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Mammographie-Bericht

Personalmangel beeinträchtigt Brustkrebsbehandlung

Publicerat torsdag 4 oktober 2007 kl 13.33

7.000 Schwedinnen bekommen jährlich die Diagnose Brustkrebs – die häufigste Krebsart bei Frauen. Im europäischen Vergleich sind in Schweden die Chancen am größten, eine Brustkrebserkrankung zu überleben. Grund sind die flächendeckenden Vorbeugemaßnahmen. So werden alle Frauen ab 40 zur Mammographie einberufen und die Röntgenbilder werden zweifach kontrolliert, um Tumore so früh wie möglich zu erkennen. Doch nun schlagen Fachmediziner Alarm: Schwedens Spitzenkompetenz bei der frühzeitigen Behandlung von Brustkrebs wird schon bald der Vergangenheit angehören.

In der Capio Diagnostik des St. Görans Krankenhauses in Stockholm hat Oberärztin Karin Leifland gerade einen bösartigen Tumor aus der Brust einer Patientin entfernt. Der Tumor hat weniger als einen Zentimeter Durchmesser. Das ist klein, und deshalb wagt die Ärztin eine, wenngleich vorsichtige, gute Prognose.

„Wir wollen die Tumore entdecken, wenn sie noch so klein sind. In diesem Fall möchte ich meinen, dass die Patientin nicht am Brustkrebs sterben wird. Dadurch, dass wir den Tumor so früh entdeckt und entfernt haben, wird sie vermutlich überleben.“

Mammographie erst mit 50 statt mit 40

Gemeinsam mit anderen Kollegen sowie Vertretern der Schwedischen Krebsgesellschaft hat Karin Leifland in der Tageszeitung „Dagens Nyheter“ einen wahren Horrorbericht über die Verschlechterung bei der Brustkrebsbehandlung vorgelegt. Demzufolge haben fast alle der landesweit 51 Mammographieabteilungen ernsthafte Personalprobleme. Das führt dazu, dass Frauen vielerorts nicht wie vorgeschrieben mit 40 Jahren, sondern erst mitten im Klimakterium mit 50 Jahren zur ersten Mammographie geladen werden.

Weil ein Großteil der Brustkrebserkrankungen hormonell bedingt ist, besteht also durchaus Anlass zur Sorge. Siv Maters kommt gerade von ihrem Mammographie-Termin im St. Görans Krankenhaus. Dass wegen Personalmangel mehrere Abteilungen vor der Schließung stehen, ist für Siv Matsers ein Schock.

„Das ist doch Wahnsinn, denn Brustkrebs ist eine ständige Gefahr. Es ist doch schrecklich, daran zu erkranken, und ich frage mich, wieso Schweden plötzlich kein Geld mehr für Mammographie hat.“

Stärkere staatliche Kontrollen gefordert

Die meisten Ärzte und Krankenschwestern in der Mammographie sind Mitte 50. Dass nicht genügend junges Personal nachwächst, liegt nicht zuletzt an den ausgefeilten Röntgenmethoden wie etwa Computertomographie oder Magnetkamerauntersuchungen, die junge Ärzte oftmals interessanter finden als Mammographie. Ingvar Andersson, Oberarzt in der Mammographie des Uniklinikums Malmö, fordert wie seine Kollegen stärkere staatliche Kontrollen – sonst bringen die Richtlinien des Zentralamts für Sozial- und Gesundheitswesen rein gar nichts.

„Vielleicht braucht es zentrale Kontrollmechanismen, die eine Mammographieausbildung für alle Röntgenärzte festschreiben. Dass es also keine Spezialisten ohne Mammographiekenntnisse mehr gibt. Die Behörde für Sozial- und Gesundheitswesen muss das Thema besser in den Griff bekommen.“

Sozialminister Göran Hägglund hat bereits eine staatliche Untersuchung in Auftrag gegeben. Sie soll erarbeiten, in welchen Bereichen Spezialisten fehlen - und auch raten, was dagegen zu tun ist, hofft die Stockholmer Oberärztin Karin Leifland, denn die Zeit drängt.

„Die Situation ist katastrophal. Wir haben eine Methode mit der wir sicher Leben retten können. Aber wir können unsere Möglichkeiten nicht nutzen und das ist schlimm.“

Befürchtung: steigende Sterblichkeitsrate

Immer wieder taucht beim Thema Medizin die Frage nach der Gleichbehandlung der Geschlechter auf. So bezieht sich die Wirkung von Medikamenten meist auf den männlichen Patienten. Frauen und Kinder haben das Nachsehen. Und nun der Brustkrebs. Noch in den 60er Jahren überlebte nur jede zweite Frau ihre Diagnose. Heute gewinnen acht von zehn Frauen den Kampf gegen den Krebs in der Brust. Ein Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten – das ist die Befürchtung der Mammographie-Spezialisten im Land, darunter Ingvar Andersson. Die Sterblichkeitsrate könnte wieder steigen, meint der Oberarzt.

„Das ist natürlich die äußerste Konsequenz unserer derzeitigen Sorgen.“

Liv Heidbüchel

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