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Sommerproblem Blutspende

Publicerat fredag 17 augusti 2007 kl 12.58

In Schweden passiert jeden Sommer das Gleiche: Die Menschen verlassen fluchtartig die Städte und fahren ans Meer, an die Seen oder aufs Land zu ihren Sommerhäusern. Das Problem dabei ist, dass sie dort nicht Blut spenden können, weil sie dort nicht registriert sind.

Das soll jedoch künftig mit einer gemeinsamen Datenbank möglich gemacht werden. Viele Schweden fahren sowieso ins Ausland zum Urlaub machen - und von dort können sie auch nicht spenden. Das kuriose aber ist, viele Menschen, die gerne ihr Blut geben möchten, dürfen nicht.

Viele Einwanderer, auch solche, die schon seit vielen Jahren in Schweden leben, dürfen kein Blut spenden. Auch wenn sie gerne wollten.

Dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Zum einen sind sie lebenslang gesperrt, wenn sie zuvor in Ländern gelebt haben, in denen die Schlafkrankheit grassiert. Das ist in manchen Ländern in Süd- und Mittelamerika der Fall. Auch Schweden, die sich dort länger als 3 Jahre aufgehalten haben, sind lebenslang von der Blutspende ausgeschlossen. Das ist verständlich, will das Gesundheitswesen doch nicht das Risiko eingehen, dass diese Menschen die Krankheit weiter übertragen. Aber auch viele Einwanderer, die nicht aus Risikogebieten kommen dürfen nicht spenden.

Als Grund nennt die Chefin der Blut-Zentrale in Stockholm, Beatrice Diedrich, zu schlechte Schwedisch Kenntnisse: „Man muss Schwedisch verstehen, um die Informationen über Infektionskrankheiten lesen zu können. Um Ausländer anschließend in einem Gespräch befragen zu können, bräuchte man ja mehr Personal, das die verschiedenen Sprachen spricht - und das haben wir nicht. Zunächst muss ein Fragebogen ausgefüllt werden und dann gibt es noch ein persönliches Gespräch zwischen einer Krankenschwester und demjenigen, der spenden möchte.”

Problemgruppe Homosexuelle

Mit Sicherheit könnte man mehr Spender rekrutieren, wenn es Info-Broschüren und Fragebögen auch auf Bosnisch oder Arabisch gäbe. Das Problem des persönlichen Interviews bestünde aber weiter. Es müsste ständig Personal anwesend sein, das diese Sprachen auch spricht. Es gibt aber noch weitere Gruppen, die vom Blutspenden kategorisch ausgeschlossen sind.

Homosexuelle Männer etwa - obwohl es Beatrice Diedrich von der Stockholmer Blutzentrale etwas anders formuliert: „Es geht da eher um ein gewisses Verhalten, nicht um eine Gruppe. Wir sagen: Männer die Sex mit Männern haben dürfen nicht spenden. Das Gesundheitsamt gibt uns das so vor. Die einzelnen Risikogruppen werden auch ständig beobachtet - wo ist das Risiko höher, wo müssen wir vorsichtig sein? Diese Diskussion wird ständig geführt. Und wenn sich da etwas ändert muss das Gesundheitsamt dazu natürlich Stellung beziehen.”

Freiwillige Angaben

Das Gesundheitsamt glaubt, dass Männer, die Sex mit Männern haben, häufiger Geschlechtskrankheiten übertragen. Aber, ist diese Ansicht nicht antiquiert? AIDS, die Schwulenseuche? Alles gespendete Blut wird zwar auf das HI-Virus gestestet - ganz frische Infektionen können aber nicht erkannt werden. Das Gesundheitsamt geht also davon aus, dass homosexuelle Männer öfter den Geschlechtspartner wechseln als heterosexuelle. Viele Schwule fühlen sich dadurch diskriminiert, denn viele von ihnen leben in festen Partnerschaften. Und selbst wenn sie nicht festen Partnerschaften leben - heterosexuelle Männer dürfen auch selbst entscheiden, ob sie angeben, oft den Sexualpartner zu wechseln.

In immer mehr Ländern in Europa fallen die Barrieren für schwule Spender. In Schweden, übrigens genau wie in Deutschland, steht das aber bislang nicht zur Debatte. Es sieht also so aus, als würde sich am Blutmangel während der Sommermonate auch in den nächsten Jahren erstmal nichts ändern. Schwulen Männern, die trotzdem spenden wollen, bleibt nur eine Möglichkeit: Da alle Angaben auf Freiwilligkeit beruhen, können sie ihre Homosexualität verheimlichen.

Benjamin Eyssel

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