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Linné 300. Jubiläum

Publicerat tisdag 22 maj 2007 kl 14.34
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Carl von Linné (Foto: SCANPIX Schweden)
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Auf dem 100-Kronenschein ist er immernoch heiss begehrt

Landauf, landab wird Schwedens Blumenkönig Carl von Linné in diesem Jahr geehrt. Botanische Exkursionen, Paddeltouren in seinen Spuren - alles im Angebot im Jubiläumsjahr.

In diesem Jahr wird nicht nur Linnés 300. Geburtstag begangen.

Auch seine grösste Entdeckungsreise, die Lapplandsreise begeht Jubiläum. Am 12. Mai 1732, vor 275 Jahren also, trat der Blumenkönig eine der wichtigsten Reisen seines Lebens an.

Es war Mittsommer, der 21. Juni, als der junge Abenteurer in Luleå ankam. Da war Carl von Linné schon sechs Wochen unterwegs. Heute schafft man die Strecke von Uppsala nach Luleå in zehn Stunden mit dem Auto. Aber im 18. Jahrhundert gab es bekanntlich keine Autos; Linné war zu Fuss, zu Pferd und mit dem Boot unterwegs, um das damals fast unbekannte Lappland inklusive Flora, Fauna und Menschen zu erforschen.

Seine Eindrücke in Luleå schilderte der Blumenkönig wie folgt: "Moarna stodo nu vita av Linagrostis spica erecta och spicis dependentibus. Kärren vita av Ledum. Skogarna vita av Trientalis och Mesonmora, vilka nu begynte taga av och i dess ställe Myrtillus, kröson, odon, blåbär, Melampyrum et Geranium. Ängarna helt gula av Ranunculus erectus. Åkrarna några gula av Brassica campestris, varest Behen lagade sig att stiga fram vid den förras slut."

”Die Heiden und Sümpfe standen weiss von Wollgras und Sumpfporst. Die Wälder weiss von Siebenstein und Hartriegel, die langsam verblühten und von Preiselbeeren, Wiesen-Wachtelweizen, Rauschbeere und Heidelbeere und Waldstorchschnabel abgelöst wurden. Wiesen und Äcker gelb von Butterblumen und Ackerkohl.”

Gut gefülltes Tagebuch

Linnés Tagebuch der Lapplandreise ist gut gefüllt mit derlei Beschreibungen von allerlei Gewächsen. Doch der Blumenkönig hatte sich nicht auf den langen Weg gemacht, um Blumen zu beschreiben. Kjell Lundholm ist Archäologe und Geologe und hat ein Buch über Linnés Lapplandsreise geschrieben: ”Linné war nicht darauf aus, Blumen zu suchen. Man kann niemals staatliches Geld bekommen, um Blumen zu suchen. Er sollte das Land entwickeln. Mineralien finden, er sollte an einem Buch arbeiten über lokale Krankheiten, er sollte vorschlagen, wie man das Getreide vor Nachtfrost schützen kann, und dafür hatte er die Annehmlichkeiten des Abenteuers.”

Herr von Linné hielt sich nicht lange in Luleå auf. Gammelstad: die Altstadt mit dem Kirchdorf fand er ganz hübsch, die gerade entstehende Neustadt Nya Lule war keinen Besuch wert, beschied er. In Luleå, wie in anderen damals noch jungen Städten, kam er im Pfarrhaus unter. Nach seinem Besuch bei Pfarrer Johannes Unnaeus machte er sich auf den Weg in die nur teilweise erforschte Wildnis. Nun konnte das Abenteuer wirklich beginnen.

Der Weg nach Norden führte Linné zunächst auf den Fluss Luleälv, damals segelten Boote auf den grossen Flüssen, die vom Schmelzwasser der Berge gespeist werden und in die Ostsee fliessen. Auf dem Boot traf Linné Bergmeister Seger Svanberg. Die schwedische Krone hatte ein grobes Interesse an der Besiedlung Lapplands. Im 18. Jahrhundert war die Kolonisation im vollem Gange. Die ersten Kirchen waren gebaut, die ersten Lappen zum christlichen Glauben und dem Abführen von Steuern gezwungen. Es galt, die Bodenschätze Lapplands auszubeuten und das Land der Lappen gezielt durch schwedische Siedler dem Einfluss dem Krone zu sichern.

Gemeinsame Wanderung

Bergmeister Svanberg war auf dem Berg zu einer Grube bei Tjåmotis am Fusse des Fjälls. Die Herren einigten sich, ein Stück des Weges gemeinsam zu wandern. Auf dem Weg dorthin passierte Linné womöglich Ruotevare, einen Berg bei Jokkmokk. Dort bietet Tim Senften im Sommer Führungen zu stillgelegten Gruben an. Der Naturführer hat über 15 Jahre lang Gruben in Nordschweden gesucht, gefunden und kartiert. Auf dem Berg Ruotevare wurde 1638 die erste Eisenerzgrube der nördlichsten Provinz in Betrieb genommen. Hat Linné damals, nach dreiwöchiger Reise von Luleå nach Jokkmokk, die Gruben am Ruotevare inspiziert?

”Das wissen wir nicht genau, weil nichts darüber aufgeschrieben wurde. Weil aber Linné in Luleå den Regimentskommissar Unnaeus traf und mit ihm über die Erzvorkommen am Ruotevare gesprochen hat, ist es möglich, dass er hier war”, glaubt Tim Senften.

Gesichert ist hingegen, dass sich Linné vom Bergmeister Svanberg die Grube in Tjåmotis zeigen liess, etwa 80 Kilometer von Jokkmokk entfernt. Und mit der Tjåmotis-Grube verbindet sich eine Geschichte, die Tim Senften gerne und genüsslich erzählt. Stine Groth, die Frau des Pastors in Kvikkjokk, ein Dorf am Fusse des Fjälls, hatte das Vorkommen entdeckt, gemeinsam mit dem Regimentsvertreter Joakim Kolk.

”Aus Linnés Notizen wird die damals herrschende Moral sehr deutlich. Er schrieb nämlich, dass Stine Groth und dieser Kolk wohl was miteinander hatten. Carl von Linné notierte, dass also die Frau des Pastors, dass die eine Hure ist. Ja, sie hurt.”

Beim Naturvolk

Die Empörung über diese Schandtat dürfte etwas abgeklungen sein, als Linné später den beschwerlichen Gang ins Gebirge antrat. Der angeblich betrogene Ehemann, Pfarrer Alstadius, hatte Linné einen samischen Führer organisiert, der ihn über die Berge zu seinem Pfarrerkollegen in Norwegen führen sollte. Irgendwo in den Weiten des Gebirges traf Linné Lappen, über die er verwundert notierte:  ”Die Leute, 16 an der Zahl, lagen nackt. Wuschen sich nur in eine Richtung, nach unten. Trockneten sich nicht ab. Reinigten die Gefässe mit den Fingern. Spuckten Wasser aus dem Mund auf den Löffel, schütteten dahinein die gekochte Renmilch, die dick und mächtig wie Milch mit rohen Eiern ist.”

Diese natürliche Lebensweise fand der Wanderer abschreckend und faszinierend zugleich. Es galt damals als modern, Vertreter von Naturvölkern als edle Wilde zu bewundern, die doch ein gesünderes Leben führten als die Stadtmenschen.

Zurück in die Stadt Uppsala kam Carl von Linné am 10. Oktober, nach über fünf Monaten. Er wurde seinem Auftrag gerecht, das Land zu entwickeln und war noch öfter im Dienste der schwedischen Krone unterwegs. 

Katja Güth

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