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Auswandererparadies Schweden

Publicerat fredag 29 juni 2007 kl 13.22

Deutschland scheint trotz Aufschwung zum Auswandererland zu werden. Die meisten zieht es in die Schweiz und nach Amerika, doch der Norden ist ebenfalls ausserordentlich beliebt bei Deutschen, die auswandern. Radio Schweden beginnt heute eine Serie über Menschen, die den Aufbruch gewagt haben: in ein neues Land, in ein neues Leben. Was sind die Beweggründe und wie kommen die Auswanderer in der neuen Heimat zurecht?

Moltebeeren mit Vanilleeis: ein Genuss zu jeder Jahreszeit. Tord Fransson serviert seiner Frau Uta am Küchentisch zuhause in Gällivare die lappländische Köstlichkeit. Unter dem Tisch raufen die Hunde Blümchen und Flisan, zwei Schlittenhundewelpen, sie ähneln ein bisschen kleinen, knuffigen Eisbären. In der Gemütlichkeit des Heimes erinnern sich Uta und Tord Fransson wie alles begann, damals vor zehn Jahren in Jaurekaska am Fluss Luleälven: „Tord kam mit dem Boot, und ich stand da mit dem Wohnmobil. So ’nem kleinen Mercedes-Wohnmobil. Und dann dachte ich, ich steh’ vielleicht im Weg. Und hab’ gefragt, ob ich irgendwie zur Seite fahren soll. Und da haben wir ein bisschen geschnackt, dänisch, englisch, deutsch und Hände und Füsse. Und ja...”

„Es war wohl Schicksal, dass wir uns in Jaurekaska trafen”, fügt Tord hinzu. ”Als Uta mir mit dem Boot half... Dann wurden wir gute Freunde und telefonierten und schrieben Postkarten.” Der Begegnung am See folgte nicht gleich die Heirat. Tord wohnte in Gälliväre, Uta in Flensburg, zweieinhalbtausend Kilometer entfernt.

”Ich bewerbe mich in Schweden”

„Dann kam der nächste Sommer, und die Kinder waren mit, und wir angelten. Dann kam der nächste Sommer, und der nächste Sommer. Und dann kamst du im Winter, und wir fuhren Scooter, und ich war so krank...”

Natürlich hielt Tord dies nicht ab, mit Uta und ihren vier Kindern Scooter zu fahren. Die Kinder wohnen noch in Deutschland, doch Uta zog es immer mehr nach Schweden, es gab ja Tord. „Ich hab in Deutschland gearbeitet, suchte eine andere Arbeit”. erzählt Uta. Mein Arbeitgeber war verstorben, so musste ich mich neu orientieren. Es passte irgendwie alles zusammen. Alle Faktoren kamen zusammen, dann dachte ich, ich bewerbe mich in Deutschland und ich bewerbe mich in Schweden.”

Zu ihrer Verwunderung wurde die gebürtige Sächsin zum Vorstellungsgespräch eingeladen bei einem Solarzellenhersteller in Gällivare. Dort arbeitet sie immer noch, in der Qualitätskontrolle. Ihre Leidenschaft aber gilt dem Fotografieren. Sie hat eine kleine Firma, die ihre Bilder als Plakate oder Postkarten vertreibt. Vier Ausstellungen hatte sie schon in Lappland.

Wilde Natur Lapplands

Uta Fransson hat die wilde Natur Lapplands fotografiert, das Polarlicht, das Gebirge, die glasklaren Gebirgsseen, die ungezähmten Stromschnellen, Elche und - Rentiere. Aus dem Alltagsleben der samischen Rentierzüchter sind ihr beeindruckende Porträts und Schnappschüsse gelungen. Vom Scheidungsgehege, in dem die Sami im tiefsten Winter ihre Herden zählen, trennen und zum Schlachter fahren. Das passiert meist, wenn es klirrend kalt ist und stockfinster. Dies zu fotografieren, ist eine Herausforderung. Mit dem Fotoapparat im Rentiergehege fühlt sich Uta Fransson am wohlsten. Woher kommt diese Vorliebe?

„Ich weiss nicht, keine Ahnung”, sagt Uta etwas ratlos. ”Die Samen, die ich kennengelernt hab, zu denen hab ich ein besseres Verhältnis wie zu „normalen” Schweden. Vielleicht sind die nicht so neidisch wie die Schweden, ist meine Erklärung, ich weiss nicht.”

Vielleicht liegt es auch daran, dass Minderheiten einander besser verstehen. Uta Fransson ist im Osten Deutschlands aufgewachsen, in den Westen gegangen und schliesslich nach Schweden gezogen. Irgendwie ist man man immer anders als die anderen, wie auch die Samen als Minderheit anders sind als der Grossteil der Bevölkerung.

Minderheiten verstehen einander besser

„Das war zur Kälbermarkierung, da werden den Kälbchen in die Ohren geschnitten, das ist ein Elch, ein Elchkalb. Tuva, die hat unwahrscheinlich lange Ohren, die hören gar nicht mehr auf...” Fast wie der stetig fliessende Gebirgsbach, unermüdlich, zeigt Uta ihre Fotos. Das Fotografieren ist wie eine Sucht: immer unterwegs, immer auf der Suche nach dem richtigen Licht, dem passenden Moment. Im Suchen ist Uta angekommen. Tord ist immer dabei, wenn sie mit dem Wohnmobil unterwegs sind. Und dann fahren sie natürlich auch immer wieder zum Jaurekaska an den Fluss, wo alles begann, und wo Tord ein Herz in eine Kiefer geritzt hat. Das Herz ist ein wenig geschrumpelt mit der Zeit, die Liebe nicht.

Katja Güth

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