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Deutscher Forscher erhält Chemie-Nobelpreis

Publicerat onsdag 10 oktober 2007 kl 11.49
Chemie-Nobelpreis an Gerhard Ertl
(2:59 min)

Den Nobelpreis für Chemie erhält in diesem Jahr Professor Gerhard Ertl vom Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin für seine Studien von chemischen Verfahren auf festen Oberflächen. Dies gab heute die  Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt. Der Nobelpreis ist mit umgerechnet rund 1,1 Millionen Euro dotiert und wird am 10. Dezember bei einer feierlichen Zeremonie im Stockholmer Konzerthaus von König Carl XVI. Gustaf überreicht.

Erneut geht ein Nobelpreis nach Deutschland. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm scheint von deutscher Forschung in diesem Jahr besonders angetan. Der Generalsekretär der Akademie, Gunnar Öquist, verkündet den diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger.

„Der diesjährige Chemie-Nobelpreis belohnt Forschung, die belegt, wie chemische Prozesse auf festen Oberflächen ablaufen. Die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften hat entschieden, den Chemie-Nobelpreis des Jahres 2007 an Professor Gerhard Ertl am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin zu vergeben. Er erhält den Preis für seine Forschung über chemische Prozesse an festen Oberflächen.“

Überraschter Preisträger

Der Preisträger selbst war ob der frohen Botschaft aus Stockholm, die ihn genau an seinem 71. Geburtstag erreichte, überwältigt und sprachlos, wie er dem Schwedischen Rundfunk auf Englisch unmittelbar nach der Bekanntgabe erklärte: „Es war eine große Überraschung. Ich wusste, dass ich zum Kandidatenkreis gehörte. Aber es gibt über ein Dutzend gleichwertige Kandidaten“, so Ertl.

Die Arbeit Ertls beschäftigt sich damit, wie man ein vollständiges Bild chemischer Oberflächenreaktionen erhalten kann. Oberflächenchemische Reaktionen finden vor allem in Katalysatoren, zum Beispiel bei der Produktion von Kunstdünger, statt. Wenn man exakt kontrollieren kann, welche chemischen Stoffe reagieren, wird vieles einfacher, wie Professor Jan-Otto Carlsson von der Stockholmer Universität erklärt: „Vor zwanzig Jahren hat man noch mit ‚trial and error’ gearbeitet. Jetzt kann man Modelle erarbeiten, mit denen man den richtigen Katalysator sehr viel schneller findet. Das ist vor allem für die chemische Industrie wichtig.“

Ertls Arbeit hilft, die Arbeitsweise von Brennstoffzellen und Autokatalysatoren besser zu verstehen. Industrielle Verfahren können dadurch verbessert werden. Ertl war einer der ersten die das Potential dieser Techniken bereits in den sechziger Jahren erkannten und weiterentwickelten. Seine Arbeit hat daher auch große wirtschaftliche Bedeutung.

Ertl wurde 1936 in Bad Cannstadt geboren. Er war lange Zeit an der Technischen Universität München und ist jetzt Professor Emeritus am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. 1998 hat der den Wolf-Preis für Chemie der University of California, Berkley erhalten. Jetzt ist er alleiniger Nobelpreisträger für Chemie. Den Preis und einen Scheck über umgerechnet rund 1,1 Millionen Euro wird er am 10. Dezember aus den Händen von König Carl XVI. Gustaf erhalten.

Dieter Weiand

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