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Auf Bärenpirsch

Publicerat måndag 1 oktober 2007 kl 11.33

Nicht nur die Elchjagd zieht alljährlich im Herbst Scharen von Jägern in die Wälder. Im Herbst ist auch Bärenjagd. Der Stamm hat sich nämlich in den vergangenen Jahren so gut erholt, dass es nach Schätzungen der Forscher inzwischen 2.500 Bären in Mittel- und Nordschweden gibt. Zur diesjährigen Bärenjagd dürfen 184 Bären erlegt werden, die meisten Jagdbezirke haben ihre Quote bereits erfüllt.

Am Fuße des Bärenberges in den tiefen Wäldern und Sümpfen zwischen Gällivare und Luleå lädt Thomas Engman sein Gewehr. Der Berg heißt nicht von ungefähr Bärenberg.

Hier hat Thomas Engman im letzten Jahr eine Bärin geschossen. Eines schönen Herbsttages kam sie neugierig aus dem Gestrüpp am Bärenberg getappt. „Ich sah nur einen Schimmer von Irgendetwas. Da kam sie angeschlichen. Ich dachte, es sei ein Elch, weil die Winde falsch waren. Das war ein schnelles Treffen und ein rasches Ende. Da galt nur: erst schießen, dann denken”, erzählt Engman.

Wenn die Winde falsch sind, der Jäger den Wind im Rücken hat, ist die Wahrscheinlichkeit eigentlich ziemlich hoch, dass der Bär den Jäger wittert und abhaut. Man hält sich also immer gegen den Wind. Was Thomas Engman jetzt tut und in südwestlicher Richtung an der Kante entlang des Bärenberges pirscht. Linkerhand liegt der Sumpf und rechterhand der Wald.

Schwierige Jagd 
Die Bärenjagd ist ein äußerst schweres Unterfangen. Weil der Bär scheu ist, sich so gut versteckt, dass man rein theoretisch an ihm vorbeiziehen kann. Die Bärenjagd ist im Gegensatz zur Elchjagd nicht richtig planbar, erklärt Thomas Engman: „In der Regel ist es so, dass man den Bären einfach trifft. Meistens sind es Hunde, die den Bären stellen.”

Einfach und schwer zugleich. Weil der Bär einerseits sehr scheu ist, andererseits aber auch schrecklich neugierig sein kann. Also einfach lospirschen und Spuren suchen. Vielleicht ist eine Bärenmama am Bärenberg unterwegs? Dann müsste man an den großen Kiefern die Kratzspuren der Kleinen sehen, wenn sie am Baum spielen. Und tatsächlich, dort die Kiefer, da findet Engman Spuren: „Hier haben wir einen Bären. Glasklar. Nicht so alt. Hier ist der Bär geklettert, man sieht die Krallen. Die sind gar nicht klein. Die Pfote ungefähr zehn Zentimeter, der Bär ist wohl drei, vier Jahre alt.”

Nicht denken, nur pirschen
Weil es nur eine Kratzspur ist und der Bär bekannt für sein schlechtes Augenlicht, schlussfolgert der Jäger, dass sich Meister Petz wohl am Stamm anlehnte, um besser zu sehen, was so abgeht im Wald. Vielleicht hat der Bär ja gerade da gestanden und uns zugeguckt? Nicht denken, nur pirschen. Der Wald wird nun etwas dichter. „Der Schiessabstand hier wird so zehn Meter betragen.” Sollte der Bär hier also plötzlich auftauchen, muss Thomas sehr schnell sein.

Aber er taucht nicht auf. Dafür das, was der Bär hinterlässt nach einer Mahlzeit. „Das ist sehr frisch. Vielleicht von letzter Nacht?” Der große Hügel Bärenlosung glänzt in dunklem Grün. Das Abendbrot bestand wohl hauptsächlich aus Laub und weniger Blaubeeren. Dann sind Bärenhügel nämlich tatsächlich blau.

Die meisten Bären ernähren sich von Beeren und Laub, nur wenige bevorzugen frisches Fleisch von Ren oder Elch. Die Pirsch geht weiter. Der Wald ist noch dichter geworden, der Schiessabstand nun vielleicht vier Meter. An Ameisenhügeln vorbei, wo der Bär seinen Nachtisch suchte. Dort ein verwittertes Holz, an dem er sich die Tatzen abgewischt hat. Doch Meister Petz selbst – taucht nicht auf. „Er war nicht da,” konstatiert Thomas Engman kurz und knapp.

Alter Bärenjäger
Es wurde bereits erwähnt, die Bärenjagd ist nicht planbar. Bengt Öhrvall, einer von den über hundert Bärenschützen dieser Jagdsaison, hat seinen Jagdtag eher spontan geplant.

Es ist zwei Tage vor seinem 84. Geburtstag, als er kleine Tour macht, in den Wald hinter seinem Haus in Långsjön in der Nähe der Stadt Boden. „Ich saß einfach da und philosophierte. Und während ich da saß, kam etwas aus dem Wald. Ich dachte erst, es sei es ein Elchhund. Die können ja ziemlich groß werden. Aber er verschwand und kam nach 20 Minuten wieder. Da sah ich, was es war.” 

Langes Warten lohnt sich
Bengt Öhrvall hat 84 Jahre auf diesen Moment gewartet, Bengt ist mitnichten von Zweifeln oder Angst geplagt. Er jagt dem Bären eine Kugel in den Kopf. „Ich war eiskalt. Der Bär brüllte...als ob.. ganz schrecklich. Und trat um sich... Und dann verschwand er.”

Der Schütze wagt nun nicht, den Bären zu suchen. Wartet auf seine Söhne, die mit ihren Hunden ausrücken. Es ist inzwischen Abend, rabenschwarz draußen. Doch die Hunde finden den Bären ziemlich schnell. Er ist tot. Die Nachricht vom mutmaßlich ältesten Bärenschützen im Land geht schnell rum. „Die meisten dachten, dass ist schrecklich lustig, dass ausgerechnet ich den Bären schieße! Ich bin ja nicht mehr der Jüngste. Es haben viele angerufen und gratuliert.”

Die Geschichte, wie Bengt Öhrvall mit 84 Jahren seinen ersten Bären erlegte, wird noch oft erzählt, auch beim Geburtstagskaffeekränzchen zwei Tage später. Das schönste Geschenk hat er sich ja selbst gemacht, gerade wird es ausgestopft. Derart wieder in Form gebracht, soll der erlegte Bär das Haus bewachen, hat Bengt sich überlegt. Er wird seinen Ehrenplatz im Hausflur finden und den Schützen an seine Heldentat erinnern.

Katja Güth

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