Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Sida

Misswirtschaft bei Entwicklungshilfe

Publicerat onsdag 3 oktober 2007 kl 10.45

Geld, das einfach verschwindet, Konferenzen, die nie stattgefunden haben, Projektleiter, die sich selbst hohe Löhne ausbezahlt haben – dies ist die traurige Liste des Rechnungshofes nach der Kontrolle von schwedischen Entwicklungshilfeprojekten in Afrika. Der Schreck bei Entwicklungshilfeministerin Gunilla Carlsson hält sich jedoch in Grenzen. Sie hatte schon lange vermutet, dass es bei der Entwicklungshilfe nicht zum Besten steht.

Auf seine Entwicklungshilfe ist Schweden stolz. Schließlich steckt das Land als eines von wenigen tatsächlich ein Prozent seines Bruttonationalproduktes in den Aufbau armer Länder. Doch jetzt darf daran gezweifelt werden, ob dieses Geld sinnvoll verwendet wird. Der Rechnungshof hat in den Jahren 2002 bis 2004 15 Projekte der staatlichen Entwicklungshilfeorganisation SIDA geprüft. Keines der Projekte ist ohne Anmerkungen davongekommen. Zehn davon hätten sogar ernsthafte Mängel, so Staffan Ivarsson vom Rechnungshof: „Das ist schon erstaunlich und deprimierend zugleich. 10 von 15 ist einfach viel zu viel.“

Sechs Monate lang hatten die Prüfer des Rechnungshofes die Projekte in Namibia, Südafrika, Kenia und Tansania kontrolliert. Die Mängel waren teilweise so gravierend, dass nun in einigen Fällen der Verdacht auf eine Straftat besteht.  „Es handelt sich hier um ein korrumpierendes Milieu, das heißt Korruption auf der gesamten Bandbreite“, meint Staffan Ivarsson.

6.000 Projekte

Magnus Lindell bei SIDA bezweifelt jedoch, dass Korruption weit verbreitet sei. Schließlich laufen bei SIDA 6000 solcher Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 160 Millionen Euro und gerade mal 15 wurden überprüft. Lindell verweist auch auf die Schwierigkeiten bei der Kontrolle: „Wir können nicht 6000 Projekte in über hundert Ländern genau überprüfen. Aber wir brauchen ein System das funktioniert.“

Der Bericht des Rechnungshofes gibt jedoch auch Lindell zu denken, denn offenbar haben die Kontrollen versagt: „Der Bericht zeigt ja, dass wir zuviel Vertrauen in die örtlichen Revisoren gehabt haben. Die Qualitätskontrolle hat nicht in allen Bereichen funktioniert. Wir waren deutlich bei unseren Anweisungen an die Prüfer, aber anscheinend nicht deutlich genug.“

Ministerin will mehr prüfen

Entwicklungshilfeministerin Gunilla Carlsson fühlt sich dagegen bestätigt. Zwar ist sie als Ministerin in letzter Konsequenz verantwortlich. Doch die Regierung ist schließlich erst seit einem Jahr im Amt und habe auch schon erste Schritte eingeleitet, so Carlsson. „Wir haben SIDA bereits im Januar damit beauftragt, die einzelnen Institutionen zu kontrollieren. Ich hatte schon seit langem die Befürchtung, dass dies nicht in dem Maße geschieht, wie man das als schwedischer Steuerzahler erwarten kann.“

Erst vor einigen Wochen hat die Regierung auch eine Neuorientierung angekündigt. In Zukunft wird Schweden mehr Projekte in Afrika unterstützen und weniger in Asien und Lateinamerika. Der Bericht des Rechnungshofes macht jetzt darauf aufmerksam, dass dabei auch besser kontrolliert werden muss.

Mittlerweile hat auch der schwedische Reichstag reagiert und die damalige Entwicklungshilfeministerin, die Sozialdemokratin Carin Jämtin, vor den Verfassungsausschuss des Parlamentes zitiert.

Dieter Weiand

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".