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Nach Jahren der Schikane: Familienvater erschießt Jugendlichen

Publicerat tisdag 9 oktober 2007 kl 13.31
Von wegen schwedische Idylle: Hier nahm ein Familienvater das Gesetz in die eigenen Hände

Ein Familienvater hat zwei Jugendliche einer Mopedgang erschossen, weil er die jahrelangen Schikanen und Drohungen der Jungen nicht mehr aushielt. Wie Anwohner und Verwandte mitteilten, hatten die Jugendlichen das gesamte südschwedische Dörfchen in ihrer Gewalt. Die Kinder des Familienvaters wurden regelmäßig gemobbt und tätlich angegriffen. So hatten die Jungen mehrfach versucht, die Kinder mit den Mopeds zu überfahren. Unterstützung von Polizei und Behörden bekam die Familie nicht. Als die Motorradgang am Wochenende einmal mehr als ungebetene Gäste bei der Familie auftauchten, schoss der Vater.

„Der Mord von Rödeby“ heißt der Fall in den Medien. Ein Mord, der wenig ruhmreich ist für das 3500-Seelendorf zehn Kilometer nördlich von Karlskrona, das bis dahin nur die Menschen in der Umgebung kannten. Doch das Geschehen in Rödeby dürfte einigen Schweden die Augen dafür öffnen, dass auch das vermeintlich sichere Leben auf dem Lande nicht mehr das ist, was es einmal war. Die Mopedgang war für ihr Treiben berüchtigt. Sie hatte das gesamte Dorf in Angst und Schrecken versetzt, das wird nun klar, nachdem einer der Jungen tot und ein weiterer verletzt ist.

Der Familienvater, der nun des Mordes und Mordversuchs verdächtigt wird, wusste sich der jahrelangen Schikanen nicht mehr anders zu wehren. Ungehört verhallten die Polizeianzeigen seines behinderten Sohnes, auch das Sozialamt tat nichts, sagte der Bruder des Angeklagten im Schwedischen Rundfunk.

„Immer wieder erstattete die Familie Anzeige, aber dann haben sie es irgendwann aufgegeben, die Polizei zu rufen, weil die ihnen doch nicht helfen konnte. Die Zusammenarbeit mit den Behörden hat überhaupt nicht funktioniert. Ich sehe es so, dass die Familie im Stich gelassen wurde. Sie sollte sich mit dem Terror abfinden. Das Rechtssystem ist in diesem Fall gescheitert.“

Polizei sollte Jugendgang stoppen

Tomas Pärklo vom zuständigen Polizeidistrikt hält den Vorwurf nicht für gerechtfertigt, wenngleich er bedauert, was geschehen ist.

„Die Aufgabe der Polizei war nicht, die Familie zu beschützen, sondern wir haben uns gemeinsam mit dem Sozialamt darauf konzentriert, das Treiben der mobbenden Jugendlichen zu verhindern und zu eliminieren, so dass es nicht wieder vorkommt.“

Auch das Sozialamt schaute weg

Ganz offensichtlich ohne Erfolg. Die Jugendlichen machten weiter mit Telefonterror, Sachbeschädigung, Beschimpfungen. Im Internetportal Lunarstorm riefen sie sogar zu Mord auf. Beim Sozialamt will man von der Hetzjagd auf die Familie nichts gewusst haben. Doch mit der Schuldzuweisung tut sich der Chef des Sozialamtes in Karlskrona, Göran Bohman, schwer.

„Natürlich hätten wir davon wissen müssen, aber ich kann zurzeit nicht sagen, ob jemand dafür die Verantwortung trägt und wer das sein könnte. Ich kann nur sagen, dass wir keine Information über die belästigte Familie bekommen haben.“

Aber auch Bohmans eigene Mitarbeiter draußen vor Ort haben von den Missständen nichts gesehen. Dazu kommt das bürokratisch schwierige Alter des Sohnes, der mehrfach Anzeige erstattet hat: Mit seinen 19 Jahren ist er kein Fall mehr fürs Jugendamt, wohl auch deshalb fühlte sich keine der Behörden zuständig. Der unter Mordverdacht stehende Vater sagte aus, es sei nie seine Absicht gewesen, den Jugendlichen zu töten. Doch ob Notwehr oder Mord – das muss nun das Gericht entscheiden.

Liv Heidbüchel

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