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Astrid-Lindgren-Preis an ‚Banco del Libro’ verliehen

Publicerat onsdag 30 maj 2007 kl 16.24
Der ALMA-Preis zum Gedächtnis von Astrid Lindgren fiel 2007 der venezolanischen Institution Banco del Libro zu. Kronprinzessin Victoria überreicht das Zertifikat an Carmen Diana Dearden und Maria Beatriz Medina von Banco del Libro (Foto: Leif R Jansson / Scanpix Schweden)
Kronprinzessin Victoria überreicht das Zertifikat des ALMA-Preises an Carmen Diana Dearden und Maria Beatriz Medina von Banco del Libro (Foto: Leif R Jansson / Scanpix Schweden)

Im Stockholmer Freilichtmuseum Skansen wurde am 30. Mai der Kinderliteraturpreis in Gedenken an Astrid Lindgren verliehen. Die mit umgerechnet 540.000 Euro dotierte Auszeichnung ging diesmal an die venezolanische Organisation „Banco del Libro“ – ein Bücherverleih für Kinder. Das Konzept ist so erfolgreich, dass es auch in Schweden bereits Nachahmer gefunden hat.

Wenn man die Preisträger fragt, was das Wichtigste an ihrer Arbeit ist, dann antworten sie meist: Die Verständigung zwischen Kindern aus aller Welt durch Literatur. Nicht zuletzt schwedische Kinderliteratur hat daran einen gehörigen Anteil, erzählt Carmen Martinez. Sie arbeitet seit vielen Jahren für ‚Banco del Libro’ und weiß, dass sich etliche junge venezolanische Leser für die Astrid-Lindgren-Figur ‚Pippi Langstrumpf’ begeistern: „Pippi ist eine Lobeshymne auf das Leben, auf die Fantasie und die Freiheit. Für sie sind Freundschaft und Solidarität genauso wichtig wie die Liebe zur Natur.“

In diesem Jahr, das zugleich den 100. Geburtstag Astrid Lindgrens markiert, wurden die Männer und Frauen von ‚Banco del Libro’ nun am Mittwoch auf Skansen von Kronprinzessin Victoria sowie Kulturministerin Lena Adelsohn Liljeroth ausgezeichnet. „Mit Einfallsreichtum und Pioniergeist sucht ‚Banco del Libro’ ständig nach neuen Wegen, um Kindern Bücher und das Lesen nahe zu bringen. Die Arbeit der Organisation ist durch Enthusiasmus sowie einen erfrischenden Mangel an Bürokratie gekennzeichnet.“ So hatte die Jury des Kinderliteraturpreises in Gedenken an Astrid Lindgren die Wahl der venezolanischen Organisation begründet. Der mobile Bücherverleih hatte sich gegen 131 Nominierte aus 51 Ländern durchgesetzt. Seit der Preis 2002 ins Leben gerufen wurde, wurden in erster Linie Schriftsteller ausgezeichnet.

Spaß an der Literatur

Diesmal aber fiel die Entscheidung zugunsten einer karitativen Organisation, die sich dafür einsetzt, Kindern Spaß an der Literatur zu vermitteln. Keine leichte Aufgabe in einem Land, dessen offizielle Analphabetenrate bei zehn Prozent liegt. Vor allem in der indianischen Urbevölkerung sind Lese- und Schreibkenntnisse schlecht entwickelt. Hier versucht ‚Banco del Libro’ Abhilfe zu schaffen, erläutert die Vorsitzende der Organisation, Maria Medina: „Die Indiogruppen bei uns sind zweisprachig. Deswegen arbeiten wir mit Experten zusammen, die diese Sprachen sprechen. Aus dieser Kooperation sind schon etliche Kinderbücher entstanden, die sowohl in spanischer als auch in Indiosprache geschrieben sind.“

Auch die übrige Arbeit von ‚Banco del Libro’ wäre ohne Kooperationen kaum möglich. Sowohl Behörden als auch private Unternehmen sponsern die Organisation seit langem. Sogar der Coca-Cola-Konzern unterstützt den Bücherverleih mit drei Bibliotheksbussen. Bislang funktioniert der Betrieb mit seinen insgesamt 30 Angestellten nahezu reibungslos. Gleichwohl weiß die Vorsitzende Maria Medina, dass man unter der Regierung des umstrittenen Präsidenten Hugo Chávez nie ganz sicher sein kann. Erst Anfang der Woche hatte Chávez einen staatskritischen TV-Sender schließen lassen. Gerade deshalb komme die schwedische Auszeichnung zur rechten Zeit: „Dieser Preis ist eine wichtige internationale Anerkennung für uns. Er gibt es eine gewisse Sicherheit – nicht zuletzt in unserem Heimatland.“

Keine politische Entscheidung

Von einer politischen Entscheidung will die Jury des Astrid-Lindgren-Preises aber nicht sprechen. Im Vordergrund stehe die ideelle Arbeit von ‚Banco del Libro’, die im Prinzip auch in reichen Industrienationen wie Schweden vonnöten ist, erklärt der Juryvorsitzende Larry Lempert. Vor allem in Einwandererbezirken wie Stockholm-Rinkeby würden Kinder so gezielt an schwedische Literatur herangeführt.

”Seit mehreren Jahren gibt es dort das Projekt ‚Listiger Wolf’. Es geht darum, Lesen selbstverständlich in den kindlichen Alltag zu integrieren. Lesen ist schließlich ein demokratisches Recht. Das Personal hier – Lehrer, Bibliothekare – sucht ständig nach neuen Methoden, bei den Kindern die Lust auf schwedische Bücher zu stimulieren. Es gibt im ganzen Land zahlreiche Beispiele für erfolgreiche Versuche, das Lesen zu fördern“, sagt Lampert.

Dank der Auszeichnung mit dem weltweit größten Preis für Kinderliteratur steht dem internationalen Erfolg von ‚Banco del Libro’ nun nichts mehr im Weg.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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