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DGB-Chef Sommer besucht Stockholm

Publicerat måndag 24 september 2007 kl 13.30

Seit’ an Seit’ wollen die Gewerkschaftler Deutschlands und Schwedens künftig gegen Lohndumping in Europa vorgehen. Um diese Einigkeit auch bildlich zu demonstrieren, empfing die Vorsitzende des schwedischen Gewerkschaftsdachverbands LO, Wanja Lundby-Wedin, in Stockholm DGB-Chef Michael Sommer. Beide waren sich einig, dass die Frage der Arbeitnehmerrechte aktueller sei denn je.

Vor allem eines sollte den geladenen Journalisten klargemacht werden: Schwedens und Deutschlands Arbeitnehmervertreter ziehen an einem Strang. LO-Chefin Lundby-Wedin lobte die Solidarität, die der DGB im Zusammenhang mit dem so genannten Vaxholm-Streit gezeigt habe. Ende 2005 hatte die schwedische Gewerkschaft ein lettisches Bauunternehmen in Vaxholm bei Stockholm bestreiken lassen, weil sich die Letten weigerten, einen schwedischen Tarifvertrag zu unterzeichnen. Das Unternehmen ging in Konkurs und zog anschlieβend vor den Europäischen Gerichtshof. Ohne Erfolg. Das Gericht erklärte die Blockade der lettischen Baustelle durch schwedische Gewerkschaftsvertreter für rechtens.

Der DGB-Chef nannte denn auch diesen juristischen Erfolg einen wichtigen Sieg im Kampf um Arbeitnehmerrechte in der sich erweiternden Europäischen Union. Dumpinglöhne seien unmenschlich und ungerecht – für die Arbeitnehmer sowohl im Westen als auch im Osten. Da seien sich die Gewerkschaften der alten EU-Länder einig.

Internationaler Arbeitnehmerkampf 

Bei aller deutsch-schwedischen Einigkeit erinnerte Sommer an Fälle, in denen Arbeitgeber versuchten, das eine Land gegen das andere auszuspielen. So habe beispielsweise der angeschlagene US-Automobilkonzern General Motors seine Tochterfirmen Saab in Trollhättan und Opel in Rüsselsheim in einen Effizienz-Wettkampf hineinzwingen wollen, meinte Sommer. Doch die Arbeitnehmervertreter in beiden Ländern hätten sich nicht auseinanderdividieren lassen. Am Ende ist aus Sommers Sicht eine einvernehmliche Lösung für alle Beteiligten gefunden worden.

Diese Einschätzung wollte LO-Chefin Lundby-Wedin nicht kommentieren. Sie pflichtete ihrem deutschen Gast jedoch bei, dass die Gewerkschaften im 21. Jahrhundert über die nationalen Grenzen hinaus tätig werden müssten. Der Kampf gegen die Ausbeutung der Arbeitnehmer ende nicht an der Landesgrenze.

Tagespolitisches Engagement 

Auch sonst sparten beide Spitzenfunktionäre nicht mit altbekannter Arbeiterklassen-Rhetorik. Lundby-Wedin und Sommer betonten die Notwendigkeit gewerkschaftlichen Engagement auch in der Tagespolitik. Bei der Ausgestaltung dieses Engagements legten die Gewerkschaftsbosse allerdings unterschiedliche Ansichten zutage. In Schweden ist der LO-Chef automatisch Mitglied im Parteipräsidium der Sozialdemokraten, in Deutschland nicht. Zum Glück, wie Michael Sommer einräumte. Nicht, dass er etwas gegen die SPD habe – schließlich sei er seit Jahrzehnten Parteimitglied. Doch er sehe sich in erster Linie als Interessensvertreter der Arbeitnehmer, was auf die SPD nicht immer zutreffe.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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