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Nicht ohne mein Auto: Umweltbewusstsein in Grenzen

Publicerat måndag 7 maj 2007 kl 13.33
Hauptsache, der Wagen rollt.

Wie verändert sich das Klima, was bedeutet das für die Umwelt und vor allem, was kann der Mensch dabei tun? Fragen, die auch die Schweden derzeit beschäftigen. Der dritte UN-Weltklimabericht vergangenen Woche unterstrich noch einmal den Ernst der Lage. Gleichzeitig aber kann die Klimakatastrophe verhindert werden, meinen die Experten, nämlich durch eine drastische Verminderung des Kohlendioxidausstoßes. In Schweden sind allein aus geographischen Gründen viele Menschen auf das Auto angewiesen, dazu kommt, dass sich besonders treibstoffintensive Stadtjeeps wachsender Beliebtheit erfreuen. Wie umweltbewusst sind die Schweden und wo könnten auch sie mehr Energie sparen?

„Man ist vielleicht etwas naiv, weil man nur so kurzsichtig auf sein eigenes Leben jetzt guckt. Ich weiß nicht, ob ich das mache, aber viele andere sicher.“

Spricht’s und schlägt die Tür zu seinem Wagen zu, der 15 Liter Sprit auf hundert Kilometer schluckt. Daniel Swärd passt mit seiner Einstellung genau ins Bild der 15- bis 29jährigen Männer, die laut einer Umfrage am wenigsten für Umweltthemen übrig haben. Dabei räumt Daniel Swärd sogar noch ein, auch er könne sicherlich mehr für die Umwelt tun. Ganz anders als ein anderer junger Stockholmer:

„Ich denke überhaupt nicht an die Umwelt. Das wird doch alles aufgebauscht. Und in einem Jahr machen sich die Leute wieder wegen irgendwas anderem Sorgen.“

Umweltbewusste Frauen
Bei den Frauen sieht es dagegen ganz anders aus. Laut Studie gaben doppelt so viele Frauen wie Männer an, dass sie die Klimaveränderungen „ziemlich“ oder sogar „sehr beunruhigend“ finden. Und auch bei einer Umfrage des Schwedischen Rundfunks in der Stockholmer Innenstadt zeigten sich die Frauen bereit zu Einschränkungen, wenn es denn der Umwelt nütze.

„Klar kann ich mir das vorstellen. Ich schätze ja die Natur!“, sagt die eine. Die andere meint: „Sicher. Unsere Kinder leben ja in dieser Welt weiter, deshalb tragen wir alle Verantwortung.“

Die Macht des einzelnen Verbrauchers
Nun kennt wohl jeder das Gefühl von Machtlosigkeit angesichts der industriellen Umweltbelastung. 67 Millionen Tonnen Kohlendioxid stieß allein Schweden vor zwei Jahren aus. Aber immerhin 250 Kilogramm kann jeder Einzelne im Jahr sparen nur durch das Austauschen von fünf gewöhnlichen Glühbirnen durch Energiesparleuchten. Doch der einzelne Bürger kann noch eine Menge mehr tun, ermuntert Emma Lindberg vom Schwedischen Naturschutzbund.

„Anstatt den Fernseher mit der Fernbedienung auszumachen, drückt man lieber auf den Aus-Knopf, denn alle Geräte auf Stand-By ziehen ja Strom. Auch das Ladegerät fürs Handy sollte man aus dem Stecker ziehen, denn bleibt es drin, verbraucht es Energie. Dann kann man auf gute Belüftung hinter Kühl- und Eisschrank achten und wenn man sich neue Weißwaren anschafft, sollte man ein Gerät mit niedrigem Verbrauch wählen.“

Beliebt: Autoausflug ins Shoppingcenter
Auch wenn jeder vierte Schwede laut Umfragen dazu bereit ist, mehr für die Umwelt zu tun, so scheint eine Vorliebe davon ausgenommen: Das Einkaufen mit dem Auto in einem der riesigen Shoppingcenter in den Vororten. Dreimal so hoch ist der Ausstoß von Kohlendioxid, als wenn der Konsument beim Supermarkt um die Ecke einkauft.

Besonders am Wochenende tummeln sich die Menschen in den Shoppingcentern, als gäbe es etwas umsonst. Tatsächlich bekommt der Wocheneinkauf in den Menschenmassen etwas Event-Charakter mit dem Würstchen auf die Hand, einem Rubbellos und dazu sämtlichen Waren, die ein Konsument sich nur wünschen kann. So sieht das auch Mohammed Abu Mujeh. Einmal pro Woche zieht es auch ihn in ein Einkaufszentrum nördlich von Stockholm.

„Gute Preise, bequem, groß und man findet fast alles“, sind für den Familienvater schlagende Argumente. „Und dann ist das etwas, was die ganze Familie zusammen macht, das ist immer sehr nett.“

„Da, wo wir wohnen, gibt es auch alles, aber es ist auch schön, wenn man mal rauskommt“, sagt Mohammeds Frau Sara. „Und was die Umwelt angeht: Das liegt ja nicht nur an uns. Ein Auto mehr oder weniger schadet ja nicht.“

Autofahren gehört also nicht nur für junge Männer zum Lebensstil und damit zur Lebensqualität dazu, sondern auch für Familien. Und wenn erstmal ein Einkaufszentrum in zehn bis 20 Kilometer Entfernung mit Niedrigstpreisen und umfassendem Angebot lockt, gerät ein durchaus vorhandenes Umweltbewusstsein leicht ins Hintertreffen.

Kommunen selbstkritisch
Reigun Thune Hedström ist im Kommunalverband für Bebauungsfragen zuständig und sie gibt zu, dass die Kommunen bei der Genehmigung von immer neuen Einkaufszentren zu wenig an die Folgen für die Umwelt gedacht haben.

„Die so genannten Kräfte des Marktes sind immer stark und klar ist: Kommen die nicht zu uns, gehen sie in eine andere Kommune. Und man will ja den eigenen Einwohnern etwas Gutes tun, das heißt, man will niedrige Preise bieten. Aber es kann ja nicht nur um Preise gehen. Die Umwelt muss auch etwas kosten dürfen. Wir müssen also vielleicht vier Öre mehr für die Milch ausgeben. Ich glaube, die Leute wachen langsam auf.“

Weiter lachse Einstellung trotz EU-Rüge
Bereits vor zwei Jahren wurde das Plan- und Baugesetz verschärft: Die EU-Kommission hatte Schweden für schwere Mängel bei der Beschreibung der Folgen für die Umwelt kritisiert. Trotzdem nehmen es viele Kommunen nicht so genau mit der Erstellung von Gutachten: Derzeit entstehen überall im Land Einkaufzentren mit einer Gesamtfläche von 1,7 Millionen Quadratmetern, das entspricht 200 Fußballfeldern.

Liv Heidbüchel 

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