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Krankschreibungen: Vom Regen in die Traufe?

Publicerat tisdag 14 augusti 2007 kl 15.44
Depression? Arbeiten kann man trotzdem...

Schweden gehört zu den Ländern mit dem höchsten Krankenstand in der EU. Doch nun schlägt das Zentralamt für Gesundheits- und Sozialwesen andere Töne an. Vergangene Woche - Radio Schweden berichtete - legte es neue, harte Richtlinien vor. Für das Burnout-Syndrom solle man künftig überhaupt nicht mehr krankgeschrieben werden, hieβ es in da beispielsweise. Doch nach einem Sturm der Empörung macht das Amt nun einen teilweisen Rückzieher.

Die Vorab-Veröffentlichung der geplanten neuen Regeln war vergangene Woche bei Patienten und Ärzten eingeschlagen wie eine Bombe. Die Krankschreibungszeiten für verschiedene Diagnosen wurden da mal locker um mehrere Monate gekürzt, so zum Beispiel für Herzinfarkt von vier Monaten auf nur mehr vier Wochen. Für ganz besonders böses Blut sorgte die Null-Richtlinie bei Ausgebranntheit und bei Depression. Unmenschlich und verantwortungslos, hieβ es von namhaften Psychiatern. Nun also der vorsichtige Rückzug. Bo Lindblom ist beim Amt für Gesundheits- und Sozialwesen für die Ausarbeitung der neuen Regeln verantwortlich. Das Ganze sei schlicht ein Missverständnis, behauptet er:

“Es ist bedauerlich, dass es so angekommen ist, als wenn Menschen mit Burnout-Syndrom künftig unbedingt arbeiten sollen“, sagt Bo Lindblom. „Die Regeln sind ja auch noch gar nicht fertig, wir müssen noch an den genauen Formulierungen feilen.“ Bei Burnout sei in Wirklichkeit durchaus die Möglichkeit zur Krankschreibung eingeplant, bei der Vorab-Veröffentlichung sei da wohl irgendetwas etwas falsch gelaufen.

Doch auch wenn in diesem Einzelfall tatsächlich der Fehlerteufel seine Hände im Spiel hatte, bleibt die Grundtendenz bestehen: kräftig gesenkte Krankschreibungszeiten. Weitere Kostproben des Spareifers: Blinddarmentzündung: statt 27 Tage 0 Tage; Lungenentzündung: statt 35 künftig 14. Bei vielen Patientenvereinigungen ist die Unruhe groβ:

“Die Gefahr ist, dass man zu kurz krankgeschrieben und zurück auf die Arbeit gezwungen wird, wenn man noch gar nicht richtig gesund ist. Das kann ein erhebliches Risiko für den einzelnen sein“, sagt der Vorsitzende des Verbandes der Herz- und Lungenpatienten, Berndt Nilsson.

Unterdessen hält auch in den schwedischen Medien die Kritik an den neuen Plänen an. „Aftonbladet“ brachte es jetzt auf den Punkt: Gewiss könne es in einigen Fällen zumal leichterer Depression nützlich sein, den Patienten mit Arbeit zu fordern, statt ihn mit langen Krankschreibungen tiefer in die Passivität gleiten zu lassen. Oberstes Ziel des Gesundheitswesens sei aber gleichwohl nicht die Kürzung von Krankschreibungszeiten, sondern schlicht eine bessere medizinische Behandlung. Gerade im Bereich der Psychiatrie liegt da in Schweden sehr vieles im Argen. Doch über mögliche Lösungen war in dem Vorschlag des Amtes für Gesundheits- und Sozialwesen nichts zu hören.

Anne Rentzsch

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