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Schwedisches Team zu Schlachtfeldausgrabungen in Poltava

Publicerat onsdag 16 maj 2007 kl 16.26

Die Schlacht bei Poltava in der heutigen Ukraine am 28. Juni 1709 läutete das Ende der schwedischen Großmachtszeit an und machte gleichzeitig Russland zur neuen Großmacht. Bis heute ist die Schlacht Schwedens größter militärischer Verlust. An jenem Tag starben so viele Schweden in Kampfhandlungen wie nie zuvor und danach, nämlich etwa 10.000 Mann. Bis heute ist das Interesse der geschichtsinteressierten Schweden an dieser Zeit ungebrochen. Nun begibt sich erstmals ein Team aus schwedischen, ukrainischen und amerikanischen Archäologen auf das Schlachtfeld und versuch,t mehr über die verheerendste Niederlage des Kriegerkönigs Karl XII. herauszufinden.

Etliche Bücher sind über die Schlacht bei Poltava geschrieben worden. Am bekanntesten wohl jenes von Peter Englund, Historiker und Mitglied der Schwedischen Akademie. Über 250.000 Mal verkaufte sich das populärwissenschaftliche Werk. Wie viele andere Experten ist Peter Englund die herkömmlichen Archive durchgegangen.

Trotzdem sind noch viele Fragen ungeklärt. Was zum Beispiel hat zu den enormen Verlusten in der schwedischen Armee unter Karl XII. geführt, an welchen Waffen lag es?

„Wir wollen in die Archive unter der Erde”

Auf diese Fragen erhofft sich nun das Forscherteam um Bo Knarrström Antworten, wenn es in den kommenden drei Jahren archäologische Grabungen am Schlachtfeld durchführt. Bo Knarrström arbeitet normalerweise bei der Behörde für Denkmalschutz.

„Wir wollen das Bild komplettieren, das wir durch die Arbeit in den herkömmlichen Archiven heute haben. Historiker Peter Englund ist der Auffassung, dass die Archive erschöpft sind, auch wenn man gewisse Ergebnisse natürlich uminterpretieren könnte. Nun aber wollen wir in die Archive unter der Erde und versuchen, einige der vermuteten Geschehnisse zu bestätigen.“

Fest steht, dass die Schlacht bei Poltava einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte darstellt. Eigentlich das einzige Mal, wo Schweden den Gang der Weltgeschichte beeinflusst hat, meint Bo Knarrström – allerdings auf andere Weise als erhofft. Sämtliche bisherige Arbeiten über Poltava stützen sich jedoch auf Zeugenaussagen und persönliche Erinnerungen der Überlebenden – Material, das zu widersprüchlichen Forschermeinungen führt und auch erhebliche Lücken in der Geschichtsschreibung lässt, beklagt Schlachtfeldarchäologe Knarrström.

Identifikation der Gefallenen möglich

Nun hofft er auf reichhaltige Funde, die dabei helfen können, ein nuancierteres Bild der Schlacht zu zeichnen. Möglicherweise könnten die Forscher sogar gefallene Soldaten identifizieren.

„Wenn wir Glück haben, finden wir vielleicht Knöpfe oder andere Dinge, die verraten, woher der Soldat kommt. Dann kann man heute aber auch eine Analyse von Spurenelementen an Zähnen durchführen. Daran könnte man vielleicht erkennen, wo der Mensch – wenn er denn aus Schweden stammt - aufgewachsen ist, in Nordschweden, Småland oder an der Westküste.“

Schon im Juni wollen die Archäologen mit den Ausgrabungen auf dem Schlachtfeld beginnen.

Liv Heidbüchel

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