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Debatte um Schulen mit religiöser Ausrichtung

Publicerat måndag 15 oktober 2007 kl 11.20

Wie weit soll der religiöse Einfluss bei schwedischen Schulkindern gehen dürfen? Vor allem immer mehr Eltern mit Migrantenhintergrund schicken ihre Kinder in so genannte religiöse Freischulen – immer weniger dagegen in kommunale Schulen, wo Religionsunterricht nur noch in sehr allgemeiner Form vorkommt. Jetzt zeigt jedoch eine staatliche Studie, dass die religiösen Schulen genauso gut oder schlecht abschneiden wie solche ohne religiöse Ausrichtung. Dennoch erwägt die Regierung, die Kinder in Zukunft besser vor religiöser Indoktrination zu schützen.

Die Schulbehörde hat einen vorläufigen Bericht ihrer Schulinspektionen herausgegeben. 470 so genannte Freischulen wurden untersucht. Sie werden von privaten Interessen betrieben, aber von der öffentlichen Hand finanziert. 44 davon haben eine religiöse Grundausrichtung, sei es christlicher oder muslimischer Art.

20 dieser 44 Schulen hatten überhaupt keine Mängel. Ein normaler Wert für Freischulen, so Claes-Göran Aggebo von der Schulbehörde: „Schulen mit konfessioneller Ausrichtung sind im Durchschnitt wie andere Freischulen auch. Sie weisen die gleiche Zahl und Art von Mängeln auf. Und die Mängel unterscheiden sich auch nicht grundlegend von denen in kommunalen Schulen.“

In den letzten Jahren ist die Debatte über religiöse Freischulen intensiver geworden. Die sozialdemokratische Vorgängerregierung hatte erfolglos versucht, sie zu begrenzen. Der Verdacht lag nahe, dass Kinder mit religiösen Inhalten der Blick auf das säkulare Schweden  vernebelt wird. So sieht das auch der jetzige liberale Schulminister Jan Björklund und fordert strengere Kontrollen der konfessionellen Schulen: „Die Kinder müssen vor Indoktrinierung und Fundamentalismus beschützt werden. Dass so etwas vorkommt, ist natürlich schwer zu beweisen. Aber wir wollen grundsätzlich deutlich machen, dass dies nicht erlaubt ist.“

Christdemokraten für religiöse Schulen

Die Fronten in dieser Frage gehen quer durch die politischen Lager. So sind die in der bürgerlichen Allianz verankerten Christdemokraten grundsätzlich für die konfessionellen Schulen. Die christdemokratische Abgeordnete Gunilla Tjernberg sieht sich durch die Studie der Schulbehörde bestätigt: „Das ist doch eine Kampagne gegen die konfessionellen Freischulen. Keiner kann deutlich sagen, wo das Problem liegt. Das einzige, was kommt, sind schwammige Bescheide und sehr wenig Fakten.“

Schulminister Jan Björklund erhält jedoch Schützenhilfe aus den Reihen der Opposition. Die Sozialdemokraten lehnen die religiösen Schulen vor allem deshalb ab, weil sie wenig zur Integration beitragen. Kinder muslimischer Einwanderer kämen dann noch weniger in Kontakt mit dem schwedischen Leben. Doch dieser Kontakt sei gerade in der heutigen Zeit dringend nötig, so Nalin Pekgul vom sozialdemokratischen Frauenverband: „In einer Welt, wo die Religion immer mehr in den Vordergrund rückt, wo sich die Menschen über die Glaubensgrenzen hinweg nur schwer entgegenkommen, können wir nicht noch mehr zur Spaltung beitragen. In den religiösen Schulen werden sie ja aufgeteilt und die gegenseitige Verachtung wird nur ermuntert.“

Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass es schwer sein wird, diese Schulen zu verbieten, solange sie sich an die gesetzlichen Rahmen halten. Schulminister Björklund will deshalb jetzt die staatliche Aufsicht verbessern. Die Sozialdemokratin Pekgul will dagegen die staatliche Unterstützung dieser Schulen einfrieren. Diese Maßnahme würde dann jedoch aller Voraussicht nach sämtliche Freischulen treffen – egal, welchen Hintergrund sie haben.

Dieter Weiand

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