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Einstiegsjobs für Neu-Einwanderer

Publicerat söndag 1 juli 2007 kl 00.28

Seit dem 1. Juli greift neben etlichen neuen Gesetzen auch eine weitere Maßnahme der bürgerlichen Regierung: Mit so genannten „Einstiegsjobs” will sie den Zugang zum Arbeitsmarkt für Neueinwanderer erleichtern. Hintergrund ist die Hochrechnung der Migrationsbehörde, demzufolge dieses Jahr rund 20.000 Flüchtlinge allein aus dem Irak kommen werden. Teilweise handelt sich dabei um nachziehende Familien. Sie alle sollen, sobald sie eine Aufenthaltsgenehmigung haben, einen Platz in dem Jobprogramm bekommen. Ist das überhaupt realistisch?

Schon im Vorfeld hatte es Kritik gegenüber den Einstiegsjobs gegeben. Denn bereits heute sind ein Drittel der Einwanderer in Schweden arbeitslos. Wenn sich nun alle Neuankömmlinge an der Warteschlange vorbeidrängeln dürfen - so hehr der Plan auch ist -, so führe das lediglich zu einer Zwei-Klassen-Einwanderergesellschaft.

Bei der Arbeitsagentur ist Göran Ferm für Integrationsfragen zuständig. Für die Befürchtungen hat er kein Verständnis. „Meiner Meinung nach hat die Regierung eine sehr gesunde Sicht auf die erste Zeit in Schweden. Da muss es sofort besondere Maßnahmen geben, und da hat die Regierung endlich einen Systemwechsel eingeläutet. Aber es ist ja nun nicht so, dass wir die Leute, die keinen Einstiegsjob bekommen, im Stich lassen. Wir haben ja eine ganze Reihe von Programmen, die den schnellen Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen sollen. Ich sehe jedenfalls kein Problem mit den Einstiegsjobs.”

Gängige Vorurteile

Bleibt die Statistik. Einwanderer sind Studien zufolge definitiv benachteiligt auf dem schwedischen Arbeitsmarkt. Das liegt nicht zuletzt an den gängigen Vorurteilen gegenüber einem fremdländisch klingenden Namen und Akzent. Mit den Einstiegsjobs nun macht der Staat selbst den einwanderungsfeindlichsten Arbeitgebern ein Angebot, das kaum jemand ausschlagen kann: Mit 75 % Lohnsubvention springt die öffentliche Hand dem Privatunternehmer bei, immerhin noch die Hälfte des Lohns übernimmt der Staat bei Jobs zum Beispiel bei der Kommune. Zwar nur im ersten halben Jahr, doch das ist, so hofft jedenfalls die Politik, lange genug für den Arbeitnehmer, um sich unentbehrlich zu machen.

Göran Ferm von der Arbeitsagentur ist davon überzeugt, dass viele Arbeitgeber mit dem Angebot auch ihre teilweise unnötigen Anforderungen an Sprachkenntnisse aufgeben: „Bislang ist es ja so, dass der Arbeitgeber mangelnde Sprachkenntnisse als größtes Anstellungshindernis bei frisch Zugewanderten angibt. Doch mit dem neuen Programm hat der Arbeitgeber die sichere Möglichkeit, es auch mal mit jemandem zu versuchen, der die Sprache nicht perfekt beherrscht.”

Schwedisch für Einwanderer

Nicht perfekt dürfte dabei noch milde ausgedrückt sein - denn wer spricht bei seiner Ankunft aus einem fernen Krisengebiet schon Schwedisch? Bereits jetzt gilt für die Kommunen, den gemeldeten Einwanderern nicht nur Einführungskurse in die schwedische Kultur und Gesellschaft zu ermöglichen, sondern auch „Schwedisch für Einwanderer”-Kurse zu bezahlen. Die Einstiegsjobs sollen so geformt sein, dass die Einwanderer parallel zur Arbeit die Sprache lernen können. Also nicht erst die Sprachkurse, bei denen unter Umständen zu viele Begriffe vorkommen, die ein Arbeitnehmer gar nicht braucht. Sondern erst die Arbeit, dann die Schulbank.

Bleibt die Frage, woher die zwanzigtausend Jobs allein für die irakischen Einwanderer kommen sollen. Göran Ferm beschwichtigt: „Die Jobs gibt es. Aber dann muss man natürlich sehen, ob diese Jobs auch zu den Kompetenzen der jeweiligen Personen passen. Das wissen wir jedoch erst nach der Kompetenzanalyse. Erst dann kann man nach einem passenden Arbeitgeber Ausschau halten.”

Kein Zeitdruck

Auch wenn die Einführung der Einstiegsjobs in die Sommerferien fällt, so umwirbt die Arbeitsagentur schon jetzt kräftig die Arbeitgeber. Doch dabei handelt es sich, das betont Göran Ferm, vorrangig um Information. Von Zwang kann keine Rede sein, auch nicht bei der Arbeitsmarktbehörde selbst. Ein zeitliches Limit für die erfolgreiche Vermittlung gibt es laut Mitarbeiter Ferm nicht: „So schnell wie möglich natürlich. Nachdem man eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen hat, soll es nicht länger als 18 Monate bis zum Einstiegsjob dauern. Und wenn uns das nicht gelingt, gibt es selbstverständlich noch andere Maßnahmen.”

Gerade die Effektivität dieser Maßnahmen ist jedoch umstritten. Unter den Sozialdemokraten ist ein dichtes Netz von ABM-Stellen und Weiterbildungen entstanden, die zwar die Arbeitslosenstatistik schönen, mit einem normalen Arbeitsleben aber wenig zu tun haben. Und nun die Einstiegsjobs der bürgerlichen Regierung. Dass sich daraus viele feste Anstellungen ergeben, darf bezweifelt werden. Denn die Bilanz der Jobvermittler sieht schon jetzt trübe aus: Die Behördenmitarbeiter vermitteln im Schnitt weniger als einen festen Job pro Monat.

Liv Heidbüchel

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