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Maßnahmen gegen Krankschreibungen

Publicerat fredag 10 augusti 2007 kl 10.54

Das Zentralamt für Gesundheit und Sozialwesen hat neue Richtlinien für die Krankschreibung vorgelegt. Demnach sollen Ärzte in Schweden künftig beispielsweise beim so genannten Burnout-Syndrom nicht mehr Krankschreiben. Auch für 90 weitere Diagnosen werden die Regeln verschärft.

Patienten mit der Diagnose Burnout-Syndrom sind heute in Schweden im Durchschnitt  119 Tage krankgeschrieben. Mehr als 30 000 Berufstätige im Jahr fehlen länger als zwei Wochen aufgrund dieser Diagnose. Künftig sollen diese Zahlen auf Null Tage sinken. Jan Larsson, Projektleiter für das neue Regelwerk des Zentralamtes für Gesundheit und Sozialwesen, erklärt warum: „Vielleicht ist es ja so, dass der betroffene Patient mehr davon hat, zur Arbeit zu gehen; dass Krankschreibung kein gutes Heilmittel ist.“

Sozialmedizinisch unbeackert
Nichts Genaues weiß man jedoch nicht, das geben die Verantwortlichen der Gesundheitsbehörde zu. Die Definition von Arbeitsfähigkeit oder -unfähigkeit sei in der Sozialmedizin ein noch unbeackertes Feld. Wie viel Ruhe für welche Krankheit gut ist, sei einfach noch nicht wissenschaftlich belegt. Dennoch führt die Behörde nun also konkrete Richtwerte ein, nicht nur für Burnout, sondern auch für 90 weitere Diagnosen. Demnach sollen auch Patienten mit Depressionen oder Hexenschuss künftig weiter zur Arbeit gehen. In der Regel, betont Jan Larsson allerdings: Sämtliche Richtlinien seien Regelwerte für den Normalfall.  „Es gibt viele Fälle, die vom Normalfall abweichen, da kann der Arzt dann von den Empfehlungen abweichen. Das muss allerdings durchdacht begründet werden.“

Schlendrian bekämpfen
Durchdacht bedeutet in diesem Falle, eine bewusste Behandlungsstrategie muss mit der Krankschreibung Hand in Hand gehen. Denn das Ziel der Richtlinien ist es, den nach Meinung der Behörde heute vorherrschenden Schlendrian bei den Krankschreibungen zu unterbinden, der dazu führt, dass Menschen ohne weitere Behandlung einfach monatelang zu Hause sitzen.

Luise Steinberger

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