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Grubenarbeiter streiken weiter

Publicerat tisdag 8 maj 2007 kl 14.56
Gruvbrytning i en zinkgruva. Foto: David Magnusson/Scanpix.
Schwedische Grubenarbeiter: zu schlecht bezahlt?

Beim staatlichen Grubenunternehmen LKAB tobt ein wilder Streik. Seit Montagnachmittag haben mindestens 300 Grubenarbeiter in Kiruna und anderen Orten die Arbeit niedergelegt. Laut Gewerkschaftsangaben handelt es sich sogar um bis zu 1.800 Streikende. Die Arbeiter fordern mehr Lohn als im kürzlich ausgehandelten Tarifvertrag vorgesehen. Forderungen der LKAB-Leitung, den illegalen Streik unverzüglich abzubrechen, ignorieren die Grubenarbeiter bislang.

Immerhin 10,2 Prozent mehr Lohn sieht das gültige Tarifabkommen für die Beschäftigten im Bergbau vor. Damit liegen die Grubenarbeiter schon jetzt an der Spitze aller tariflich Beschäftigten in Schweden. Doch nach Auffassung der Kumpel bei LKAB hat das staatliche Unternehmen in der Vergangenheit überdurchschnittlich hohe Gewinne erzielt.

An diesem Erfolg wolle man nun teilhaben, meint Grubenarbeiter Anders Ukonsarri: „Irgendwann ist das Maß voll. Das Unternehmen macht satte Gewinne. Warum können wir nicht etwas von dem Geld abbekommen?“

Verständnis für den wilden Streik

Im Durchschnitt verdienen die LKAB-Grubenarbeiter monatlich umgerechnet 2.500 Euro. Nun fordern sie 440 Euro mehr. Doch in den Augen der Arbeitgeberseite sind die Tarifverhandlungen bereits rechtsgültig abgeschlossen, weil just die Gewerkschaftsvertreter bei LKAB die Tarifeinigung ebenfalls unterzeichnet haben. Offiziell unterstützt der Gewerkschaftsdachverband, LO, den Ausstand deswegen auch nicht; Verständnis für die Lohnforderungen und den wilden Streik zeigte man dennoch.

Nun sind drei Standorte von LKAB – Kiruna, Malmberget und Svappavara, lahm gelegt. Mats Pettersson, Personalchef beim Unternehmen, sorgt sich um den Ruf von LKAB: „Bereits gestern waren die ersten Kunden betroffen. Der damit verbundene Ansehensverlust ist das schlimmste, was passieren kann.“

”Zurück an den Verhandlungstisch” 

Der Arbeitgeberverband verurteilte indes den wilden Streik als Bruch des Tarifabkommens. Entsprechend droht die LKAB-Führung den Streikenden mit ernsten Konsequenzen. Konzernchef Martin Ivert: „Wer streikt, wird aufgeschrieben, bekommt seinen Lohn gekürzt und wird beim Arbeitsgericht angezeigt.“

Zu Verhandlungen werde man sich nicht zwingen lassen, erklärte Ivert weiter. Zunächst müssten die Streikenden zurück an die Arbeit gehen. Genau das Gegenteil aber wollen die Grubenarbeiter. Sie würden erst wieder ihre Arbeit aufnehmen, wenn neue Lohnverhandlungen stattfänden, teilte der Gewerkschaftsvertreter in Kiruna, Harry Rantakyrö, mit: „Die Leitung soll nicht offen drohen, sondern sich lieber mit uns an den Verhandlungstisch setzen und eine gemeinsame Lösung finden.“

Erinnerungen an 1969 

Bis zum späten Nachmittag blieben die Fronten verhärtet. Bei vielen weckt dieser Arbeitskampf Erinnerungen an den Streik der Grubenarbeiter von 1969. Insgesamt 4.500 Arbeiter streikten damals 57 Tage lang und brachten damit eine Reform des schwedischen Arbeitsrechts ins Rollen.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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