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Åsa Larsson - Krimikönigin aus dem hohen Norden

Publicerat fredag 9 februari 2007 kl 13.02
Åsa Larsson Foto: Dan Hansson / Scanpix Schweden)

In Schweden versuchen die Krimiköniginnen den Krimikönigen den Rang abzulaufen. Henning Mankell und Håkan Nesser in allen Ehren: Natürlich lassen auch Frauen schaurig morden. Liza Marklund gilt seit langem als gesetzt, doch es gibt neue vielversprechende Talente auf dem Büchermarkt.

Åsa Larsson ist eine von ihnen. Drei Bücher sind von ihr bereits erschienen („Sonnensturm” und „Weiße Nacht”), das dritte („Der schwarze Stieg”) wird im Sommer 2007 in Deutschland publiziert. Wie Henning Mankell die Handlungen in seiner Heimat Skåne ansiedelt, lässt Åsa Larsson hoch im Norden morden.

Genre Schwedenkrimi
„Frühlingsabend am See Torneträsk. Das Eis war dick, über einen Meter. Überall auf dem siebzig Kilometer langen See waren Archen, kleine Hütten auf Kufen, vier Quadratmeter groß. Im Frühlingswinter pilgerten die Einwohner von Kiruna zum Torneträsk. Man fuhr Schneescooter und hatte die Arche im Schlepptau. Im Fußboden der Arche war eine Luke. Durch sie bohrte man ein Loch ins Eis. Ein Plastikrohr verband das Eisloch mit der Bodenluke, so wurde vermieden, dass sich die eisigen Winde von unten in die Arche drängten. Und so saß man da drinnen und angelte durch das Loch.”

So beginnt Åsa Larssons drittes Buch über grauenhafte Morde in Kiruna, die von einem dreiköpfigen Ermittlerteam aufgeklärt werden. Natürlich haben die seltsamen Archen mit dem Mordfall zu tun. Natürlich: Die Leiche wird in einer solchen Hütte liegen. Dabei hatte Åsa Larsson ihre Leiche zunächst woanders abgelegt.

„Ich hatte schon viel geschrieben am Buch und meine erste Leiche zunächst in den Straßengraben geworfen und war damit ganz zufrieden. Dann sah ich in der Bibliothek ein Buch über Archen, diese kleinen Anglerhütten auf Kufen. Es war so herrlich, in dem Buch zu schmökern. Also kam ich drauf: Herrgott! Die tote Frau muss in einer Angelarche gefunden werden.”

Kiruna prägt
Es sind diese Schilderungen der Gewohn- und Eigenheiten der Norrländer, wie die Einwohner der nördlichsten schwedischen Provinz genannt werden, die Åsa Larssons Krimis bekannt und beliebt gemacht haben. Sie schreibt über diesen speziellen Menschenschlag, weil sie selbst eine von ihnen ist. Auch wenn sie schon lange in Mittelschweden wohnt, im pittoresken Städtchen Mariefred mit dem Schloss Gripsholm, nahe Stockholm. Åsa Larsson ist in Kiruna aufgewachsen, das hat sie geprägt.

„Kiruna ist ja eine ausgeprägte Arbeiterstadt mit einer Arbeiterkultur und einer speziellen Art und Weise zu sein. Wir Norrländer gelten ja beim Rest der schwedischen Bevölkerung als ungehobelt, etwas ungezogen und schweigsam. Die Männer sind schweigsam, die Frauen reden ziemlich viel.”

Gemeindamkeiten
Die Protagonistin der Bücher, die aparte Anwältin Rebecka Martinsson entspricht dieser Kategorie erstmal nicht. Sie ist eher männlich-schweigsam. Ihre Schöpferin hat Rebecka zunächst aus dem eher provinziellen Kiruna ins großstädtische Stockholm geschickt. In den ersten beiden Büchern folgt Rebecka zweimal dem Ruf zurück nach Hause. Jedes Mal endet das in einer Katastrophe. Die Narben sind am Körper zu sehen. Die Seele wartet auf Gesundung.

Und doch: Åsa Larsson lässt die Anwältin im dritten Buch in die Heimat ziehen. Aus therapeutischen Gründen. „Ich glaube, sie findet wieder zu sich selbst, in ihrem Heimatdorf nahe Kiruna, wo sie bei der Großmutter aufgewachsen war, im Haus am Fluss. Ihr ging es ja so schlecht in den ersten beiden Büchern. Vor allem im ersten Buch war sie auf der Flucht vor sich selbst. Sie hat sich in der Arbeit vergraben, war aber nie zuhause in der Welt der Oberklasse in Mittelschweden. Das Haus der Großmutter ist ein guter Platz für sie, das Band zurückzuspulen und sich selbst zu finden.” 

Es gibt Parallelen zwischen Rebecka Martinsson und der Schriftstellerin: Beide sind Juristen und in Kiruna aufgewachsen. Aber da hört es schon fast auf. Åsa Larsson hat ihr erstes Buch in der Babypause geschrieben, das zweite während sie am Gericht arbeitete. Die Verfasserin dürfte - im Gegensatz zu ihrer Protagonistin - psychisch stabil sein. Doch das Underdog-Gefühl, nicht richtig zur feinen Gesellschaft zu gehören, einen anderen Ursprung zu haben als ihre Umgebung, das haben wohl beide.

Kriminelle Verflechtungen
Zurück in Kiruna jedenfalls versucht Rebecka Martinsson als Staatsanwältin mit den Kommissaren Anna-Maria Mella und Sven-Erik Stålnacke die üblichen Sachen in einem Krimi aufzuklären. Wer war die Tote, wie kam sie in der Anglerhütte, wer ermordete sie? Die Spuren führen nach Afrika, in ein weltweites Geflecht von Söldnern, korrupten Machthabern und skrupellosen Geschäftsleuten…

Doch zurück zur nordschwedischen Anglerhütte, wo eine tote Frau liegt, deren Schicksals ergründet werden muss. Ein Nachbar hat die Leiche gefunden.

„Er setzte sich und dachte nach. Was sollte er tun? Zur Touristenstation musste er. Aber eine Weile musste er noch hier bleiben. Solange jedenfalls, bis er nicht mehr so verdammt fror. Es war eine Art Gemeinschaft zwischen ihm und ihr. Er leistete ihr eine Weile Gesellschaft, während er da saß mit seinen schmerzgeplagten Gliedern, weil die Wärme langsam in den Körper zurückkehrte. Er hielt die Hände vor den Gasbrenner. Sagte nichts. Sie auch nicht.”

Katja Güth

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