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Die großen Sammler

Publicerat fredag 2 februari 2007 kl 14.42
Begehrtes Sammelobjekt

Die Hauptaufgabe von Museen ist bekanntlich das Sammeln. Etwa 1,5 Millionen Gegenstände hat beispielsweise das Nordiska Museet, das Nordische Museum in Stockholm inzwischen. Doch das Museum zeigt nicht nur ältere Gegenstände, sondern dokumentiert in seinen Ausstellungen auch immer wieder die Gegenwart. Zum 100jährigen Bestehen des Museums nun widmet sich eine Ausstellung ganz dem Sammeln, denn das Sammeln ist der Wegwerfgesellschaft zum Trotz ein immer beliebteres Hobby auch in Schweden, für viele ist es gar eine wahre Leidenschaft. Die Ausstellung „Storsamlaren”, soviel wie „der große Sammler”, zeigt das Material von rund 60 Amateursammlern aus dem ganzen Land und will damit der Frage nachgehen, warum die Menschen überhaupt sammeln.

Es ist halbdunkel in diesem Teil der enormen Halle des Nordiska Museet, geheimnisvoll leuchten den Besucher die 63 Sammlungen hinter Glas an. Der profane Alltag der Sammlergegenstände im heimischen Hobbykeller ist im Museum vollständig abgefallen. Ob Radiergummis oder Vorhängeschlösser, Rattenfallen oder Stöcke mit Farbresten: Idee plus Masse ins rechte Licht gerückt geben einen Einblick in die Faszination Sammeln.

„Dass die Leute so merkwürdige Sachen sammeln!”, meint Ausstellungsbesucher Dante Eneqvist. „Warum nun gerade Eierbecher oder Holzfiguren oder Briefmesser. Keine Ahnung, warum die das machen. Vielleicht haben die immer mal was gekauft, plötzlich wird daraus eine Sammlung, und dann artet das in eine Manie aus! So nach dem Motto: Wenn ich das nächste Mal nach Deutschland fahre, muss ich einen Eierbecher kaufen!”

Schwedische Traditionsmarken

Diese Beschreibung passt auf Rentnerin Karin Fagerlund, die mit ihrer Freundin lange vor der Sammlung mit altem Porzellan der schwedischen Traditionsmarke Rörstrand steht. Auch Karin Fagerlund sammelt Rörstrand, allerdings nur ein spezielles Service, seit sie vor 30 Jahren drei Schalen geerbt hat. „Ich bin ständig auf der Jagd und habe gerade zu meiner Freundin gesagt, sollte sie eine Tee- oder Kaffeetasse finden, dann will ich die haben - der Preis spielt keine Rolle. Nun ja, nicht wenn es richtig viel Geld kostet, aber 1.000 Kronen würde ich schon bieten”, Karin Fagerlund. Und das sind immerhin rund 110 Euro.

Horten, Pflegen, Sortieren und Vermehren - diese Eigenschaften erinnern stark an die Jäger- und Sammlergesellschaft und sind tatsächlich so ausgeprägt wie lange nicht. Die Menschen wollen bewahren, aber auch eine gewisse Ordnung herstellen, glauben die Ausstellungsmacher. Dazu kommt, dass die meisten Sammler sich nicht wahllos vollramschen, sondern gezielt den allgemeinen Wohlstand zum Ausbau ihrer Sammlung nutzen. Und wer nicht für sich selbst sammelt, sammelt für Freunde und Bekannte.

„Und dann sind die Leute gezwungen zu Hause auszubauen, um Platz für die Sammlung zu schaffen”, sagt Museumsbesucher Dante Eneqvist und dabei graust es ihn ein wenig. „Ein Verwandter von mir sammelt zum Beispiel Schmetterlinge, der hat einen extra Raum dafür und das ist schon etwas manisch.”

Streichholzschachteln im Guinessbuch der Rekorde

Tatsächlich bestehen auch etliche der gezeigten Sammlungen im Nordiska Museet aus tausenden Teilen, zu sehen ist jeweils nur eine kleine Auswahl. Die 13.000 Streichholzschachteln etwa haben es sogar bis ins Guinessbuch der Rekorde gebracht. Aber auch angesichts der 2500 Bonbonschachteln oder der 4300 Porschemodelle wird Ausstellungsbesucher Hans Magnusson ganz ehrfürchtig. Seine hundert Bierdeckel und einige Alben Briefmarken können da nicht mithalten. Sammler, sind das nicht eigentlich Leute, die sich an Dingen festklammern?

„Doch, das glaube ich”, meint der Mann aus Lund. „Mir fällt es schwer, alte Hemden wegzutun, auch wenn die nicht mehr passen, weil ich inzwischen zu dick für sie geworden bin. Aber wegschmeißen kann ich sie trotzdem nicht. Mein Sohn will sie leider nicht haben. Eher unabsichtlich habe ich also auch eine Hemdensammlung.”

Unerklärlicher Sammlerinstinkt

Bei den Sammlungen im Nordiska Museet hängen immer auch ein paar Sätze der Sammler selbst, warum sie gerade zu dieser Sammlung gekommen sind. Das ist teilweise erhellend, gerade bei so obskuren Dingen wie Zitronenpressen oder Brauereigegenständen. Auch wenn die Ausstellungsmacher so ihre Mutmaßungen über die Sammelleidenschaft der Schweden haben - für Besucher Hans Magnusson ist es ganz einfach.

„Entweder man ist Sammler oder nicht. Wer diesen Sammlerinstinkt nicht hat, kann das nicht verstehen und findet das allerhöchstens seltsam. Aber wenn man selbst sammelt, versteht man diese Menschen. Ich kann das nicht erklären, das ist wohl irgendwas im Kopf.”

Die Ausstellung „Der große Sammler” ist noch das ganze Jahr im Nordiska Museet zu sehen. Im Herbst kommt die Ausstellung „Der kleine Sammler” dazu - mit Sammlungen von jungen Schweden unter 18.

Liv Heidbüchel

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