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Schwedische Doppelstrategie für Ostsee-Sanierung

Publicerat torsdag 16 augusti 2007 kl 13.39

Es ist so, als würde man in die eigene Suppe spucken: Jahrhundertelang haben die Ostsee-Anrainerstaaten das Binnenmeer als Mülldeponie mißbraucht. Man kippte Industrieabwässer in die Flüsse, die in die Ostsee münden, aus unzähligen Schiffen wurde Öl verklappt, und die Bauern der Küstengebiete reicherten das Gebräu mit Jauche an. Erst in jüngerer Zeit und fast zu spät kam die Einsicht, dass sich solch verantwortungsloses Handeln rächt. Die Ostsee ist ein schwerkrankes Gewässer, das abzusterben droht. Schwedische Experten wollen nun den Patienten mit einer Doppelstrategie retten.

Niemand wird bestreiten, dass die Ostsee an der von Menschen verschuldeten Verschmutzung zu ersticken droht. Alle verantwortlichen Politiker sind sich auch einig darin, dass rasch etwas geschehen muss, um das Schlimmste zu verhindern. Aber konkrete Maßnahmen lassen auf sich warten, obwohl die Aufgaben klar auf der Hand liegen. Eines der Probleme sind die Phosphor-Ablagerungen auf dem Boden der Ostsee. Sie müssen beseitigt werden, damit das Meerwasser wieder mit dem nötigen Sauerstoff versorgt werden kann.

Schwedische Forscher haben nun zwei Wege zu diesem Ziel aufgezeigt. Eine Gruppe strebt eine physikalische Lösung mit Umwälzpumpen an, während die andere dem Problem mit chemischen Mitteln beikommen will.

Anders Stigebrandt, Professor für Ozeanologie, erläutert sein Konzept:

„Die Idee ist, die tieferen Wasserschichten der Ostsee mit Sauerstoff anzureichern. Das wollen wir mit Pumpen tun, die von Windkraftwerken angetrieben werden.“

Die Ostsee ist ein recht ausgedehntes Gewässer. Was bedeutet das für die Größenordnung des Projekts?

„Wir denken an hundert solcher Pumpen mit einer Leistung von je einem halben Megawatt.“

Hundert Pumpen für eine Wasserfläche von mehr als 400 000 Quadratkilometern – reicht das aus? Die Antwort des Ozeanologen könnte manchen zum Widerspruch reizen:

„Unser menschliches System, unsere Technik ist sehr viel wirksamer als die Natur selbst. Deshalb brauchen wir nicht so viele Pumpen. Wir schaffen das – viel besser als die Natur.“

Aha. Und was wird das Ganze kosten? Professor Stigebrandt:

„Das wird nicht teuer. Der Bau des Systems kostet vielleicht zwei Milliarden Kronen – also umgerechnet 220 Millionen Euro. Schweden hat ja bereits das Fünffache für Maßnahmen zur Stickstoffsanierung ausgegeben.“

Der Stockholmer Ökologe Sven Blomkvist wiederum plädiert für die chemische Sanierung der Ostsee. Dabei sollen die Phosphor-Sedimente mit Hilfe von Kalk oder auch Aluminium gebunden und neutralisiert werden. Blomkvist:

„Das ist eine Methode mit dauerhafter Wirkung. Wenn wir die Bindemittel erst einmal eingebracht haben, dann haben wir im Idealfall den größten Teil des Problems bewältigt.“

Manche Politiker halten es für besser,  statt dessen den Zufluss neuer Schadstoffe in die Ostsee zu unterbinden und im übrigen auf die Selbstheilungskraft des Binnenmeeres zu vertrauen. Sven Blomkvist nennt diese Vorstellung unrealistisch:

„Es ist unzumutbar, dass das hundert oder zweihundert Jahre dauern soll. Die Menschen, die auf die Ostsee angewiesen sind, können das nicht zulassen.“

Welche Methode verspricht nun den besten Erfolg: Wirbelpumpen oder Bindemittel? Vielleicht sogar beide?  Nun muss die Regierung entscheiden und dafür sorgen, dass bald Klarheit herrscht – auch unter Wasser.

Klaus Heilbronner

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