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Katastrophenwinter für Rentiere und Züchter

Publicerat fredag 9 februari 2007 kl 09.10

Im Norden Schwedens herrschen katastrophale Verhältnisse. Nicht, weil der Winter zu hart ist - der Winter ist irgendwie immer hart in Lappland. Nein, dieser Winter war stellenweise zu mild und das hat dazu geführt, dass die Rentiere nichts zu fessen finden. Von den 51 Samidörfer in Schwedens haben bereits 32 bei der Regierung Katastrophenhilfe beantragt. Viele Züchter klagen bereits jetzt über Verluste und wissen nicht, wie sie den Winter überstehen sollen.

Rune Stokke versucht das zu finden, was seine Rentiere im Winter essen; die Rentierflechte, die üblicherweise gut geschützt unter dem Schnee liegt. Rune Stokke ist Vorsitzender des Samendorfes Udtja und tritt kräftig mit den klobigen Schuhen in den Schnee. ”Hier - da ist kein Rankommen, man braucht ja fast einen Spaten, um hier durchzukommen”, sagt er nachdenklich.

Unter den mageren fünf Zentimetern Neuschnee, die an der Küste nahe Piteå gefallen sind, liegt eine dicke Eisdecke. Die Winterweide ist verschlossen, wie die Samen sagen. Der Züchter ist mit dem Sachbearbeiter Jan Ivar Rönnbeck von der Provinzialregierung unterwegs, um die Winterweidegebiete der Rentiere zu untersuchen. Zum zweiten Mal in diesem Winter. Die erste Inventur vor Weihnachten hat ergeben, dass die Weideverhältnisse schlecht sind.

”Es sieht düster aus”

”Wir müssen feststellen, dass die Winterweide sehr schlecht ist”, sagt Jan Ivar Rönnbeck. ”Wir machen ja jetzt die zweite Inventur, und es ist nicht besser geworden, im Gegenteil. Es sind 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee gefallen im Inland. Und an der Küste, wo vor Weihnachten noch kein Schnee lag, liegt jetzt eine dicke Eisdecke. Es sieht düster aus.”

Im Inland, in den Wäldern um Gällivare, fährt Rentierzüchter Lars Tomas Persson ein totes Ren weg, das in der Nacht verhungert ist. Gottseidank erst das zweite. Etwa 200 Rene warten im Gehege auf Futter, meist trächtige Muttertiere. Rentiere sind scheue Wesen, die sich vor Menschen zurückziehen. Gerade aber kommt eine Rentierkuh zum Mikrofon getrabt. Der Hunger siegt über die Scheu.

Lars Tomas Persson füttert ein Mal pro Tag ein spezielles Kraftfutter. Sonst würde wohl die ganze Herde verhungern. ”So einen schlechten Winter habe ich noch nicht erlebt, und ich habe vor 16 Jahren angefangen. Die älteren im Dorf sagen, dass 1966 ein ähnlich katastrophaler Winter war. Da starb der Grossteil der Herde. Nur wusste man damals auch noch nicht, wie man Kraftfutter gibt.”

Teure Ersatznahrung

Die speziellen Pellets aus Silage gehören nicht unbedingt zur natürlichen Nahrung der Rentiere und sind eigentlich zu kräftig für den empfindlichen Renmagen. Mit jeder neuen Kost müssen die Tiere ihr Verdauungssystem umstellen. Im Winter futtern sie üblicherweise Rentierflechte, die am Boden wächst oder an den Bäumen. Und wenn die Tiere schon abgemagert sind, fällt die Nahrungsumstellung umso schwerer. Doch der grösste Nachteil der Pellets-Fütterung ist der Preis. Lars Tomas Persson ist nahezu verzweifelt: ”Es ist einfach teuer. Dass soviel Geld draufgeht, habe ich noch nicht erlebt. Jeden Tag fliegt das Geld zum Fenster raus. Und dann die psychische Herausforderung. Es ist soviel zu tun: Hier im Gehege stehen ja nur ein paar Tiere, die meisten sind draussen im Wald und sind bisher noch gar nicht gefüttert worden.”

Zweieinhalbtausend Euro kostet es also umgerechnet, allein die 200 Tiere im Gehege einen Monat lang durchzufüttern. Deshalb hat Perssons Samendorf Katastrophenhilfe beantragt wie Rune Stokkes Dorf auch. Sie füttern nämlich schon einen Monat und hoffen darauf, dass die schwedische Regierungen einen Teil der Kosten erstattet. Rune Stokke: ”Wenn es keine Kostenerstattung gibt, dann werde ich alle Tiere schlachten und was anderes machen. Es dauert ja mehrere Jahre, bis man wieder eine Herde gezüchtet hat. Wir brauchen wirklich jetzt schnell Bescheid, ob es Katastrophenhilfe gibt oder nicht.”

Stockholm entscheidet

Doch davor ist zunächst die weitere Inventur der Winterweide; wenn die abgeschlossen ist, geht der Befund zum Sametinget, dem samischen Parlament und von dort nach Stockholm. Die Regierung muss schlussendlich entscheiden, wer wieviel Geld bekommt. Jan Ivar Rönnbeck von der Provinzialregierung: ”Unter der Hand wurde schon berichtet, dass es eine Kostenerstattung geben wird. Die Frage ist nur, ob 75 Prozent oder 50. Früher waren es nur 50 Prozent, Sametinget hat nun aber 75 Prozent gefordert. Es findet sich sicher eine Lösung.”

Die Zeit und das Wetter arbeiten solange. Jeden Tag geht mehr Geld für’s Futter drauf. Und sterben womöglich mehr Tiere. Wieviele Rentierzüchter es am Ende schaffen, zeigt sich am Ende des Winters.

Katja Güth

Am 8. Februar 2006 sagte Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson den Rentierzüchtern in Nordschweden umgerechnet vier Millionen Euro Katastrophenhilfe für Futtermittel zu.

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