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Kritik gegen Persson: Lieber PR-Job als guten Ruf

Publicerat onsdag 9 maj 2007 kl 13.56

Was darf ein ehemaliger Ministerpräsident und Parteivorsitzender denn so arbeiten, wenn er seine Ämter nicht mehr innehat? Diese Frage stellt man sich jetzt in Schweden, da Göran Persson jetzt bei einer PR-Firma angeheuert hat. Steht die Glaubwürdigkeit der Politik und der Politiker auf dem Spiel? Fest steht, dass Persson mit seinem Schritt in die Wirtschaft Kritik aus den eigenen Reihen erntet und den Spott der politischen Gegner.

Keine zwei Monate sind vergangen, seit Göran Persson als Vorsitzender der Sozialdemokraten abgetreten ist – ein gutes halbes Jahr ist es her, dass er seine Stellung als Ministerpräsident verlor. Jetzt posiert er mit dem Geschäftsführer des Stockholmer PR-Unternehmens JKL vor der Kamera. Im August beginnt Persson dort seine Tätigkeit als „senior advisor“.

Vor allem in der eigenen Partei ist das Kopfschütteln groß, was den neuen Job des ehemaligen Chefs anbelangt. Und auch Irene Wennemo vom Gewerkschaftsverband LO ist verwundert: „Das ist schon merkwürdig, vor allem weil er ja eine stattliche Pension und eine eigene Landwirtschaft hat. Jetzt setzt er sein Ansehen und seinen Ruf aufs Spiel. Das erinnert mich an den ehemaligen Wirtschaftsminister Björn Rosengren, als er zum Stenbeck-Konzern gegangen ist. Das war auch umstritten. Wenn man daran denkt, wie wir Carl Bildt für seine Geschäfte angegriffen haben, hätte man etwas vorsichtiger sein können.“

Wertvolle Kontakte

Über Rosengrens Engagement bei Tele2 sagte Persson seinerzeit, dass Rosengren diesen Job nicht wegen seiner brillianten Kenntnisse in der Telekommunikation bekommen habe. Es geht auch bei Persson vielmehr um die Kontakte, die ehemalige Regierungsmitglieder weiter nutzen. Auf diese Wunde legt auch Peter Eriksson von der Umweltpartei den Finger: „Er schadet der Integrität der Politik. Das ist völlig unangebracht, so kurz nach einer Wahl als Berater für die Wirtschaft zu arbeiten.“

Viele Politikexperten geben Eriksson in dieser Kritik Recht. Das Vertrauen der Wähler werde aufs Spiel gesetzt. Aber offensichtlich geht es Persson nicht allein ums Geld. Ähnlich wie Gerhard Schröder konnte Göran Persson nicht davon lassen, bei wichtigen Entscheidungen mit dabei zu sein und Macht auszuüben. Der Nachrichtenagentur TT sagte er, er wolle Einfluss nehmen bei Entscheidungen in Klimafragen und nachhaltigen Entwicklungen.

Schumnzelnder Bildt

Der Abschied von der Macht scheint Persson schwer zu fallen, umso delikater, dass er sich in einer viel beachteten Fernsehdokumentation über Carl Bildt ausgelassen hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Bildt gerade die Wahl gegen ihn verloren und war ins Wirtschaftsleben gegangen. Persson sagte damals, dass er Mitleid mit Bildt habe. Jetzt sind die Rollen vertauscht. Bildt ist Außenminister und Persson hat einem Job bei einem privaten Unternehmen. Ein Umstand den Carl Bildt nicht ohne ein gewisses Schmunzeln kommentiert: „Das ist wohl gut, dass der Junge einen Job in der Privatwirtschaft gekriegt hat, dass er sich in der großen Welt nicht so verloren vorkommt.“

Aber auch Bildt musste sich in letzter Zeit wegen seiner Aktiengeschäfte mit russischen Energieunternehmen so manche Kritik anhören. Der Fall Persson bestätigt erneut, dass auch im sozialdemokratischen Lager die Trennung zwischen privaten Interessen und politischen Ämtern nicht immer strikt gehandhabt wird.

Dieter Weiand

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