Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Schwedische Psychiatrie nach Kindermord im Zwielicht

Publicerat fredag 26 januari 2007 kl 14.48

Der Mord an einem Achtjährigen hat in Schweden Entsetzen und Empörung ausgelöst. Wie konnte es geschehen, dass ein wegen schwerer Straftaten inhaftierter Psychopath auf freien Fuß gesetzt wurde? Erst seit kurzem wieder in Freiheit, erstach der Mann einen kleinen Jungen, der ihm rein zufällig begegnete. Es war nicht der erste Fall dieser Art in Schweden, aber erst jetzt hat eine ernsthafte Diskussion über notwendige Konsequenzen begonnen.  Klaus Heilbronner:

Der Ablauf erscheint beklemmend bekannt: Gutachter stellen einem psychisch kranken Straftäter eine positive Prognose. Der Mann wird daraufhin aus dem Gewahrsam entlassen. Nur wenig später tötet er ein Kind.  

Immer wieder geschieht so etwas in Ländern mit liberal ausgerichtetem Strafvollzug, wie Deutschland, und gerade hat es auch Schweden erneut getroffen. Ein im November aus einer geschlossenen Anstalt entlassener geistesgestörter Brandstifter erstach in seinem Wohnort Norrahammar bei Jönköping einen Achtjährigen. Die Polizei nahm den 27jährigen Täter wenig später fest. Erste Ermittlungen ergaben, dass es für die Bluttat keinerlei erkennbares Motiv gab. Täter und Opfer kannten sich nicht. Also offenbar eine Wahnsinnstat ohne äußeren Anlass. Dabei hatte der für die Entlassung des Mannes verantwortliche medizinische Gutachter versichert, so wörtlich:

”Es liegt ein nicht vorhandenes Risiko eines Rückfallverbrechens vor. Die Zwangsunterbringung muß beendet werden.“  

Die Kritik an dieser Beurteilung ließ nicht auf sich warten. Gerichtspsychiater Ulf Åsgård formulierte es so:

„Die Behauptung, es gebe ein nicht vorhandenes Risiko ohne zeitliche Eingrenzung, ist vorsichtig ausgedrückt, ein mäßig intelligenter Gedanke. Man kann es sich nicht so einfach machen, um sich von etwas freizusprechen. Psychische Krankheiten haben einen dynamischen Verlauf, und die Dinge verändern sich nach und nach.“

Seit dem Herbst hat Schweden eine neue Regierung. An sie richten sich nun die Erwartungen der entsetzten Bürger. Sozialminister Göran Hägglund beschreibt die Lage aus seiner Sicht:

„Leider ist es wohl so, dass die schwedische Psychiatrie über lange Zeit hinweg ins Hintertreffen geraten ist, sodass vieles nicht so funktioniert, wie es sollte, und manchmal hat das solche schrecklichen Folgen. Und meine Aufgabe als verantwortlicher Minister ist es, in möglichst kurzer Zeit die Versäumnisse vieler Jahre nachzuholen. “

Das geht natürlich nicht ohne Ausgaben. Der Minister erläutert die entsprechenden Pläne:

„Geld löst nicht alle Probleme, aber die neue Regierung hat für die psychiatrische Betreuung eine Milliarde Kronen für dieses und das nächste Jahr bereitgestellt.“

Wie soll das Geld verwendet werden? Welche Probleme sollen mit Vorrang behandelt werden? Göran Hägglund:

„Wir müssen die Beurteilung des Gefährlichkeitsgrades von Personen verbessern. Das ist vielleicht das Schwierigste überhaupt, aber dafür müssen Methoden entwickelt werden. Das ist ein Auftrag für die Sozialbehörden, und die werden in Kürze Ergebnisse vorlegen.“

Das jüngste Verbrechen hat nach Hägglunds Ansicht eines deutlich gemacht,  nämlich:

„Manche Leute müssen einfach in Gewahrsam bleiben. Man hat Verbrechen begangen, man ist krank, und die Gefahr besteht, dass man wieder straffällig wird.“

Bedauerlich, dass der für den Täter von Jönköping verantwortliche Gutachter das anders gesehen hat.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".