht und was nicht.”

Diskussion der Schritte

Johan Inger hat die akrobatische Choreographie des Stückes genaustens mitverfolgt. Jetzt bespricht der künstlerische Leiter mit beiden Tänzern und einer Trainerin unterschiedliche Möglichkeiten, wie es weiter gehen könnte. Englisch ist dabei Arbeitssprache, denn das Cullbergballett ist ein internationales Ensemble - gerade einmal fünf Schweden sind dabei, der Rest kommt aus den USA, Kanada, Japan und einigen anderen Ländern.

Das war auch nicht anders, als Birgit Cullberg ihr Ballett 1967 gründete. Acht Tänzerinnen und Tänzer engagierte die schwedische Choreographin und alle sollten sie gleichberechtigt tanzen, alle Solisten sein. Es war die Zeit, als der moderne Tanz im Aufbruch war und der moderne Tanz politisch wurde, auch wenn es manchmal Stoffe aus dem letzten Jahrhundert waren, wie etwa die Cullbergs Ballett „Fräulein Julie” von August Strindberg.

”Das erotische Moment”

”Ich habe mich für Fräulein Julie und ihre Probleme interessiert”, sagt Birgit Cullberg. ”Das moderne Ballett wurde damals psychologischer. Da habe ich Figuren des klassischen Balletts genutzt, um das Aristokratische darzustellen bei Fräulein Julie und die dynamische moderne Technik für die Bediensteten und Bauern. Mich hat das erotische Moment interessiert, das bei der Begnung von Mann und Frau aus so verschiedenen Gesellschaftsklassen entsteht.”

Eine kleine Klassenreise hatte Birgit Cullberg selbst hinter sich. 1908 wurde sie hineingeboren in eine bürgerliche Familie in Nyköping, einer Kleinstadt südlich von Stockholm. Der Vater war Bankdirektor, die Mutter hatte die künstlerische Ader in die Familie gebracht. Tochter Birgit führt dieses Interesse in Richtung Tanz, erhält in England ihre Ausbildung und hat ihren internationalen Durchbruch in den 50er Jahren mit ihren politischen wie modernen Choreographien, die schliesslich zur Anstellung am Stockholmer Stadttheater führen. Doch um ihren eigenen Weg gehen zu können, gründet sich 1967 das Cullbergballett, das später ihr Sohn Mats Ek weiterführt.

Mehr als Ballett

Von ihm hat auch der heutige künstlerische Leiter, Johan Inger, viel gelernt: ”Birgit Cullberg habe ich erlebt, als ich ein kleiner Eleve in der Ballettschule war. Damals war ich zu jung, um zu verstehen, was sie mit ihren Choreographien ausdrücken will. Mehr Eindruck hat ihr Sohn Mats Ek auf mich gemacht, und da habe ich verstanden, dass Tanz mehr sein kann als Ballett, das war ein grosse Augenblick für mich.”

Nach seiner Ausbildung an der königlichen Oper als Ballett-Tänzer und mehr als zehn Jahren beim renommierten modernen Tanzensemble Nederlands Dans Theater in den Niederlanden wurde Johan Inger vor knapp vier Jahren künstlerischer Leiter. Heute versucht er, das Erbe gleichberechtigt neben dem Neuen weiterzuführen, ein Anliegen, das sich auch in der Galavorstellung zum 40. Geburtstag des Ensembles zeigen wird: Kleine Ausschnitte aus ganz alten Choreographien werden da neben gerade frisch erdachten Kombinationen zu sehen sein, wie ein Puzzle entsteht so ein Gesamtbild aus vier Jahrzehnten.

Agnes Bührig

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