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Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt

Publicerat tisdag 9 oktober 2007 kl 13.36

Nie zuvor wurden so viele Vermieter wegen ethnischer Diskriminierung angezeigt wie heute. Allein in diesem Jahr hat der Diskriminierungsombudsmann bereits 62 Fälle registriert. Denn für Menschen mit ausländisch klingenden Namen ist es bedeutend schwerer, eine Wohnung zu finden als für ethnische Schweden.

Seit Dienstag verhandelt das Amtsgericht Göteborg einen geradezu klassischen Fall von ethnischer Diskriminierung bei der Wohnungssuche. Vertreten wird der Kläger, ein Einwanderer, von Ulrika Dietersson, Juristin im Auftrag des Diskriminierungsombudsmannes: „Es geht um einen Mann, der sich im Internet um eine Vierzimmerwohnung bewarb. Er selbst bekam keinen Besichtigungstermin von der Wohnungsgesellschaft angeboten, wohl aber einer seiner Kollegen.“

Überflüssig zu erwähnen, dass der Kollege kein Einwanderer, sondern Schwede war. Fälle wie dieser häufen sich derzeit in Schweden. Während sich im vergangenen Jahr insgesamt 60 Einwanderer an den Diskriminierungsombudsmann wandten, weil sie sich bei der Wohnungssuche benachteiligt fühlten, waren es von Januar bis Oktober dieses Jahres bereits 62. Dabei handelt es sich meistens um versteckte Diskriminierung.

Versteckte Ressentiments

Offene Ressentiments gegen Ausländer wagt dagegen kaum jemand auszusprechen – so wie im Fall des Einwanderers in Göteborg, erklärt Juristin Ulrika Dietersson: „Das Unternehmen behauptete zunächst, man suche vor allem Mieter mit schwedischem bzw. nordischem Hintergrund, weil dort bereits viele Einwanderer mit nicht-nordischem Hintergrund wohnten. Jetzt streitet das Unternehmen diese Begründung ab.“

Stattdessen sei der Bewerber mit Migrationshintergrund durch unangenehm forderndes Auftreten bei der Wohnungsgesellschaft aufgefallen. Deshalb und nur deshalb habe man ihm einen Besichtigungstermin verweigert, hieß es. Ob diese Begründung stichhaltig ist, oder ob doch ein weiterer Fall von ethnischer Diskriminierung vorliegt, muss nun das Amtsgericht Göteborg entscheiden. Klar ist aber schon jetzt, dass immer mehr Vermieter eine ethnische Vorauswahl bei Bewerbern treffen.

Vorurteile bewusst machen

Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, hat die allgemeinnützige Wohnungsgesellschaft „Sabo“ ein spezielles Handbuch für ihre Mitarbeiter herausgegeben. Lena Johansson war bei „Sabo“ mitverantwortlich für den Inhalt des Buches: „Es enthält mehrere authentische Fälle. Ein Kapitel behandelt speziell das Thema Vorurteile. Wir hoffen, dass sich die Zahl der Anzeigen dadurch verringern wird.“

Doch das Engagement eines einzelnen Unternehmens dürfte angesichts der zunehmenden Segregation auf dem schwedischen Wohnungsmarkt nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heiβen Stein bleiben.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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