Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Boom für Anbieter von Haushaltdiensten

Publicerat tisdag 7 augusti 2007 kl 16.16
Neuer schwedischer Trend: Man lässt putzen

Jemand anders daheim für sich rackern zu lassen, galt in Schweden lange als verpönt –  kürzlich noch gestand das die öffentliche Meinung nicht einmal Ministern zu. Zudem konnte sich der Durchschnittsschwede die Zahlung offizieller Löhne für entsprechende Dienstleistungen ohnehin kaum leisten. Doch das bürgerliche Kabinett, das seit vergangenem Herbst regiert, hat auch in Sachen bezahlter Hausarbeit eine Kurswendung eingeleitet: Seit einem Monat können gestresste Familien den Kauf von Haushaltdiensten wie Putzen und Bügeln von der Steuer absetzen. Und das Angebot stöβt auf groβe Gegenliebe.

Die Anbieter von Haushaltdiensten haben derzeit allen Grund zur Freude. Der August sei ansonsten meist ein besonders ruhiger Monat, sagt Sofie Krook von dem Unternehmen Maid in Sweden. Doch in diesem Jahr sei das völlig anders.

“Wir haben einen enormen Zustrom an Kunden. Normalerweise machen wir die Firma im Juli dicht und gehen in die Ferien. Davon konnte diesmal keine Rede sein.“ Und obgleich also im Juli durchgerackert wurde, überstieg der Bedarf das Angebot. Das Unternehmen ist nun dabei, neue Mitarbeiter einzustellen.

“Wir brauchen eine Menge neuer Leute“, sagt Sofie Krook. „Sowohl in Göteborg als auch in Stockholm suchen wir personelle Verstärkung. Im August wollen wir zunächst zehn neue Mitarbeiter einstellen und in den kommenden Monaten bis Ende Herbst ebenfalls weitere zehn.“

Ähnlich wie Sofie Krook vom Unternehmen Maid in Sweden antworteten sämtliche rund zwanzig Anbieter von Haushaltdiensten, die der Schwedische Rundfunk jetzt zur Entwicklung in den letzten Wochen befragte. Alle haben sie seit Einführung der Steuererleichterungen am 1. Juli mehr Kunden bekommen, und die meisten stellen neue Mitarbeiter ein. Vor allem Putzen und Bügeln wird derzeit nachgefragt, erst danach kommt die Kinderbetreuung – ein Bereich, der wohl nach Ferienende noch wichtiger werden dürfte. Peter Svanborg, Vorsitzender der Interessenvereinigung für Haushaltdienste IFHT, rechnet generell mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage.

“Viele Unternehmen dürften nach dem Urlaubsende eine Menge zu tun bekommen. Viele haben sich bereits erkundigt, welche Dienste angeboten werden, und in Anspruch nehmen wollen sie die Dienstleistungen dann, wenn sie nach dem Urlaub neu durchstarten“, sagt er.

Hilfreiche Geister, die daheim putzen, bügeln und die Kinder hüten, und zwar für wenig Geld. Ist das egalitäre Schweden damit auf dem Weg in eine neue Dienstmädchen-Gesellschaft? So sehen es zumindest die Gegner der Reform. Wie auch immer: der Bedarf ist offenkundig vorhanden. Und den Befürwortern auf Regierungsseite geht es nicht allein darum, dass Kunden und Anbieter auf dem Dienstleistungsmarkt zueinander finden. Die Reform, so hofft man, wird neue Arbeitsplätze schaffen, der bisher weit verbreiteten Schwarzarbeit im Haushalt das Wasser abgraben und nicht zuletzt dazu beitragen, dass auch Normalverdiener Wäsche und Groβreinemachen mal an jemand anders abgeben können. Fromme Wünsche? Im benachbarten Finnland, von wo man die Reform abgeguckt hat, sind jedenfalls sämtliche beschriebene Positiv-Effekte eingetreten.

Anne Rentzsch

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min Lista".