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Mythos fröhliches Hudiksvall

Publicerat fredag 2 februari 2007 kl 13.27

Hudiksvall ist zwar mit seinen 40.000 Einwohnern in Stadt und Kommune ein übersichtlicher Ort, aber doch immerhin Landeshauptstadt von Hälsingland, der südlichsten Region Nordschwedens. Vor 100 Jahren war Hudiksvall noch ein bedeutender Handelsumschlagsplatz dank der vorteilhaften Lage an der Ostsee, besonders die Holzwirtschaft florierte. Heute ist Hudiksvall im Sommer ein beliebter Touristenort, vor allem wegen Wald und Natur direkt vor der Haustür. Die Zeiten haben sich also deutlich geändert. Doch es gibt einen Ausdruck, der die Jahrzehnte überdauert hat, und das ist ”Glada Hudik”, das fröhliche Hudiksvall.

Man ist fröhlich in Hudiksvall und das offensichtlich seit Urzeiten. Geht man durch die Straßen und wirft einen Blick in die Schaufenster, so fällt auf: Etwa jedes zweite Geschäft oder Unternehmen wirbt mit dem Slogan ”Glada Hudik”, fröhliches Hudiksvall, von den Einwohnern nur liebevoll Hudik genannt. Passend zum Spruch ein Bild von den Fischerhäusern am Kai mit Boot davor. Das ist Idylle pur.

In einem dieser alten roten Fischerhäuser, einem ehemaligen Magazin, betreibt Åke Röstlund seit anderthalb Jahren eine Hafenkneipe. Åke Röstlund hat die Statur eines gemütlichen Seebären, einen weißen Vollbart, wie sich das gehört, und trägt eine dunkelblaue Fischermütze. Müsste er nicht bedienen, hätte er wohl noch eine Pfeife im Mundwinkel. Wenn einer die berühmte Fröhlichkeit Hudiksvalls verkörpert, dann wohl Åke Röstlund: ”Der Ausdruck kommt noch von damals, als die Holzbarone in der Strandstraße wohnten. Die tranken wohl so einigen Punsch und der Punschduft zog dann über den Kai in die Stadt. Hier ging es fröhlich zu. Daher der Ausdruck ’Fröhliches Hudiksvall’. Auch wenn wir heute nicht mehr soviel Punsch trinken, sind wir trotzdem fröhlich. Im Sommer sind ja viele Leute unterwegs, besonders Touristen.”

”Der fröhliche/goldene Lachs”

Und über die Touristen freut sich der Geschäftsmann, das leuchtet ein. Mit dem fröhlichen Hudiksvall hätte Åke Röstlund auch gern Reklame gemacht. Sein Restaurant sollte eigentlich ”Der fröhliche Lachs” heißen, doch der Name war schon vergeben, da blieb nur ”Der goldene Lachs”. Für Åke Röstlund aber * wen wundert’s - kein Anlass zur Trübsal.

Von diesem Frohsinn möchte man sich doch glatt ein Scheibchen abschneiden. Wie machen die Leute aus Hudiksvall das mit der Fröhlichkeit? ”Das sind Hälsingländer”, sagt Restaurantbetreiber Åke Röstlund bestimmt. ”Und Hälsingländer sind Frohnaturen. Ein bisschen langsam, aber fröhlich.”

Da haben wir es wieder, das Vorurteil vom - vor allem geistig - etwas behäbigen Nordschweden. Macht nichts, so lange es nur mit der Freundlichkeit stimmt.

Nur ein Mythos?

Das bestätigt auch Lotta Eriksson. Sie lebt seit Jahr und Tag in einem kleinen Dorf in der nächsten Umgebung. Doch beim Ausdruck ”Fröhliches Hudiksvall” denkt Lotta Eriksson nie an sich selbst oder dass sie gar persönlich zum Fortbestand des Slogans beiträgt. Fröhlicher als andere sind die Menschen aus Hudiksvall schon mal nicht, findet sie: ”Nein, das glaube ich nicht. Das ist wohl nur ein Mythos.”

Längst nicht jeder, der aus Hudiksvall stammt, kann überhaupt mit der traditionellen Fröhlichkeit des Ortes etwas anfangen. Seit es Syrin Kovac so wie viele erst zum Studieren, dann zum Arbeiten nach Stockholm verschlagen hat, denkt er beim Begriff ”fröhliches Hudiksvall”, nur an eins: ”Dass ich hier weggezogen bin. Ich glaube nicht, dass es hier insgesamt fröhlicher ist als anderswo. Naja, im Sommer vielleicht.” Syrin Kovacs Freundin Sophie Höglund findet, dass Hudiksvall durchaus den Beinamen ”fröhlich” verdient. Ihre Eltern haben in Hudiksvall ein Hotel, die Familie lebt vom Tourismus, schlechte Laune kann sie nicht gebrauchen: ”Die Leute hier sind netter. Es ist eine nette Stadt. Besonders im Sommer sind viele Touristen da.”

Weitgehend unerschlossene Region

Der Sommer und die Tou risten - das sind verdächtig häufig wiederkehrende Themen im Städtchen. Meer und Seen, Berge und Wald, das alles ist etwas wilder als beispielsweise im touristisch längst erschlossenen Småland, und lockt vor allem naturinteressierte Reisende. Aber auch kulturell ist Hälsingland mit seinen zahlreichen alten Kapellen und Gutshöfen kein Brachland. Seit die Autobahn E4 ausgebaut und die Zugverbindung zwischen Stockholm und Hudiksvall verbessert wurde, tummeln sich die Besucher in der kleinen Stadt - sagen zumindest diejenigen, die mit den Feriengästen zu tun haben.

Im tiefen Winter merkt man jedoch nichts vom vermeintlichen Trubel. Das Leben spielt sich drinnen ab. Dicke Schneeflocken treiben vor den Hotelfenstern vorbei, der Altbau wird bei den frostigen Außentemperaturen kaum richtig warm. Hotelierstochter Sophie Höglund mummelt sich fester in ihre dicke Strickjacke, ihr Blick schweift verträumt ein paar Monate in die Zukunft. Schließlich räumt sie ein: ”Nein, netter als anderswo sind die Leute hier wohl nicht. Aber die Stimmung in der Stadt ist gut, finde ich.”

”Fröhliches Hudiksvall” - im Winter wirkt dieser launige Spruch eher wie eine Durchhalteparole. Doch schon in wenigen Monaten, soviel steht fest, wird das Städtchen seinem altgedienten Slogan wie schon seit über hundert Jahren wieder alle Ehre machen.

Liv Heidbüchel

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