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Angst vor Reform des Muttersprachenunterrichts

Publicerat torsdag 20 september 2007 kl 08.45

Ein Jahr Reinfeldt und was passiert mit dem Muttersprachenunter-richt? Die bürgerliche Regierung steht im Ruf, überall Zuwendungen zu kürzen, und bei einer Million Einwanderern zittern viele schon vor Einsparungen bei dem besonderen Unterricht für die Migrantenkinder. Der Muttersprachenunterricht steht jedem Kind zu, dessen Mutter und/oder Vater eine andere Sprache als Schwedisch spricht. Besuch in einem Klassenzimmer in Luleå.

Es ist ein russisches Märchen, das seine Töne aus dem Computer schickt. Vor dem Rechner sitzen Andrej, acht Jahre alt, und seine Russisch-Lehrerin Natalja Dailidenieue. Der Zeichentrickfilm dient zur Einstimmung für die Lektüre des dicken Märchenbuches in kyrillischer Schrift, in dem Andrej später lesen wird. Denn vorher wird gepaukt: Grammatik.

Andrej soll die Hauptwörter von zusammengesetzten Substantiven erkennen. „Tschainik..Tschai. Teekanne. ...Tee. Prachtkerl!“ Natalja ist überaus zufrieden mit ihrem Schützling.

„Für uns ist ein gut entwickeltes Kommunikationsvermögen sehr wichtig. Die Kinder können ruhig ein bisschen falsch schreiben, die Grammatik ist nicht so schrecklich wichtig. Wichtig ist, dass die Kinder gut sprechen können, dass sie ihre Gefühle in ihrer eigenen Sprache ausdrücken können.“

Muttersprache vergessen

Das findet Andrej selbst auch sehr wichtig: „Ich will russisch lernen, damit ich mit meinen Grosseltern sprechen kann und der Verwandtschaft und meinen Freunden, die in Russland wohnen. Weil, als ich nach Schweden kam, hab ich russisch ein wenig vergessen.“

Das Vergessene hat Andrej schnell aufgeholt, was seine Russisch-Lehrerin unglaublich stolz macht. Natalja Dailidenieue: „Als Andrej nach Schweden kam, hatte er zuvor weder Kindergarten noch Schule besucht. Jetzt nach eineinhalb Jahren spricht er schwedisch und schreibt sehr gut russisch.“

Andrej ist eines von etwa 1.500 Kindern in der Kommune Luleå, die eine andere Muttersprache als schwedisch haben. Er dürfte ein ausgezeichnetes Beispiel sein für eine gelungene Integration. Eine Stunde pro Woche hat er Unterricht in Russisch und profitiert von der schwedischen Einrichtung des Muttersprachenunterrichts. Lisbeth Åström ist in der Kommune dafür zuständig.

Anrecht auf Muttersprachenunterricht

„In Schweden gilt, dass alle Kinder, die eine andere Muttersprache als Schwedisch haben, das Recht auf Unterricht in ihrer Muttersprache haben. Darüber hinaus haben sie das Recht auf einen besonderen Schwedischunterricht. Und das solange, bis man dasselbe Sprachniveau erreicht hat wie ein in Schweden geborenes Kind.“

In der Einrichtung „Välkomsten“ mitten in Luleå, treffen Kinder aus 16 Nationen aufeinander, von deutschen und finnischen Einwanderern bis zu somalischen Flüchtlingskindern. Alle ausländischen Kinder von einem bis 19 Jahren, die in die Kommune kommen, werden hier zunächst betreut. 53 unterschiedliche Sprachen werden gesprochen, und alle haben rein theoretisch ein Recht darauf, in ihrer Muttersprache unterrichtet zu werden.

Bei 53 unterschiedlichen Sprachen ist es leicht nachvollziehbar, dass nicht jedes Kind in seiner Muttersprache unterrichtet werden kann. Doch die Ansprüche der Kommune sind ehrenhaft: „Voraussetzung ist, dass eine Gruppe von mindestens fünf Kindern zusammenkommt und wir ausgebildetes Personal bekommen. Wir erfassen jedes Jahr, wieviele mehrsprachige Kinder es gibt. Dann gucken wir nach den gröbten Sprachgruppen, und dort beginnen wir mit dem Muttersprachenunterricht. Das sind jetzt aktuell finnisch, russisch, und spanisch.“

Umgerechnet 1,3 Millionen Euro kostet das die Kommune. Wie lange wird es diesen Luxus noch geben? Noch hat Integrationsministerin Nyamko Sabuni nur ein paar Gedanken geäubert, dass der Muttersprachenunterricht umorganisiert werden soll. Die Pädagogen wie Lisbeth Åström wollen an der Einrichtung festhalten: „Sollte der Muttersprachenunterricht abgeschafft werden, das finde ich nicht gut. Für die Kinder ist es ungemein wichtig, schnell schwedisch zu lernen und die Muttersprache zu behalten. Schwedisch zu können, ist wichtig, um sich im neuen Land zurechtzufinden. Die Muttersprache ist deshalb wichtig, weil man sich und seine Kultur darüber definiert.“

Einstweilen arbeiten die Pädagogen weiter an ihrem Ziel, so vielen Kindern wie möglich Unterricht in ihrer Muttersprache zu erteilen. Im Herbst werden auch Kurse in Kurdisch und Thai angeboten.

Katja Güth

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